Nissan Micra: Mehr Power für den Kleinen

Der überarbeitete Nissan Micra. Foto: Nissan
Den Nissan Micra gibt es nur noch mit Benzinmotoren. © Nissan

Nissan hat den Micra überarbeitet. Der Modellpflege fiel der Diesel zum Opfer.

Stattdessen starten jene Nissan Micra mit den aufgeladenen 0,9-Liter-Dreizylinder-Benzinern jetzt mit 74 kW/100 PS (statt vormals 90 PS), auf Wunsch lassen sich auch 86 kW/117 PS generieren, wenn es der Direkteinspritzer sein soll. Damit satteln die Japaner propere 27 Pferdchen drauf beim Topmodell. Sparfüchse, die ohnehin wenig fahren, bekommen für 11.990 Euro noch immer den 52 kW/71 PS starken Saugmotor.


Für den Turbo-Saugrohreinspritzer IG-T 100 werden mindestens 15.390 Euro fällig, während der DIG-T 117 schon wenigstens 18.190 Euro erfordert.18.390 Euro werden fällig, wenn der 100 PS starke Turbo sein Drehmoment an ein stufenloses Automatikgetriebe weiterreicht. Wofür man sich auch entscheiden mag – die Verbräuche (NEFZ) rangieren zwischen 4,5 und fünf Litern, am Kraftstoffkonsum dürfte die Micra-Wahl also kaum entschieden werden.

Einstiegsvariante reicht völlig aus

Wer keine Lust auf manuelles Schalten hat, ist quasi auf die 100 PS-Variante abonniert – und die reicht völlig aus. Beim CVT gibt es jetzt fest programmierte Übersetzungswerte, von denen der Automat in der Regel nicht abweicht. Drückt man das Pedal also nieder, verharrt der durchaus charakteristisch sirrende Dreizylinder nicht wie von diesem System sonst bekannt vor dem Drehzahlende, sondern geht mit den Touren herunter, wenn das Getriebe gleich einen Sprung im Übersetzungswert macht.

Ob der Aufpreis für die 17 Pferde mehr lohnt, entscheidet womöglich der optische oder haptische Geschmack. Wer beispielsweise die mindestens 19.900 Euro teure „N-Sport“-Ausführung haben will, kommt nicht um den stärkeren Direkteinspritzer herum, der mit einem manuellen Sechsgang-Getriebe kombiniert wird. Das in diesem Fall mit Alcantara bezogene Armaturenbrett verleiht dem Stadtflitzer einen gewissen Chic. Ein bisschen Carbon hier, das unten flache Lenkrad dort – zusammen mit dem schwarzen Dachhimmel macht der sportliche Micra Appetit.

Fahrspaß mit dem Nissan Micra

Das Heck des Nissan Micra. Foto: Nissan
Dank verstärkter Leistung wurde auch der Fahrspaß mit dem Micra angehoben. Foto: Nissan

Eine Ausfahrt mit dem ohnehin schon keck gezeichneten Japaner bringt durchaus Fahrspaß. Der aufgeladene Otto zerrt kräftig an den Vorderrädern, sobald die Abgasturbinen ihre Arbeit aufgenommen haben, um das Viermeter-Vehikel antriebstechnisch zum Vollwerter zu machen. Und dank direkter Lenkung erscheint der Kleine zudem auch in Kehren recht fahraktiv.

Selbstverständlich muss man in heutigen Vertretern des so genannten B-Segments platztechnisch nicht mehr darben. Vorn kommen sich zwei durchschnittlich gewachsene Passagiere keineswegs in die Quere. Und sofern kein Zweimeter-Riese Platz genommen hat, sind selbst längere Strecken im Fond kein Problem.

Nissan Micra mit digitaler Grundvorsorgung

Das Cockpit des Nissan Micra. Foto: Nissan
Die digitale Versorgung im Micra ist gesichert. Foto: Nissan

Als kleiner Hinweis an die jüngere Generation sei versichert, dass der Nissan zumindest die wesentlichen Merkmale einer digitalen Grundversorgung beherrscht. Auf dem hinreichend großen und ordentlich aufgelösten Bordmonitor laufen sowohl diverse Smartphone-Integrationen wie Apple CarPlay und Android Auto plus. Das ist eine etwas teurere werksinterne Lösung, die zwar ähnlich gut navigiert, es aber auch dann tut, wenn die Handyversionen wegen der mangelnden Serviceabdeckung ihren Dienst quittieren.

Als Schlusswort sei gesagt, dass die jetzt etwas bissigeren Motoren natürlich die derzeit bestmögliche Abgasnorm Euro 6d-Temp erfüllen, das geht ja auch nicht anders. Allerlei Assistenten inklusive Spurhaltekontrolle und Autonombremsung gibt es gegen 500 Euro Aufpreis. Insofern kann man mit dem Nissan Micra beruhigt, komfortabel wie sicher und dank schickem Design (Zweifarblackierungen sind möglich) gut angezogen in die Zukunft fahren. (SP-X)

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Der diplomierte Religionspädagoge arbeitete neben seiner Tätigkeit als Gemeindereferent einer katholischen Kirchengemeinde in Berlin in der Sportredaktion der dpa. Anfang des Jahrtausends wechselte er zur Netzeitung. Seine Spezialgebiete waren die Fußball-Nationalelf sowie der Wintersport. Ab 2004 kam das Autoressort hinzu, ehe er 2006 die Autogazette mitgründete. Seit 2018 ist er als freier Journalist unterwegs.

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