Renault Captur E-Tech: City-SUV als Teilzeitstromer

Der Renault Captur bietet mehr als 50 Kilometer elektrische Reichweite. © Renault

Renault setzt auf einen steigenden Absatz seiner elektrifizierten Modelle. Dazu schicken die Franzosen nach dem Zoe ab sofort den Clio, Captur und den Megané Grandtour an den Start.

Während der Clio über einen Hybridantrieb verfügt, werkelt in den anderen beiden Modellen ein Plug-in-Hybrid. Bis 2022 will Renault übrigens insgesamt 22 Modelle mit Hybridantrieb im Angebot haben.


So aufgestellt sieht sich der Hersteller gewappnet, die ab 2021 geltenden strengen CO2-Grenzwerte von 95 g/km zu erfüllen und Strafzahlungen zu vermeiden. Seine Zuversicht schöpft Renault dabei auch aus der gerade erfolgten Erhöhung der Kaufprämie auf 6750 Euro, die der Hersteller von sich aus auf 7500 Euro aufgestockt hat.

Kaufprämie aufgestockt

„Dass nun die Kaufprämie verdoppelt wurde, wird zu einer deutlich gesteigerten Nachfrage nach unseren elektrifizierten Modellen führen“, ist sich Alexander Albrecht sicher, der bei Renault das Produktmarketing verantwortet. Vor der Erhöhung der Innovationsprämie waren die internen Planungen davon ausgegangen, dass der Captur, Megane und der Clio auf einen Anteil von rund 20 Prozent am Absatz dieser Baureihe kommen kann.

Blick auf die Mittelkonsole mit dem großen Touchscreen. Foto: Renault

Nun ist man weitaus optimistischer, erwartet bei den förderungsfähigen E-Tech-Modellen Captur und Megane einen „deutlich höheren Anteil als die ursprünglich geplanten 20 Prozent“, sagt Albrecht, der sich nicht auf eine Prozentzahl festlegen lassen möchte. Doch angesichts der aufgestockten Umweltprämie für Plug-in-Hybride von 7500 Euro erscheint ein Baureihenanteil von deutlich über 50 Prozent realistisch zu sein, möglicherweise sogar etwas mehr.

Alternative Antriebe werden beliebter

Zugleich stehen die Antriebsarten Plug-in-Hybrid und Elektro bei den Kunden hoch im Kurs: Während die Nachfrage im Jahr 2020 nach Benzinern um neun Prozent auf 55 Prozent und vom Diesel um 27 Prozent auf 35 Prozent im Antriebsmix im Vergleich zu 2015 gesunken ist, steigt die von E-Autos um 769 Prozent (Anteil 4 Prozent), die von Hybriden auf 652 (4 Prozent) und die von Plug-Hybriden um 571 Prozent (2 Prozent). Doch mit einer Kaufprämie von 6750 Euro bzw. bis zu 7500 Euro wie bei Renault dürfte der Anteil der PHEVs deutlich steigen.

Das trifft insbesondere auf den Captur E-Tech 160 Plug-in-Hybrid zu. Als SUV steht es bei den Kunden per se hoch im Kurs – und entsprechend geht auch Renault davon aus, dass der Captur den Absatz der elektrifizierten Modelle im Portfolio deutlich steigern dürfte. Bei den Testfahrten hinterließ der Captur E-Tech jedenfalls einen guten Eindruck. In Kombination mit seinem 1,6 Liter Benzinmotor und den 67 PS starken Elektromotoren kommt der Captur auf eine Systemleistung von 158 PS – mehr als genug für ein Fahrzeug dieser Klasse.

Bis zu 65 Kilometer Reichweite

So unterwegs ermöglicht der Captur in Kombination mit dem Multimode-Getriebe ein maximales Drehmoment von 300 Nm, was für einen kraftvollen Vortrieb sorgt. Drückt man den Starterknopf, herrscht, wie man es von E-Autos kennt, Stille. Auch das Anfahren wird elektrisch erledigt. Je nach Fahrprofil ermöglicht es einem der Captur, entweder im Hybridmodus unterwegs zu sein oder auch nur im reinen E-Modus (Pure) zu fahren. Dazu muss man nur eines der entsprechend Fahrprofile (Pure, Sport, MySense) wählen. Zugleich kann man dem Captur auch den Befehl (E-Save)geben, dass er sich seine elektrische Reichweite solange aufspart, bis er sie beispielsweise für die Einfahrt in die Stadt benötigt.

Insgesamt ermöglicht einem die 9,8 kWh starke Batterie eine reine elektrische Reichweite von 65 Kilometer in der Stadt beziehungsweise kombiniert von 52 Kilometer. Das sind Angaben, die bei den Testfahrten in Brühl im Bereich der Realität zu liegen scheinen. In Aussicht gestellt wird ein Verbrauch von übrigens 1,5 Litern (NEFZ) auf 100 Kilometern.

Drei Stunden für eine Aufladung

Der Renault Captur E-Tech kostet ab 32.752 Euro. Foto: Renault

Dieser Wert ist indes nur dann zu erreichen, wenn man insbesondere elektrisch unterwegs ist. Wo dieser Wert in der Realität exakt liegt, dafür bedarf es längerer Testfahrten. Ist die Batterie leer, dauert die Aufladung an der Haushaltssteckdose fünf Stunden, bei einer Ladeleistung von 3,7 kW sind es drei Stunden.

Abseits dieser technischen Aspekte kann der Captur durch eine wertige Verarbeitung, sein gutes Raumangebot, einem ansehnlichen Touchscreen und einer verschiebbaren um 16 Zentimter verschiebbaren Rücksitzbank überzeugen. Damit lässt sich das Kofferraumvolumen von 265 auf 379 Liter steigern.

In der Summe seiner Eigenschaften hinterlässt der Captur einen stimmigen Eindruck. Und je nach Fahrprofil ermöglicht es einem der Captur E-Tech auch eine vollektrische und damit zumindest lokal emissionsfreie Mobilität. Das alles hat natürlich seinen Preis: der Captur steht mit 32.752 Euro in der Preisliste, vor Abzug aller Prämien.

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein
Bitte geben Sie Ihren Namen ein