Skoda Octavia Combi: Größe zeigen

Ab 16.640 Euro

Der Skoda Octavia Combi ist um neun Zentimeter gewachsen.
Der Skoda Octavia Combi ist voll eingeschlagen. © AG/Flehmer

Die dritte Generation des Skoda Octavia Combi ist nicht nur in der Länge gewachsen. Die Genialität des Kombis der tschechischen VW-Tochter bleibt zumeist bescheiden im Hintergrund.

Von Thomas Flehmer

Eigentlich spielt der Skoda Octavia Combi im VW-Konzern eine eher untergeordnete Rolle – eigentlich. Vollgestopft mit VW-Technik – erstmals profitiert der Kombi vom Modularen Querbaukasten (MQB) des Konzerns – und dann mit dem neuen Skoda Logo versehen - fertig ist das Derivat des Golf Variant. Doch der Octavia Combi weist eigene Qualitäten auf, die erst beim Nutzen sichtbar werden.

Skoda Octavia Combi neun Zentimeter länger

So ist die dritte Generation gleich um neun Zentimeter gewachsen und nähert sich mit 4,66 Metern bereits dem Passat an, der gerade elf Zentimeter länger ist. Dass Skoda Platz und Raum nutzen kann hat bei den Tschechen Tradition und kommt auch beim ab Ende Mai erhältlich Octavia Combi zum Tragen. Fangen wir ganz hinten an: 610 Liter Kofferraumvolumen laden fast schon zum Versteckspielen ein. Diese können auf 1740 Liter erweitert werden und nicht nur mit Produkten aus einem schwedischen Möbelhaus beladen werden. Der Passat Kombi kommt im Vergleich "nur" auf 603 bis 1731 Liter.

Ein flexibel beladbarer Laderaumboden sowie eine pfiffige Ablage für Kleinigkeiten unter der Kofferraumabdeckung unterstreichen ebenso das Skoda-Motto "simply clever" wie die per Knopfdruck umklappbaren Sitze der zweiten Reihe. Dort ist für die Passagiere genügend Kopf- und Beinfreiheit vorhanden, zwar nicht so viel wie im größeren Superb, aber unter Platzangst muss auch keiner im Octavia leiden. Denn auch der Radstand ist um enorme elf Zentimeter auf 2,69 Meter angewachsen.

Clevere Lösungen für den Skoda Octavia

Davon profitieren ebenso Fahrer und Beifahrer, die in den gut konturierten Sitzen auch längere Strecken bequem absolvieren können. Die Instrumente lassen sich leicht ablesen, die Oberflächen sind wertig gestaltet – es passt alles. Mit einem Griff unter den Fahrersitz kann schnell auf die Warnweste zurückgegriffen werden, im Tankdeckel befindet sich ein Eiskratzer. Das ist nicht nur clever, sondern auch äußerst praktisch. Es sind Kleinigkeiten, aber Kleinigkeiten, die in ihrer Gesamtheit den Wert des äußerlich eher unscheinbar auftretenden Octavia Combi mehr und mehr steigern. Denn auch beim Design wurde Wert auf Understatement gelegt. Der Kombi reiht sich ein und fällt aus der Riege der Lademeister nicht heraus. Dabei ist er sehr wertig verarbeitet – und das sind keine Kleinigkeiten.

Während der eigentlich unscheinbare Octavia Combi durch seine hervorragende Alltagstauglichkeit und Praktikabilität Pluspunkt um Pluspunkt sammelt, tritt das Motorenangebot fast schon in den Hintergrund. Die bekannten vier Benziner und vier Diesel aus dem Wolfsburger Stammwerk verrichten auch im Octavia Combi ihre Arbeit. Der kleine 1,6 Liter große Diesel mit 77 kW/105 PS ist für den 1,3 Tonner etwas zu schwach auf der Brust. Es dauert, ehe der Octavia in Schwung kommt.

Allrad für den Skoda Octavia Combi

Der Skoda Octavia Combi ist um neun Zentimeter gewachsen.
Wertiges Cockpit des Skoda Octavia Combi AG/Flehmer

Wie beim Vorgänger rechnet Skoda auch bei der dritten Generation damit, dass der zwei Liter große Selbstzünder mit nunmehr 150 PS das Rennen um die Gunst der Kunden macht. Innerhalb von 8,6 Sekunden sind dann die 100 km/h erreicht, der Vortrieb endet bei 216 km/h – völlig ausreichend. Auch mit dem großen Diesel können keine sportlichen Höchstwerte erwartet werden, aber das Triebwerk passt zu den bereits beschriebenen Eigenschaften des Skoda. Und der Verbrauch von 4,2 Litern entschädigt für entgangene sportliche Qualitäten.

Wer es etwas schneller möchte, wählt den Top-Benziner mit 132 kW/180 PS. Dann werden bereits nach 7,4 Sekunden die 100 km/h passiert und der Kombi hält es auch bis Tempo 229 durch. Doch als Sportler erweist sich der Octavia selbst mit dem stärksten Aggregat im Angebot nicht. Aber das braucht er auch nicht. Wichtiger dagegen schon der Allradantrieb mit der neuen Haldex 5-Kupplung. 2000 Aufpreis kostet der Zusatz, 2000 Euro, die sich besonders für Anwohner bergiger Regionen rechnen.

Skoda Octavia Combi startet bei 16.640 Euro

Der Skoda Octavia Combi ist um neun Zentimeter gewachsen.
Der Skoda Octavia Combi ist kein Schnäppchen mehr AG/Flehmer

Nicht nur diese müssen zuvor mindestens 16.640 Euro auf den Tisch des Händlers liegen. Dann sind beim schwachbrüstigen Einstiegsbenziner mit 86 PS weder Klimaanlage noch die mittlerweile auch für den Octavia verfügbaren zahlreichen Sicherheitsassistenten an Bord. Mindestens 20.740 Euro kostet der Basis-Diesel, das Volumenmodell 2.0 TDI mit 150 PS beginnt bei 25.340 Euro, dann aber auch schon in der mittleren Ausstattungsvariante Ambition.

Und gerade bei den Preisen zeigt sich, dass Skoda sich von der Schnäppchenpreispolitik verabschiedet hat, die ambitionierten 25.000 Euro zeigen aber auch, dass der Octavia Combi keine untergeordnete Rolle spielt, sondern ganz selbstbewusst eigenständig auftreten und seine Größe zeigen kann – vollkommen zu Recht.

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Der diplomierte Religionspädagoge arbeitete neben seiner Tätigkeit als Gemeindereferent einer katholischen Kirchengemeinde in Berlin in der Sportredaktion der dpa. Anfang des Jahrtausends wechselte er zur Netzeitung. Seine Spezialgebiete waren die Fußball-Nationalelf sowie der Wintersport. Ab 2004 kam das Autoressort hinzu, ehe er 2006 die Autogazette mitgründete. Seit 2018 ist er als freier Journalist unterwegs.