Range Rover Evoque: Keine Experimente

Der Range Rover Evoque ist der Bestseller der Briten © Land Rover

Der Range Rover Evoque ist der Bestseller im Modellprogramm der Briten. Die Neuauflage des SUV kommt am 6. April zu den Händlern.

Um die Unterschiede zum Vorgänger zu erkennen, muss man aber schon sehr genau hinschauen. Die hoch ansteigende Gürtel- und abfallende Dachlinie ist ebenso geblieben wie die wuchtige Front oder die bis zu 21 Zoll großen Räder, die dem Designer-SUV seine knackig-kompakte Form geben.


Ins Auge fallen die Türgriffe, die nun ebenso wie beim Range Rover Velar automatisch ein- und ausfahren. Auch die schmalen LED-Scheinwerfer, jetzt optional auch mit Matrix-Funktion, sowie die LED-Rückleuchten zitieren den größeren SUV-Bruder.

Coupé und Cabrio nicht mehr im Angebot

Ansonsten fährt der neue Evoque mit unveränderten 4,37 Meter Länge auf der neuen „Premium-Transversale-Architektur“ (PTA) von Jaguar Land Rover mit leicht gestreckten Radstand und größerer Geräumigkeit. Das bedeutet: zwei Zentimeter mehr Kniefreiheit für die Fondpassagiere, ein größeres Handschuhfach, zusätzlicher Stauraum im Mitteltunnel und eine breitere Ladeöffnung fürs Heckabteil, das mit 591 bis maximal 1383 Liter zehn Prozent mehr Volumen aufnehmen kann. Angeboten wird allerdings nur noch der Fünftürer. Die dreitürige Coupé-Version wird ebenso wie das darauf aufbauende Cabrio aus dem Programm gestrichen.

Das Interieur nimmt Anleihen beim Range Rover Velar. So findet sich auch hier ein zweiter 10-Zoll-Touchscreen-Monitor (optional) auf der breiten Mittelkonsole, mit dem sich die Navigation- und Infotainment-Anzeigen zeitgleich darstellen lassen. Dazu erscheint, ebenfalls gegen Aufpreis, hinterm Lenkrad ein weiteres 12,3 Zoll großes Instrumentendisplay, mit dem sich weitere Fahrerinformationen anzeigen lassen. Ansonsten verleihen glatte Flächen, horizontale Linien sowie hochwertige Materialien auch dem kleinsten Range Rover ein wohnlich-elegantes Ambiente. Als Alternative zur Lederausstattung können die Kunden wie im Velar das Kvadrat-Wollmischgewebe mit recyceltem Kunststoff oder ein neues Eukalyptus-Textilgewebe wählen.

Was es dagegen nicht mehr gibt, ist der ausfahrende Zylinder für die Fahrstufenauswahl, der laut des deutschen Jaguar Land Rover-Geschäftsführers Jan-Kas van der Stelt „auf Wunsch der Kunden“ einem konventionellen Hebel gewichen ist.

Blick durch die Motorhaube

Das Cockpit im Range Rover Evoque. Foto: Land Rover

Ein Hingucker im Wortsinne ist der „Smart View“-Innenspiegel, der sich auf Knopfdruck in einen hochauflösenden Video-Bildschirm einer nach hinten ausgerichteten Dachkamera verwandelt. Auch wenn die Weitwinkelperspektive zunächst etwas gewöhnungsbedürftig erscheint, erlaubt sie doch trotz des kleinen Heckfensters oder bei dachhoch beladenem Heckabteil den freien Blick auf den rückwärtigen Verkehr. Und noch eine Kamera-Technologie feiert im neuen Evoque verblüffende Weltpremiere.

Der „ClearSight Ground View“ ermöglicht quasi einen Blick durch die Motorhaube auf die Spurführung der Vorderräder. Für die Fahrt über Stock und Stein entwickelt, ist das System auch in der alltäglichen Praxis bei hohen Bordsteinen oder Rangieren in engen Parklücken hilfreich.

