Mitsubishi Outlander PHEV: Ein SUV, das piept

Der Mitsubishi Outlander PHEV bietet eine Reichweite von bis zu 54 Kilometer. © Mertens

Es war nie günstiger, elektrisch zu fahren. Darauf setzt auch der japanische Autobauer Mitsubishi mit dem Outlander Plug-in-Hybrid.

Und das nicht erst seit diesem Jahr, in dem das Steuerprivileg für Dienstwagen mit Elektroantrieb in Kraft getreten ist. Die Japaner versuchen den Absatz ihres SUV mit einer aufgestockten Umweltprämie zu befördern.


So haben die Japaner ihren Anteil am Umweltbonus um 4000 Euro auf damit 6500 Euro aufgestockt. Mit dem Bundesanteil von 1500 Euro kann der Kunde sich beim Kauf oder Leasing eines Outlander PHEV über eine Preisersparnis von 8000 Euro freuen. Das ist eine Ansage. Mit dieser Kaufprämie kann man den mit 37.990 Euro in der Preisliste stehenden Outlander in der Basisversion bereits für 29.990 Euro fahren. Für unseren Testwagen mit Topausstattung werden übrigens fast 50.000 Euro fällig. Auch das ist eine Ansage.

Mitsubishi Outlander PHEV mit 54 Kilometer Reichweite

Sparen ist ja schön und gut. Aber lohnt es sich überhaupt, den Outlander in die engere Wahl zu ziehen? Kommt drauf an, wo man ihn fahren will. Wer in einer Großstadt wie Berlin lebt, der sollte sich die Anschaffung des Outlanders genau überlegen.

Das Cockpit im Mitsubishi Outlander. Foto: Mitsubishi

Klar, man kann mit ihm theoretisch mit der 13,8 kWh starken Batterie nach dem NEFZ-Zyklus 54 Kilometer rein elektrisch fahren und damit etwas für sein grünes Gewissen tun. Schließlich ist man lokal emissionsfrei unterwegs. Das ist ohne Frage immer noch besser, als sich einzureihen in die vielen großen SUVs mit reinem Verbrennerantrieb, mit denen Berliner Eltern morgens die Zufahrtsstraßen vor den Grundschulen verstopfen.

Doch wirklich Freude macht das nicht, zumindest nicht in Berlin. Dafür ist der fast zwei Tonnen schwere und fast 4,70 Meter lange und 1,80 Meter breite Outlander einfach zu groß, um sich mit ihm durch den Großstadtverkehr zu kämpfen und vor allem auf Parkplatzsuche zu gehen. Mit seinen technischen Möglichkeiten samt Allradantrieb ist er vielmehr ein Fahrzeug für die, mit ihm auch regelmäßig ins Gelände gehen. Denn dort kann man sich mit ihm wohlfühlen. Sein Allradantrieb erlaubt dank eines Lock-Modus, der die Kräfte ausgeglichen an Vorder- und Hinterachse verteilt, eine optimale Traktion selbst unter schwierigen Bedingungen.

Rein elektrisch dank EV-Modus durch die Stadt

Der Mitsubishi Outlander bietet zwei Steckplätze zur Aufladung. Foto: Mertens

Wer beispielsweise als Förster oder in der Landwirtschaft arbeitet, für den ist der Outlander ein ideales Gefährt. Wer als Pendler aus dem Umland den Weg in die Stadt antrifft, der findet in ihm ein ideales SUV. Denn die elektrische Reichweite kann dank eines sogenannten Save-Modus für die Fahrt in der Innenstadt aufgespart werden. Wer dann in der Stadt unterwegs ist, kann durch Drücken des EV-Modus ausschließlich elektrisch fahren. So etwas gibt es zwar auch bei anderen PHEVs, doch es ist immer wieder eine feine Sache.

Dass die 54 Kilometer nicht mehr als rein theoretischer Wert sind, braucht nicht extra erwähnt zu werden. Bei unseren Testfahrten in Berlin pendelte sich die Reichweite um die 41 Kilometer ein. Doch was ist mit der Rekuperation? Die gibt es. Sie lässt sich sogar mittels den Schaltpaddels in sechs Stufen justieren. Doch wo man in anderen PHEVs die Batterie selbst in der Stadt merklich durch die Bremsenergierückgewinnung aufladen kann, geschieht dies im Outlander eher verhalten. Im Stadtverkehr ist im Ladebalken der Batterie kein Zugewinn an Kilometern feststellbar.

Doch da die Batterie immer über eine Grundspannung von rund zehn Prozent verfügt, ist durch die Rekuperation beim Bremsen oder Ausrollen des Fahrzeuges gewährleistet, dass man zumindest wieder etwas einige Hundert Meter elektrisch fahren kann. Ein Mitsubishi-Sprecher versichert auf Nachfrage, dass bei Abfahrten in den Bergen die Batterie deutlich auflädt – und das dann auch sichtbar im Ladebalken.

