Neuer Italo-GTI

Grande Punto Abarth © Foto: Abarth

Abarth ist wieder auf der Piste und mit seiner neuen, traditionsreichen Sportmarke bringt Fiat gleich den ersten Renner an den Start: den Grande Punto Abarth.

Von Stefan Grundhoff

Das Design des Sportmodells mit Namen Grande Punto Abarth ist unauffällig. Die Farben weiß und rot geben stilecht den Ton an. Durch geänderte Leuchteneinheiten, Schweller, Spoiler und Alufelgen hat man keinen Zweifel an einem sportlichen Trainingspartner. Der rot hinterlegte Abarth-Schriftzug über dem Schweller lässt einen kurz vom Porsche Carrera träumen. Das neue rot strahlende Fiat-Markenemblem sucht an dem Athleten übrigens vergebens. Allein die gefährlichen Skorpion-Logos der Marke Abarth zieren In- und Exterieur. Alles in allem präsentiert sich der erste Abarth der neuen Zeitrechnung alles andere als aufdringlich. Zu wenig um ein echter Sportler zu sein?

Muntere Kraftentfaltung

Das gilt zumindest für die Motorleistung. Der 1,4 Liter große Vierzylinder mit Turboaufladung ist mit seinen 115 kW / 155 PS sportlich, aber nicht bullig motorisiert. Die Kraftentfaltung geht munter von statten und eine per Sporttaste zuschaltbare Boost-Funktion sorgt für zusätzlichen Dampf. Statt der üblichen 206 Nm bei 5.000 Touren stehen bei 3000 U/min dann 230 Nm Drehmoment zur Verfügung.

Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 208 km/h und der Spurt 0 auf 100 km/h fliegt in 8,2 Sekunden vorbei. Der Durchschnittsverbrauch dürfte bei rund acht Litern Super auf 100 Kilometern liegen. Auf der Rennstrecke fährt sich das Paket flott und dynamisch. Aber etwas mehr Dampf sollte es bei einer speziell deklarierten Sportmarke wie Abarth schon sein. Schließlich ist man längst nicht mehr in einer federleichten Rennsemmel, sondern in einem ausgewachsenen Kleinwagen größerer Dimension mit rund 1,2 Tonnen Leergewicht unterwegs. Mini bietet in dieser Liga mit dem John Cooper Works 210 PS, Opel mit dem kraftvollen Corsa OPC 192 und selbst der VW Polo ist mit 180 PS zu bekommen.

Wer will, der kann

Das Lenkrad im Grand Punto Abarth Foto: Press-Inform

Wer mehr will, kann auch bei Fiat mehr bekommen; kommt jedoch um einen Tuning-Kit mit dem Namen „esseesse“ nicht herum. Dürfte der gewöhnliche Grande Punto Abarth bei seiner Markteinführung in der zweiten Jahreshälfte 2008 knapp 18.000 Euro kosten, so muss man für den „esseesse“ ein sattes Aufgeld von mindestens 5000 Euro zahlen. Im Preis enthalten Brembo-Sportbremsen, 18-Zoll-Radsatz, ein größerer Turbo mit 180 PS bei 2.750 U/min und deutlich mehr Fahrspaß. Er schafft 215 km/h Spitze, 0 auf 100 km/h in 7,7 Sekunden und leistet eindrucksvolle 272 Nm Drehmoment.

Die Bremsen sind am Abarth von Brembo Foto: Press-Inform

Wer Sportlichkeit will und den Namen Abarth liebt, sollte sich mit dem ausgewogenen und sehr angenehm zu bewegenden Grande Punto Abarth daher nicht zufrieden geben. Mit dem Sportkit sieht das ganze schon ganz anders aus. Hier genießt man im Grenzbereich die strafferen Federn, das abgesenkte Fahrwerk und die direkte Lenkung. Der Seitenhalt der Sitze könnte gerne noch etwas strammer sein, doch der Turbo zieht die Aufmerksamkeit schnell wieder auf die Straße.

Kurvenhatz

Grande Punto Abarth Foto: Abarth

Gierig durchzischt der knackige Italiener lange Kurven und enge Kehren. Das Heck könnte eine Spur agiler sein; der Vorderwagen ist dagegen ungemein agil und trägt ebenso zum Lustgewinn des Piloten bei wie das angenehm leichtgängige Sechsgang-Getriebe. ESP ist Serie, lässt sich jedoch für den wirksamen Rennstreckeneinsatz nicht ausschalten. Gut, dass es Abarth wieder gibt. In Italien ist der Grande Punto bereits zu bekommen. Der deutsche Markt muss noch rund ein Jahr warten.