Opel Grandland X Hybrid: Stimmiges Gesamtpaket

Opel Grandland X Hybrid: Stimmiges Gesamtpaket
Der Opel Grandland X Hybrid hat eine Leistung von 224 PS. © Mertens

Die Plug-in-Hybride bei Opel kommen beim Kunden an. Beim Mittelklasse-SUV Grandland X entscheidet sich mittlerweile etwas mehr als ein Drittel der Kunden für diesen Antrieb.

Dabei stehen Plug-in-Hybride (PHEV) in der Kritik. Der Grund: Viele Nutzer laden ihr Fahrzeug schlicht nicht auf. Macht es also keinen Sinn, sich ein Auto wie der Opel Grandland X Hybrid zuzulegen?


Es kommt darauf an. Darauf, ob man den Grandland X Hybrid auch regelmäßig an die Steckdose hängt. Wer sein Ladekabel nicht im Kofferraum vergisst, der kann mit dem Plug-in-Hybrid von Opel durchaus effizient unterwegs sein. Das vor allem im Stadtverkehr. Hier kann man bei einer maximalen elektrischen Reichweite von 57 Kilometer das Gros seiner täglichen Strecken auch lokal emissionsfrei zurücklegen. Dafür bietet der Grandland X einen so genannten Elektro-Modus. Sprich: Drückt man ihn, ist der Grandland X ausschließlich mit dem E-Motor unterwegs. im Angebot ist übrigens auch der E-Save-Modus. Damit kann man sich elektrische Restreichweite für die Fahrt in die Stadt aufsparen.

224 PS Systemleistung

Kundinnen und Kunden von Opel scheinen das Antriebskonzept des Grandland X zu mögen. Schaut man auf die Zulassungszahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA), dann entschieden sich in den ersten drei Monaten des Jahres von den insgesamt abgesetzten 5918 Einheiten 1995 Käuferinnen und Käufer für einen Plug-in-Hybriden. Der Grund für die große Nachfrage nach PHEVs liegt auch in der Kaufprämie, die sich bei dem Grandland X Hybrid (ab 44.690 Euro) immerhin auf 7177 Euro beläuft. In dieser Höhe werden Fahrzeuge mit einem Nettolistenpreis von unter 40.000 Euro gefördert.

Im Mitteldisplay des Opel Grandland X Hybrid lässt sich eSave einstellen. Foto: Opel

Für diesen Preis bekommt der Kunde beim Grandland X die Variante mit Frontantrieb und einer Systemleistung von 224 PS. Davon entfallen 180 PS auf den 1.6 Liter Turbobenziner und 110 PS auf den E-Motor. Mit dieser Systemleistung ermöglicht der 4,48 Meter lange Grandland X in Kombination mit der gut abgestimmten Achtgang-Automatik sportliche Beschleunigungswerte. Bis Tempo 100 vergehen gerade einmal 8,9 Sekunden, die Spitzengeschwindigkeit ist bei 225 km/h erreicht. Rein elektrisch sind 135 km/h möglich. Man kann also auch sportlich, wenn man will.

40 Kilometer elektrische Reichweite

Doch wer sich für ein elektrifiziertes Auto entscheidet, der möchte vor allem effizient unterwegs sein. Gut, die in Aussicht gestellten 57 Kilometer haben wir nicht erreicht. Bei unseren Testfahrten – bei Temperaturen um die zwei Grad – standen am Ende 40 Kilometer auf dem Bordcomputer.

Doch auch für die täglichen Strecken zur Arbeit oder zum Einkaufen reicht das allemal. Vorausgesetzt natürlich, dass die Batterie geladen ist.

Onboard-Charger mit 3,7 kW

Optisch ansprechend: das Heck des Opel Grandland X Hybrid. Foto: Mertens

Wer im Hybridmodus unterwegs ist, dem wir ein Verbrauch von 1,5 Liter und ein Stromverbrauch von 16,1 kWh in versprochen – auch das haben wir nicht erreicht. Wir kamen nach einer gefahrenen Strecke von 63 Kilometern auf einen Verbrauch von 1,7 Liter und 18,4 kWh – bei umsichtiger Fahrweise und mit geladener Batterie. Das ist für ein Auto mit einem Gewicht von fast 2,3 Tonnen nicht schlecht. Wer es indes versäumt, die Batterie zu laden, der kann sich auf einen Verbrauch um die sieben bis acht Liter einstellen.

Wer die 13,kWh große Batterie an einer Haushaltssteckdose mit dem serienmäßigen Onboard-Charger (3,7 kW) lädt, der braucht dafür 7:20 Stunden, an einer Wallbox mit dem 7,4 kWh starken Charger und Mode-3-Kabel sind es 1:50 Stunden. Mit Blick auf die Verbrauchswerte sollte sich die Frage erübrigen, ob man lädt oder nicht. Wem das aus welchen Gründen zu lange ist, der sollte die Finger von einem PHEV lassen und zum Diesel greifen.

Das Fahren jedenfalls im Grandland X Hybrid überzeugt. Das Zusammenspiel zwischen Benziner und E-Motor verläuft für den Fahrer unmerklich. Das Wechselspiel zwischen den Antrieben wurde von den Ingenieuren harmonisch ausgelegt. Das trifft auch auf die Lenkung zu, die eine gute Rückmeldung gibt. Wer möchte, der kann den Grandland X übrigens auch als Allradvariante bekommen. Dann stehen 300 PS zur Verfügung, der Preis steigt dann allerdings auch auf 51.190 Euro an. Günstig ist der Grandland als Plug-in-Hybrid nicht – sei es nun als Fron- oder Allradler – dafür bietet er aber ein stimmiges Gesamtpaket.

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