Charge-Modus nicht wirklich sinnvoll

Optional kann man den Outlander natürlich an der Ladestation aufladen oder man kann in den Charge-Modus wechseln. Dann lädt der Verbrenner die Batterie in 40 Minuten zu 80 Prozent auf. Dass das nicht besonders ökologisch ist, versteht sich von selbst. Zudem wird der Outlander in diesem Modus doch arg laut. Das nervt. Wem also eine leere Batterie droht, der sollte schnell eine Ladestation anfahren, wenn er denn elektrisch fahren mag. An einer Schnellladestation vergehen bis zu einer Aufladung auf 80 Prozent übrigens rund 25 Minuten.

Wer mit dem Outlander mit aufgeladener Batterie unterwegs ist, der kann sich indes über ein ausgesprochen laufruhiges Auto mit einer guten Leistungsentfaltung freuen. Der 2,4 Liter Benziner bringt es auf eine Leistung von 135 PS und eine Drehmoment von 211 Nm, die zwei E-Motoren auf 82 PS vorn und 95 PS hinten. Mit dieser Systemleistung von 224 PS kann man sehr beruhigt unterwegs sein. Den Sprint auf Tempo 100 erledigt der Outlander in anständigen 10,5 Sekunden. Rein Elektrisch ist eine Höchstgeschwindigkeit von 135 km/h möglich, im Hybridmodus sind es 170 km/h. Das reicht – so oder so.

Auch fahrdynamisch hinterlässt der Mitsubishi Outlander einen guten Eindruck. Mit ihm kann man auch ohne Mühe schneller durch die Kurven fahren. Wankbewegungen sind so gut wie keine feststellbar. Das ist alles recht anständig – und nicht zu kritisieren.

Ständiges Piepen nervt

Das Heck des Mitsubishi Outlander. Foto: Mertens

Wenn etwas an diesem Mitsubishi Outlander wirklich nervt, dann ist es das ständige Piepen: Fast egal, welchen Knopf man drückt, es piept. Drückt man den Knopf für den Bordcomputer (der sich versteckt neben dem Lenkrad befindet), es piept. Der Spurhalteassistent piept bereits bei der kleinsten Abweichung. So etwas muss wirklich nicht sein – und hinterlässt einen negativen Eindruck bei einem sonst durchaus überzeugenden Auto. Doch bis auf einige Warnhinweise der Assistenzsysteme lässt sich das über die Fahrzeugeinstellungen im Infotainmentsystem deaktivieren.

Wer übrigens noch nie einen Mitsubishi gefahren ist und die Tankstelle anfahren muss, für den beginnt ein Suchspiel. Statt den Tankdeckel per Druck auf die Tankklappe zu öffnen, muss ein Hebel unterhalb des Fahrersitzes gezogen werden. Zeitgemäß ist anders. Aber wer einen Outlander kauft und nicht nur testet, der weiß das im Idealfall nach der Einführung durch den Händler bei der Übergabe des Fahrzeuges. Spätestens aber nach dem ersten Tankversuch nach Blick in die Bedienungsanleitung.

Die Chancen, dass sich die Verkaufszahlen des Mitsubishi Outlander erhöhen, stehen mit Beginn dieses Jahres übrigens gut – nicht nur wegen der aufgestockten Umweltprämie. Denn seit dem 1. Januar gilt das Steuerprivileg für Dienstwagen mit E-Antrieb. Statt einem geldwerten Vorteil von einem Prozent braucht man nur noch die Hälfte versteuern. Damit ist der Mitsubishi Outlander durchaus auch eine Überlegung als Dienstwagen, wenn denn der Einsatzzweck stimmt.

2 Kommentare

  1. Bin vor 2 Monaten auf einer Testfahrt (mit 2019 2.4 PHEV Model) gewesen. Ziemlich entschlossen das ich es auch kaufe…bis mir diese piepen erlebt habe, das geht gar nicht! Egal was für ein Auto, ich zahle doch nicht 50tsd um stets genervt zu sein!? Wer macht das denn, was ist los da beim Mitsubishi überhaupt?!? Hab es nur deswegen nicht gekauft, finde ich es generell nicht schlecht, drinnen kleines hinten der zeit geblieben aber das stört mich persönlich nicht, aber diese stetige piepen und immer wieder und überall, das ginge einfach nicht… Also geht die suche nach 4×4 PHEV bei mir wohl weiter…

  2. Hallo,
    das Piepsen nimmt sofort ab, wenn man statt der TOP-Ausstattung die plus-Variante wählt. Die ist dann zwar ohne die vielen elektronischen Helferlein, aber mit allem, was man wirklich braucht, incl. Standheizung, Lenkradheizung, Sitzheizung etc.. Ich fahre den Outlander PHEV jetzt seit knapp einem Jahr und bin sehr zufrieden damit.

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