Opel Insignia Country Tourer: Gewappnet für den Winter

Der Insignia Country Tourer in Action
Der Insignia Country Tourer ist auch abseits unterwegs. © Opel

Der Opel Insignia ist ein häufig unterschätztes Auto. Doch warum nur? Das Flaggschiff der PSA-Tochter bietet alles, was das Fahrerherz erfreut.

Wie viele Hersteller offerieren auch die Rüsselsheimer von der Kombi-Version des Insignia eine Art Offroad-Light-Version, die in diesem Fall Country Tourer heißt und immer mit einem Allrad-Antrieb und ein wenig passender Verkleidung (Plastikplanken) daher kommt. Zudem ist in dieser Version das sogenannte Flexride-Fahrwerk mit automatischer Stoßdämpfer-Einstellung an Bord.


Genau dieses Modell dieses Modell haben wir in Kombination mit dem großen 2,0-Liter-Biturbo-Diesel (210 PS) mit einem Grundpreis von 43.375 Euro getestet.

Insignia im Wettbewerb zum VW Passat

Eigentlich handelt es sich bei diesem Modell ja um einen Wettbewerber des VW Passat oder des Ford Mondeo. Wohlmeinende könnten ihn auch mit den Premium-Modellen in diesem Segment, also mit dem 3er-BMW oder der Mercedes C-Klasse vergleichen. Was die Fahrzeuggröße anbelangt, ist der Opel jedoch aus der Mittelklasse längst rausgewachsen. Der Kombi kommt mittlerweile auf eine Länge von 5,00 Metern, was ihn sogar um 5 Zentimeter über ein Fahrzeug der oberen Mittelklasse, wie das T-Modell der E-Klasse, herauswachsen lässt.

Opel hat das Cockpit modernisiert. Foto:Opel
Aufgeräumt ist das Cockpit des Insignia Country Tourer. Foto: Opel

Es überrascht daher kaum, dass der Insignia speziell als Kombi unglaublich viel Platz zu bieten hat. Zwar liegt das maximale Laderaumvolumen bei Verzicht auf die Nutzung der Rücksitze mit 1665 Litern über 100 Liter unter dem eines Passat, dafür macht sich die Fahrzeuglänge vor allem auf den Rücksitzen sehr positiv bemerkbar. Hier können sich selbst wirklich groß gewachsene Mitfahrer bequem räkeln, genießen sowohl großzügige Kopf- wie Beinfreiheit. Das Kofferraumvolumen bei normaler Nutzung beträgt 560 Liter, was an fast allen Tagen im Autojahr mehr als genug sein dürfte.

Glänzendes Fahrwerk

Auch als Fahr-Zeug kann der Insignia glänzen. Die Opel-Ingenieure haben den Fünftürer (natürlich auch die Limousine) wunderbar abgestimmt – komfortabel, aber nicht schwammig. Die Achtgang-Automatik arbeitet zwar nicht gerade superschnell, findet aber immer den passenden Gang. Zur Country-Tourer-Variante passt natürlich der starke Diesel ausgezeichnet. Das maximale Drehmoment von 480 Newtonmetern liegt schon bei 1.500 U/min an, was eine entspannte Fahrweise fördert. Auch die Fahrleistungen sind okay. Opel hat wohl darauf verzichtet, aus dem Motor alle Reserven rauszukitzeln, 228 km/h Spitze und 8,2 Sekunden für den Standardspurt sind ja auch ausreichend.

Allerdings hat man in manchen Situationen, speziell bei starken Beschleunigungen nicht unbedingt das Gefühl, mit immerhin 210 PS und Allradantrieb unterwegs zu sein. Dann wirkt die Beschleunigung zwar nicht zäh, aber zäher als man es nach den Papierangaben erwarten durfte. Aber: geschenkt. Was wirklich ärgert ist bei einem Fahrzeug dieser (Preis-)Klasse, dass der Motor derzeit nur nach Euro 6c und nicht etwa nach Euro 6d-temp zertifiziert ist. Und der Testverbrauch von knapp 9 Litern bei weit überwiegend sehr moderater Fahrweise ist schlicht zu hoch.

Übersichtliches Cockpit inklusive

Die Seitenlinie des fünf Meter langen Inisgnia. Foto: Opel

Punkten kann der Opel hingegen wieder mit seinem aufgeräumten, übersichtlichen Cockpit, bequemen Sitzen und einem modernen Infotainment-System. Lediglich das Navi hat uns nicht vollends überzeugt, so führte es uns zum Beispiel bei der Suche nach einer Tankstelle in einer Großstadt dreimal zu Orten, an denen es nicht nur offensichtlich keine gab, sondern auch nie eine gegeben hatte.

Unter dem Strich fällt das Resümee der gemeinsamen Zeit mit dem Insignia allerdings deutlich positiv aus. Der Opel überzeugt mit viel Platz und Komfort zu einem noch angemessenen Preis. Und wer einfach nur auf unseren Straßen und nicht ständig auf Waldwegen unterwegs ist und daher auf den Auftritt mit einem Möchtegern-SUV verzichten kann, greift zum normalen Kombi mit gleichem Motor und spart noch ein paar Tausender ein. (SP-X)

3 Kommentare

  1. Nie wieder Opel!
    wir haben den Vorgänger als Sportstourer mit Allrad. Nach ganzen 63000km ist nun der Allrad am Ende. Wer nach Haldex und insignia sucht im Internet, der wird schnell das Trauerspiel erkennen. Es ist kein Wartungsintervall vorgesehen, entsprechend ist der Filter auch nicht von außen zu wechseln, das Öl kostet 140€/l bei VW fürs gleiche Öl 35€/l etc.
    Das Infotainment ist schrott. Stürzt zwischendurch ab, mal iat z.B. der. Bildschirm schwarz, die Lautstärke ist nicht mehr über den Drehknauf veränderbar und nur noch übers Lenkrad, mal geht die Lenkradsteuerung nicht mehr, allgemein ist das alles sehr langsam und wenig intuitiv aufgebaut.

    Um die Hänger Kupplung auszuklappen (sehr wenig Hänger gefahren), muss man unters Auto greifen. Manche Hersteller bekommen das aus dem Kofferraum hin und nicht im Dreck. Das digitale Kombi ist super schlecht genutzt, da wäre mehr möglich. Zurücksetzten des Tageskilometertählers ist unnötig kompliziert.
    Klappt man die Rückbank um und will das Gepäcknetz einrichten zum Absichern, ist das Sonderzubehör. Und zwar ein anderes Netz als das man hinter den Sitzen hat, wenn diese nicht umgeklappt sind. (wtf?)
    Das klappt im golf 4 besser…
    Die AGR Sitze sind super! Verarbeitung ist auch gut.
    nenenenenene….

  2. Eine kaputte Haldex Kupplung ist kein Opel Alleinstellungsmerkmal. Das hatte mein Tiguan schon nach kurzer Zeit. Vielleicht sind deutsche Autos im allgemeinen anfälliger geworden.

  3. Hab den Vorgänger auch mit 4×4 Diesel. An sich ein schönes Auto. Allerdings ist der Allradantrieb mit der 6er Automatik echt anfällig. Opel sagt zwar, dass die Automatik und die Haldex wartungsfrei sind, aber das ist ne glatte Lüge. Unbedingt alle 80tkm das Getriebeöl und alle 60tkm das der Haldex wechseln. Dann passiert in der Regel nicht viel. Macht man das nicht, dann passieren die ganzen teuren Sachen von denen man überall liest…

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