Skoda Octavia Scout: Der Wegbereiter

Offroader kommt im August

Der neue Skoda Octavia kommt im August auf den Markt.
Der neue Skoda Octavia kommt im August auf den Markt. © Skoda

Skoda erweitert sein Angebot an Allradfahrzeugen. Im August schickt die VW-Tochter den Scout an den Start. Was der kompakte Offroader zu bieten hat, zeigt unser Fahrbericht mit dem 184 PS starken Topdiesel.

Von Frank Mertens

Manchmal sind Autos mit Offroad-Charakter nichts weiter als Bluffer. Sie sehen zwar mit ihren Kunstoffbeplankungen und dem Unterfahrschutz wie ernstzunehmende Geländewagen aus. Doch eines fehlt ihnen: ein Allradantrieb.

Nur mit der Kraft der vier Räder entgeht man abseits befestigter Straßen der Gefahr, stecken zu bleiben. Schick auszusehen reicht halt nicht, um auch im tiefen Matsch oder bei Eis und Schnee sein Ziel zu erreichen. Der Skoda Scout, den die VW-Tochter im August auf den Markt schickt, braucht sich den Vorwurf indes nicht gefallen zu lassen, etwas vorzugaukeln, was er nicht ist. Das jüngste Modell der Tschechen sieht nicht nur wie ein offroadtaugliches Fahrzeug aus, sondern ist auch eines: dafür sorgt ein moderner Allradantrieb mit Haldex-Kupplung. Das System passt sich in Millisekunden den unterschiedlichen Fahrbahnbegebenheiten an und verteilt die Antriebskräfte variabel an die einzelnen Räder der Vorder- und Hinterachse.

Zuverlässiger Begleiter

Das hört sich nicht nur gut an, sondern besteht auch den Praxistest, wie Testfahrten mit dem neuen Octavia Scout in der Lüneburger Heide zeigten. Hier zeigte sich der Scout abseits befestigter Straßen auf lockerem Untergrund ebenso als zuverlässiger Begleiter wie bei der Fahrt durch Matsch und steile Anstiege auf lockerem Untergrund. Wer also ein Auto sucht, mit dem er nicht nur auf der Straße eine gute Figur abgegeben kann, sondern auch gelegentlich mal im Gelände unterwegs sein muss, ist mit dem Scout gut bedient.

Skoda Octavia Scout
Das Cockpit des Skoda Octavia Scout Skoda

Im Vergleich zum klassischen Octavia verfügt der Scout mit 17,1 Zentimetern über eine um 3,1 Zentimeter erhöhte Bodenfreiheit. Sie ermöglicht es, das Fahrzeug ohne Aufsetzen auch durch ruppigeres Gelände zu steuern. Dabei kann der Kunde zwischen drei Motoren wählen, einem Benziner und zwei Dieseln. Der 1.8 Liter TSI (ab 31.250 Euro) wartet dabei mit einer Leistung von 180 PS auf, den 2.0 TDI gibt es mit 150 PS (ab 30.250 Euro) und 184 PS (ab 32.650 Euro). Der Topdiesel feiert dabei sogar eine Premiere bei Skoda: Ihn gab es in dieser Motor-Getriebekombination mit Sechsgang-DSG zwar auch schon im Octavia RS, aber dort noch nicht mit der EU6-Abgasnorm.

Sportliche Beschleunigung

Der für uns gefahrene Topdiesel bietet dabei ein sattes Drehmoment von 380 Nm, das zwischen 1750 und 3250 Touren in der Minute anliegt. Der Scout wartet zudem mit einem sportlichen Antritt auf: in gerade einmal 7,8 Sekunden ist Tempo 100 erreicht, die Spitzengeschwindigkeit liegt bei 219 km/h. Den Weg dorthin vollzieht der Tscheche durchaus entspannt, wenngleich er beim Beschleunigen doch recht präsent wird. Der Scout soll sich laut Hersteller mit 5,1 Litern auf 100 Kilometern begnügen (CO2-Ausstoß 134 g/km).

Skoda Octavia Scout
Das Heck des Skoda Octavia Scout Skoda

Ein theoretischer Wert: bei den Testfahrten lag er bei knapp sieben Litern. Für ein Auto mit dieser Leistung und Allradantrieb ein guter Wert. Da Allradfahrzeuge von den Besitzern auch als Zugmaschine verwendet werden, hat Skoda die Zugkraft übrigens um 25 Prozent verbessert. Nun lassen sich zwei Tonnen ziehen.

Für die Tschechen kommt den Allradmodellen mit Blick auf die Wachstumsstrategie eine durchaus wichtige Bedeutung zu. So setzte das Unternehmen von 1999 bis Ende 2013 rund 386.400 Allrad-Fahrzeuge ab. Das entspricht rund 22 Prozent aller verkauften Octavia Combi, Yeti und Superb in diesem Zeitraum. Auf den Scout entfielen seit dem Marktstart im Jahr 2007 bis Ende des vergangenen Jahres 53.600 Auslieferungen. Das entspricht knapp acht Prozent der gesamten Octavia Combi Auslieferungen in diesem Zeitraum. Der neue Scout soll für einen noch höheren Anteil an den Verkäufen sorgen. Skoda erwartet einen Anteil von über zehn Prozent. Der neue Scout bringt alles mit, damit dieses Ziel auch erreicht wird.