Skoda Octavia: Platz ohne Ende

Marktstart im Februar

Skoda Octavia: Platz ohne Ende
Der Skoda Octavia soll den Absatz der VW-Tochter weiter beflügeln. © Skoda

Im Februar schickt Skoda den neuen Octavia auf den Markt. Die Limousine soll den Absatz der VW-Tochter befördern. Das neue Modell bietet gute Fahrleistungen, effiziente Motoren, aber auch Merkwürdigkeiten.

Von Frank Mertens

"Dieses Auto ist das Herz der Marke Skoda", sagt Vertriebsvorstand Werner Eichhorn bei der Vorstellung des neuen Modells in diesen Tagen in Portugal. Es ist das Auto, dem für die Wachstumsstrategie der VW-Tochter die herausragende Bedeutung zukommt. Nur mit Volumenbringern wie dem Skoda Octavia können die Tschechen ihr ambitioniertes Absatzziel von 1,5 Millionen Fahrzeugen bis zum Jahr 2018 erreichen. Und die bisherigen zwei Generationen des Octavia haben für mächtig Absatz gesorgt: seit dem Marktstart im Jahr 1996 wurden weltweit 3,7 Millionen Fahrzeuge verkauft.

Skoda Octavia 1.2 TSI kostet ab 15.990 Euro

Die dritte Octavia-Generation, die im Februar zu einem Einstiegspreis von 15.990 Euro für den 1.2 Liter TSI-Benziner mit 86 PS zu den Händlern rollt, soll diese Erfolgsgeschichte fortschreiben. Dank des Modularen Quer-Baukastens (MQB) der Konzernmutter VW hat sich der Neue deutlich weiterentwickelt. So kommen in einem Skoda erstmals moderne Fahrassistenzsysteme wie beispielsweise ein Spurhalteassistent, ein Müdigkeitswarner oder eine automatische Notbremsfunktion und eine Multifunktionsbremse zum Einsatz. Sie soll nach einem Unfall Folgekollisionen verhindern helfen, indem sie das Auto automatisch bis zu einer Restgeschwindigkeit von 10 km/h abbremst, auch wenn der Fahrer das Bremspedal nicht betätigt.

Die Seitenlinie des Skoda Octavia.
Die Seitenlinie des neuen Skoda Octavia Skoda

Daneben gehört zum Sicherheitspaket des neuen Skoda Octavia auch ein Proaktiver Insassenschutz, der beispielsweise bei einer Notbremsung die Gurte vorspannt oder geöffnete Scheiben schließt. "Das ist ein Feature, das man sonst nur aus Oberklassefahrzeugen kennt", stellt Martin Hrdlicka aus der Entwicklungsabteilung fest. Im Zusammenspiel aller Neuerungen setze der neue Octavia dann auch "neue Maßstäbe im Kompaktsegment".

Großzügiger Innenraum des Skoda Octavia

Das trifft auch auf den Platz im Innenraum zu. "Dieser Octavia bietet Platz ohne Ende", sagt Hrdlicka. Dem kann man nur zustimmen. Wenn man als Großgewachsener im Fond Platz genommen hat, ist man verblüfft über das großzügige Raumangebot. Selbst mit 1,91 Metern Körpergröße besitzt man im Octavia ausreichend Kopf- und Kniefreiheit. Kein Wunder, denn der Radstand des Octavia ist um 10,8 cm auf 2,68 Meter angewachsen. Darüber konnten sich nicht nur die Designer freuen, die damit der Karosserie kürzere Überhänge verpassen können, sondern vor allem die Passagiere auf der Rückbank. So komfortabel reist man sonst in keinem anderen Kompaktklassemodell in den Urlaub. Eine Innenraumlänge von 1.782 mm ist halt ebenso eine Ansage wie die Knie- und Kopffreiheit von 73 mm beziehungsweise 980 mm. Das Kofferraumvolumen liegt übrigens bei 590 Litern.

Die Qualitätsanmutung im Innenraum des Octavia ist wertig, die Materialien sehen gut aus und fühlen sich auch angenehm an. Wenn man sie mit dem Golf vergleicht, dann findet man nicht wirklich signifikante Unterschiede. Innerhalb des VW-Konzerns macht das nur Audi besser. Aber dieser Vergleich hinkt dann doch, denn die Ingolstädter sind Premiumhersteller und lassen sich dies entsprechend auch bezahlen. Der Skoda-Kunde bekommt für sein Geld gute Qualität und nette Features geboten. Beispielsweise gibt es im Kofferraum einen wendbaren Teppich, der auf der einen Seite mit Stoff beschichtet ist und auf der anderen Seite mit Kunststoff, falls man nach einer Wanderung einmal mit verschmutzten Schuhen zum Auto zurückkommt.