Die neue PTA-Plattform schafft aber auch Platz für den elektrifizierten Antrieb. So sind mit Ausnahme des Basisdiesels alle Motoren des neuen Evoque mit einem 48-Volt-Mild-Hybridantrieb in Form eines Riemen-Starter-Generators ausgestattet. Das System unterstützt beim Anfahren und gewinnt beim Bremsen Energie zurück, wodurch die Briten Spriteinsparungen von bis zu sechs Prozent versprechen. In den kommenden 12 Monaten sollen außerdem eine Plug-in Hybridversion sowie Dreizylinder-Motoren die Flottenverbräuche weiter drücken.

Preistreiber Allrad und Automatik

Den Anfang jedoch machen je drei Vierzylinder-Diesel und -Benziner, allesamt nach Euro 6d-TEMP zertifiziert, mit zwei Liter Hubraum, Turboaufladung sowie Leistungen von 150 PS bis 300 PS. Allein der Einstiegsdiesel kommt serienmäßig mit Frontantrieb und 6-Gang-Schaltgetriebe, alle übrigen Motoren sind ab Werk mit Allradantrieb und 9-Gang-Automatikgetriebe gekoppelt. Das treibt zwar den Preis um rund 5000 Euro in die Höhe, macht aber auch die zweite Evoque-Generation zu einem ebenso kompetenten wie komfortablen Begleiter auf und abseits der Straße.

Dafür verfügt der Wagen über das Terrain Response 2-System aus dem großen Range Rover, das die wechselnden Untergründe automatisch erkennt und alle wichtigen Fahrsysteme entsprechend einstellt. Sollte es tatsächlich mal richtig dicke oder rutschig wird, lassen sich die passenden Geländefähigkeiten auch per Touchscreen manuell aktivieren. Selbst Wasserlöcher und Flussquerungen sind dank der um 10 auf 60 Zentimeter erhöhten Watttiefe kein Hindernis mehr.

Das Heck des Range Rover Evoque. Foto: Land Rover

Doch so selbstverständlich wie auch dieser Range Rover querfeldein fahren kann, ist die bevorzugte Gangart der britischen Lifestyle-SUV nach wie vor das entspannte Cruisen auf Asphalt. Vor allem der 240 PS starke Twinturbo-Diesel weiß hier dank wuchtiger 500 Newtonmeter Drehmoment mit mühelosem Antritt und souveräner Laufruhe zu überzeugen. Im direkten Vergleich wirkt der Benziner mit 249 PS dagegen fast schon etwas zu hektisch, auch wenn er die Tempo-100-Marke in 7,5 Sekunden zwei Zehntel schneller erreicht und mit 230 km/h dem Selbstzünder auch in der Spitze die LED-Rücklichter zeigt. Beiden gemein ist eine feinfühlige Lenkung, mit dem sich die mehr als 1,8 Tonnen schwere Fuhre geschmeidig durch die Kurven steuern lässt.

Einstieg ab 37.350 Euro

Um all das zu erleben, sind jedoch wenigstens 47.800 Euro für die Benziner-Variante P250 oder 48.800 Euro für Diesel D240 in der Basisausführung, immerhin schon mit LED-Schweinwerfern, Klimaautomatik, Rückfahrkamera sowie Aufmerksamkeits-, Spurhalte- und Notfallbremsassistent, zu zahlen.

Darüber rangieren drei weitere Ausstattungsvarianten, die den Preis in der Topversion Range Rover Evoque HSE auf 62.500 Euro respektive 63.142 Euro treiben – plus weiterer Pakete und Optionen. Ab Juni geht es auch günstiger. Dann startet der Basisdiesel mit 150 PS ab 37.350 Euro, allerdings nur mit Frontantrieb und 6-Gang-Schaltgetriebe.

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