Subaru Impreza: Festgesetzt in der Nische

Subaru Impreza. Foto: Subaru
Der Subaru Impreza macht einen dynamischen Eindruck. © Subaru

Die Kompaktklasse platzt aus allen Nähten. Fast jeder Hersteller hat hier ein Fahrzeug im Angebot. Nun schickt der Allradspezialist Subaru die fünfte Generation des Impreza an den Start.

Auch die jetzt vorgestellte neue Generation wird hierzulande nicht zum Verkaufsschlager werden. Zu unbekannt ist die Marke und zu viele Einschränkungen muss der Impreza-Käufer auch heute noch hinnehmen. So gibt es den Fünftürer weiterhin nur mit Allradantrieb. Das wäre angesichts des Markenimages nur konsequent, aber dass Subaru den Impreza lediglich mit zwei Boxer-Benzinern anbietet, wirkt doch etwas dünn. Zumal das kleinere der beiden Aggregate, ein 1,6-Liter mit 84 kW/114 PS, für diese Klasse doch ziemlich schlapp daherkommt- und das zu einem Preis von mindestens 21.980 Euro.


Viel besser macht dafür der 2,0-Liter mit 115 kW/156 PS seine Sache, aber hier werden dann auch schon 26.980 Euro fällig. Damit ist er rein preisoptisch über 2000 Euro teurer als ein ähnlich motorisierter VW Golf, was aber vor allem an der sehr guten Ausstattung liegt. So ist nicht nur der Allradantrieb stets Serie, sondern auch ein CVT-Automatikgetriebe und einige Funktionen des bei Subaru „Eyesight“ genannten Assistentenpakets.

Subaru überrascht mit CVT-Getriebe

Das CVT-Getriebe mit sieben programmierten Fahrstufen entpuppt sich bei ersten Probefahrten dabei als deutlich besser als erwartet, so ganz konnten die Ingenieure die für diese Bauart typische Schwäche des „Gummibandeffekts“ nicht eliminieren. Drehzahlhöhe und Beschleunigung fallen vor allem bei sportlicher Fahrweise doch zu deutlich auseinander, mehr noch, der Motor heult auf, ohne dass seine Akustik gleich in Vortrieb umgesetzt wird.

Zudem raubt die Automatik gefühlt einige der ohnehin nicht übermäßig vielen Pferdestärken. Was zu Folge hat, dass der kleine Motor wirklich nur für arg zurückhaltende Fahrer eine Alternative sein dürfte, beim großen Aggregat ist der Durchzug in Ordnung, allerdings wirkt auch der 2,0-Liter nicht gerade sportlich. Beide Motoren sind zudem nicht sparsam, weder auf dem Papier (6,2 bzw. 6,6 Liter auf 100 Kilometern), noch in der Wirklichkeit, wo der 2,0-Liter schon ein wenig mehr Fahrspaß mit Verbräuchen Richtung zehn Liter bestraft.

Subaru punktet mit aufgeräumtem Innenraum

Dafür überzeugt der Impreza mit einem aufgeräumten und sauber verarbeiteten Innenraum, mit allerdings nicht an jeder Stelle hochwertigen Materialien. Außerdem gibt es mehr Platz auf den Rücksitzen; der Radstand wuchs gegenüber dem Vorgänger um 2,5 Zentimeter auf nun klassenübliche 2,67 Meter. Positiv bemerkbar machen sich vorne wie hinten auch die zusätzlichen 3,5 Zentimeter Breite. Das Kofferraumvolumen von 385 Liter (+ 5 Liter), durch Umlegen der Rücksitze auf maximal 835 Liter erweiterbar, geht ebenfalls in Ordnung.

Nochmals zum Innenraum: Nach europäischen Maßstäben ist das wie das Außendesign immer noch eher sachlich gehaltene Interieur trotz weicherer Kunststoffe und zumindest in den höheren Ausstattungsklassen feinem Leder zwar höchstens Mittelmaß, dem altgedienten Impreza-Fahrer wird es allerdings wie eine völlig neue Welt vorkommen. Dazu passt das neue, sehr geschmeidige Fahrwerk, das die Insassen nicht mit falsch verstandener Sportlichkeit foltert, sondern sie kommod über Unebenheiten führt und Bodenwellten sanft wegschaukelt.

Subaru gewährt fünf Jahre Garantie

Der Impreza von Subaru. Foto: Subaru
Der Subaru Impreza ist in einem umkämpften Segment unterwegs. Foto: Subaru

Vergessen wir mal den schwachbrüstigen 1,6er und konzentrieren uns auf den 2.000 Euro teureren 2,0-Liter als deutlich attraktivere Variante. In der Basisausstattung „Comfort“ für knapp 27.000 Euro finden sich neben dem obligatorischen Allradantrieb und dem Automatikgetriebe auch bereits eine Klimaautomatik, Licht- und Regensensor, Rückfahrkamera, beheizbare Vordersitze, DAB-Radio, ein 8-Zoll-Display und Apple/Android-Anbindung. Zudem sind ein Notbremssystem inklusive Kollisionswarner, ein aktiver Spurhalteassistent und eine adaptive Abstands- und Geschwindigkeitsregelung immer an Bord.

Im Preis-/Leistungsverhältnis bleibt der Impreza damit auch in der fünften Generation weiterhin attraktiv, zumal fünf Jahre Garantie gewährt werden. Die Kombination aus Allrad, Boxermotor, CVT-Getriebe und dem speziellen, mit zwei Stereokameras arbeitenden Eyesight-System wird vor allem Fahrer anziehen, die diese Exotik zu schätzen wissen und/oder einfach schon immer Subaru fahren. Trotzdem wird der Impreza in Deutschland weiterhin ein Nischenprodukt bleiben, gerade mal mit 300 Einheiten kalkuliert Subaru-Deutschland-Chef Christian Amenda für den Rest des Jahres. Zehnmal so viele Käufer werden sich dagegen wohl für das Schwestermodell XV entscheiden, einfach weil es eines der zurzeit so gefragten Kompakt-SUV ist. (SP-X)

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