Opel Insignia Country Tourer: Für kleine Abenteuer

Dritte Variante des Flaggschiffs

Der Country Tourer ist die dritte Variante des Insignia
Der Insignia Country Tourer mag es rustikal. © Opel

Trotz des Booms bei den SUV gibt es auch noch Anhänger rustikaler Kombis. Opel schickt erneut die Offroad-Variante Country Tourer in den Schnee und Matsch.

Nach Grand Sport im Frühjahr und Sports Tourer im Sommer ergänzt seit Ende Oktober der Country Tourer die Modellpalette des Opel Insignia. Anders ausgedrückt: Der Limousine und dem Kombi des Mittelklassemodells wird nun ein Kombi im Offroad-Stil zur Seite gestellt. Dieser steht in Verbindung mit dem 121 kW/165 PS starken 1,5 Liter-Benziner ab 34.885 Euro in der Preisliste. Mit dem neuen 2,2-Liter-Biturbo-Diesel (154 kW/210 PS) kostet er inklusive Allrad und Achtstufenautomatik mindestens 42.725 Euro.


Sie heißen Alltrack, Allroad, Cross Country oder wie bei Opel eben Country Tourer. Gemeint sind Kombis, denen mithilfe einiger Anbauteile ein SUV-ähnlicher Auftritt verschafft wird. Für Kunden also, die keinen SUV fahren wollen, aber doch ein wenig von Abenteuer und Freiheit träumen.

Opel Insignia fast immer mit Allradantrieb

So bringt wie schon in der ersten Generation des Insignia die Country Tourer-Version rustikalen Chic in das Rüsselsheimer Flaggschiff. Schwarze Kunststoffverkleidungen um die Kotflügel sowie rund um den unteren Fahrzeugbereich, ein silberfarbener Unterbodenschutz aus Aluminium und die Dachreling verleihen dem Kombi einen kernigen Anstrich. Zudem verfügt das Auto über eine 2,5 Zentimeter höhere Bodenfreiheit als der Standardkombi. Allrad gibt es auch: Mit Ausnahme des 165 PS-Benziners sind die anderen angebotenen Motoren mit 4×4-Antrieb erhältlich. Bei den Spitzentriebwerken, dem Zweiliter-Turbobenziner mit 191 kW/260 PS und dem neuen 2,0-Liter-Biturbo-Selbstzünder mit 154 kW/210 PS erfolgt m Kombination mit einer Achtstufenautomatik standardmäßig die Kraftverteilung auf alle vier Räder. Für das Volumenaggregat, den125 kW/170 PS starken Diesel, bietet Opel Allrad als Option an.

Trotz der Offroad-ähnlichen Zutaten geht der Insignia jedoch nicht Naturbursche durch. Die bodenständige Lederhosen- oder Dirndl-Attitüde entspricht mehr den modischen Kleidermodellen, die auf dem Münchner Oktoberfest getragen werden als klassischen Trachten. Als Arbeitsgerät eines Försters wird das fünf Meter lange Fahrzeug schon aus Gründen der Wendigkeit nicht zum Einsatz kommen. Für kleine Abenteuer abseits der befestigten Straßen reicht es aber allemal. Schmutzig machen darf man sich mit dem Country Tourer auf jeden Fall.

Drei Fahrmodi zur Auswahl

Der Insignia Country Tourer in Action
Der Insignia Country Tourer ist auch abseits unterwegs. Foto: Opel

Erste Testfahrten mit dem neuen Biturbo-Diesel (ab 42.725 Euro) führten auch über vermatschte und kurvige Bergstraßen. Das Allradsystem hatte keine Mühen mit dem leicht rutschigen Untergrund und auch die leicht verschneiten Straßen stellte das System vor keine großen Herausforderungen. Das bullige Drehmoment des Motors von 480 Nm sorgte indes für souveräne Kraftverteilung und liegt bereits bei 1500 Umdrehungen an. Das serienmäßige „Flex-Ride“-Fahrwerk ermöglicht die Wahl zwischen den drei Fahrmodi Normal, Tour und Sport. Die Modi können zudem individuell konfiguriert und so Lenkbefehlumsetzung oder Stoßdämpfereinstellung nach eigen Vorlieben festgelegt. Einzig die Achtgang-Automatik trübte hin und wieder durch ihre nicht immer ganz geschmeidige Arbeitsweise das Fahrvergnügen.

Kein unwichtiges Kriterium: Bis zu 1805 Kilogramm dürfen an den Haken genommen werden. Beim kleinen Diesel sind es 2200 Kilogramm. Die Übersicht aufs Verkehrsgeschehen geht in Ordnung, eine hohe Sitzposition wie in einem SUV ermöglicht der Country Tourer natürlich nicht. Als Normverbrauch gibt Opel 7,2 Liter an. Ein Wert, der auf den geschwindigkeitslimitierten Schweizer Straßen durchaus erfahrbar war. Die Höchstgeschwindigkeit von 228 km/h konnte hier allerdings nicht getestet werden. Dafür halfen diverse Helfer wie der adaptive Geschwindigkeitsregler, die Verkehrsschild-Erkennung sowie das Headup-Display bei der Beachtung der Tempolimits.

Aufgeräumtes Interieur

Opel hat das Cockpit modernisiert
Aufgeräumt ist das Cockpit des Insignia Country Tourer. Foto: Opel

Der Kombi zählt zu den langen Vertretern seiner Klasse. Anders als bei der Vorgängergeneration passen jetzt Länge und Raumangebot deutlich besser zusammen. Das Interieur ist aufgeräumt, die unübersichtliche Knöpfchenvielfalt der vorigen Generation wurde zugunsten einer einfachen Bedienung per Touchscreen und einigen Drehschalter abgelöst. Und auch bei der wichtigen Eigenschaft Kofferraumvolumen muss sich der Lastenträger jetzt nicht mehr verstecken. Es variiert zwischen 560 und 1665 Litern. Bei umgeklappten Rücksitzlehnen passen Gegenstände mit bis zu zwei Metern Länge hinein.

Die Mehrkosten für den Country Tourer betragen ausstattungsbereinigt 1235 Euro. Natürlich weckt auch der rustikale Opel noch zahlreiche Individualisierungswünsche wie für Leder, Navi oder das adaptive LED-Matrix-Licht. Das Headup-Display kostet zum Beispiel 995 Euro Aufpreis. Praktisch sind auch das beheizbare Lenkrad (195 Euro) und der ergonomische Fahrersitz (390 Euro). Schließlich soll ja bei aller Naturverbundenheit die Bequemlichkeit nicht zu kurz kommen. Und wer auf das robust wirkende Erscheinungsbild keinen Wert legt, kann natürlich auch den normalen Kombi mit Allrad ordern. (SP-X)

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Der diplomierte Religionspädagoge arbeitete neben seiner Tätigkeit als Gemeindereferent einer katholischen Kirchengemeinde in Berlin in der Sportredaktion der dpa. Anfang des Jahrtausends wechselte er zur Netzeitung. Seine Spezialgebiete waren die Fußball-Nationalelf sowie der Wintersport. Ab 2004 kam das Autoressort hinzu, ehe er 2006 die Autogazette mitgründete. Seit 2018 ist er als freier Journalist unterwegs.

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