Skoda setzt auf schwarzes statt grünes Markenlogo

Das Logo des Skoda Octavia.
Das schwarz-silberne Markenlogo Skoda

Wenn es im Innenraum etwas auszusetzen gibt, dann ist es die Optik des Tachos. Er lässt sich aufgrund der vielen weißen Striche einfach nicht optimal ablesen, so etwas muss eigentlich nicht sein. Und wenn man schon bei Merkwürdigkeiten ist, dann stellt sich auch die Frage, warum das Skoda-Logo gänzlich in schwarz-silber gehalten ist.

Schließlich hat sich die Marke erst im September des vergangenen Jahres einen neuen, teuren Markenauftritt verpasst, sich dazu ein neues Logo mit einem neuen frischeren Grün entwerfen lassen. Davon ist am neuen Octavia, dem wichtigsten Modell der Tschechen, weder an Front, Heck noch auf dem Lenkrad etwas zu sehen. Hier prangt nun zur großen Verwunderung des Betrachters das etwas düster ausschauende Markenemblem.

6,5 Liter Verbrauch

Doch kommen wir zu den Fahrleistungen des Skoda Octavia. Von uns getestet wurde der 1.2 TSI mit 105 PS und manuellem Sechsganggetriebe. Der Vierzylinder ist zwar kein Ausbund an Sportlichkeit, doch mit ihm kommt man zuverlässig von A nach B. Sein zwischen 1400 und 4000 Umdrehungen anliegendes maximales Drehmoment von 175 Nm reicht aus, um gut in Schwung zu kommen und mehr oder minder schaltfaul unterwegs zu sein. Einzig bei niedrigeren Drehzahlen muss zurückgeschaltet werden, damit der Motor nicht zu arg zu schaffen hat.

Aber wenn man ehrlich ist, dann reicht dieser Aggregat vollkommen aus. Tempo 100 erreicht der 1.2er in 10,3 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 196 km/h an. Und sein Verbrauch? Laut Hersteller soll er bei 4,9 Litern auf 100 Kilometern liegen. Bei den Testfahrten standen am Ende 6,5 Liter auf dem Bordcomputer, ein akzeptabler Wert.

Mit seiner Fahrdynamik braucht sich der Octavia auch nicht zu verstecken. Sein Fahrwerk bietet einen guten Kompromiss zwischen Komfort und Dynamik. Mit ihm kann der Fahrer auch durchaus flotter in die Kurven gehen, ohne dabei Angstschweiß auf die Stirn zu bekommen. Seine Lenkung spricht direkt an, die Schaltung funktioniert recht knackig. Für den neuen Octavia sind dank des MQB auch zwei Hinterachs-Typen im Angebot: eine Verbundlenkerachse für Benziner bis 140 PS und Diesel bis 150 PS und bei höheren Motorisierungen wird eine Mehrlenkerhinterachse verbaut. Insgesamt wird es den Octavia mit acht Motoren geben, vier Benzinern und vier Diesel mit einer Leistung von 86 bis 180 PS.

Preise des Skoda Octavia stehen noch nicht fest

Das Heck des Skoda Octavia.
Das Heck des Skoda Octavia Skoda

Wie teuer genau die verschiedenen Motorisierungen und unterschiedlichen Ausstattungsfeatures sind, kann man leider noch nicht sagen. Die exakten Preise sollen erst in der kommenden Woche kommuniziert werden. Eines kann man indes sagen: Die Basismotorisierung wird ohne Klimaanlage geliefert. Eigentlich schade, denn dadurch wirkt der auf den ersten Blick doch recht attraktive Preis gleich nicht mehr ganz so sexy.

Doch eines dürfte klar sein, auch wenn man jetzt noch nicht weiß, wie teuer die unterschiedlichen Motorisierungen des Octavia den Käufer nun kommen werden: er wird seinem Vorgänger in nichts nachstehen. Dafür bietet die dritte Generation ein fast stimmiges Gesamtbild.

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