Saab 9-3 Cabrio: Nur außen richtig schick

Saab 9-3 Cabrio © Foto: Saab

Saab-Fans kaufen die Autos des schwedischen Herstellers gerade wegen des eigenwilligen Designs. Das überarbeitete Cabrio 9-3 macht da keine Ausnahme, gänzlich überzeugen kann es aber nicht.

Stefan Grundhoff

Viele Autokäufer von heute möchten sich mehr denn je von ihrer Umgebung abheben. Das Schwedencabriolet Saab 9-3 ist in diesem Fall die ideale Besetzung für den eigenen Stellplatz.

Die erste Generation des 9-3 Cabrio hatte das zeitlose Edel-Image der ehemaligen 900er-Reihe verloren. Das aktuelle Modell soll wie seine erfolgreichen Vorgänger die ideale Alternative für all diejenigen darstellen, bei denen die deutschen 2+2-Cabrios nicht landen können.

Hinterteil ist ausdrucksstark wie immer

Das Heck.

Optisch fährt das Saab 9-3 Cabrio auf der Welle seiner Vorgänger. Auf den ersten Blick steht fest: Es ist ein Saab. Die Front zeigt sich im dynamischen 9-3-Outfit. Die Gürtellinie ist unverändert hoch und das Hinterteil eine Spur größer als bei der starken Konkurrenz.

Hinter den Sitzen verschwinden spurlos das Stoffdach und die Gepäckstücke. Hierfür stehen immerhin 352 Liter zur Verfügung.

In 20 Sekunden oben ohne

Das Stoffdach.

Das Stoffdach funktioniert deutlich besser als bei den Vorgängern. Es sitzt auch bei höheren Geschwindigkeiten perfekt. Auch auf Langstrecken lässt es sich bei geschlossenem Verdeck gut aushalten. Der wahre Cabriofan kann es jedoch kaum erwarten, das vollelektrische Dach endlich öffnen zu können. Dies geschieht innerhalb von 20 Sekunden und funktioniert selbst bei geringen Geschwindigkeiten.

Leider hält der bei Magna-Steyr im schweizerischen Graz gebaute Schwede das hohe Designniveau der Außenhaut innen nicht durch. Der Innenraum ist weit weniger elegant und gestylt. Hier gibt die Funktionalität den Takt vor.

Die Sitze sind bequem, lassen sich jedoch nur umständlich verstellen. Die Konkurrenz bietet in dieser Klasse bereits serienmäßig elektrische Sitze an. Hinten gibt es den bekannt kargen Platz eines 2+2-Sitzers. Bei offenem Dach kann man die Rückbank «cabriotypisch» niemandem zumuten. Doch im Normalfall sind im Saab 9-3 maximal zwei Personen unterwegs. Die werden von einem Windschott bis Tempo 100 angenehm geschützt.

80iger Jahre-Stil im Cockpit

Das Armaturenbrett sieht besonders altmodisch aus. Saab mag das mit Tradition begründen, doch im Grunde muss man einfach feststellen, so sahen Armaturentafeln in den 80er Jahren aus.

Keine Frage, die Bedienelemente lassen sich vorbildlich bedienen, aber das Auge wird nicht gerade vewöhnt. Instrumente und die klobige Mittelkonsole brennen geradezu darauf, bei einer Modellpflege gründlich überarbeitet zu werden. Nicht auszusetzen gibt es dagegen an der sehr guten Verarbeitung.

Wer im Saab 9-3 Cabrio angenehm motorisiert unterwegs sein möchte, sollte sich für den 2.0 t entscheiden. Der Vierzylindemotor mit der Saab-typischen Turboaufladung leistet 129 kW/175 PS. Das maximale Drehmoment von 265 Nm steht bei 2500 U/min zur Verfügung.

Elegante Seitenlinie.

Den Spurt von 0 auf 100 km/h schafft der Fronttriebler mit Automatik in trägen 10,8 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit lag bei gemessenen 212 km/h. Im Praxistest verbrauchte der meist geschlossen gefahrene Nordländer durchschnittlich 10,7 Liter Super auf 100 Kilometer.

Gelungene Fahrwerksabstimmung

Deutlich gewonnen hat der Bereich Fahrdynamik. Zwar gibt es nach wie vor eine Distanz zu der Konkurrenz von BMW, Mercedes und Audi, doch der offene 9-3 zeigt sich agiler denn je. Sein Leergewicht von knapp 1,7 Tonnen merkt man ihm hin und wieder auf der Hinterachse an. Die Karosserie ist verwindungssteifer und schluckt Unebenheiten deutlich souveräner als bisher. Gute Noten gibt es für die präzise Lenkung, die guten Bremsen und die gelungene Fahrwerksabstimmung.

Nicht auf der Höhe der Zeit zeigt sich jedoch die 1900 Euro teure Fünfgang-Automatik Saab Sentronic. Sie ist gerade bei niedrigen und hohen Drehzahlen ungenügend auf den Motor abgestimmt. Unmotiviertes hoch- und herunterschalten ist an der Tagesordnung. So möchte man in einem Cabriocruiser nicht unterwegs sein. Immerhin hat man jederzeit die Möglichkeit, auch manuell zu schalten.

Während die Komfortausstattung einige Wünsche offen lässt, zeigt sich die Sicherheitsausstattung gewohnt vollständig. Neben dem verstärkten Rahmen der Windschutzscheibe gibt es serienmäßig ESP, Traktionskontrolle, ABS, Front- und Seiten-/Kopfairbags. Zudem gibt es Kopfstützen hinten und einen Überrollschutz, der beim Überschlag innerhalb von Millisekunden ausfährt.

Mindestens Vector sollte es sein

Wer sich für ein Saab 9-3 Cabrio entscheidet, kommt um die Ausstattungsvariante Vector nicht herum. So sind Klimaanlage, elektrisches Dach, Soundsystem, 17-Zoll-Alufelgen, Nebelscheinwerfer, Multifunktions-Lenkrad und Ledersitze bereits an Bord. Ärgerlich ist, dass die Sitzheizung 325 Euro Aufpreis kostet.

Der Preis für ein Saab Cabrio 9-3 2.0 t Vector liegt bei 37.750 Euro. Sinnvolle Extras sind das Comfortpaket (Klimaautomatik, Regensensor, Tempomat, Park-Assistent) für 1100 Euro, Bi-Xenon-Scheinwerfer (750 Euro), Sitzheizung (325 Euro) und Navigationssystem (ab 2200 Euro).