Mitsubishi Space Star: Warten auf Lisa

Der Space Star von Mitsubishi kommt nun auf eine Länge von 3,85 Metern. © Mitsubishi

Der Mitsubishi Space Star kommt an diesem Wochenende in dritter Generation auf den Markt – und bedient dabei das Klischee eines Frauenautos. Wir sind den Kleinwagen bereits gefahren.

„Schicker, komfortabler, sicherer.“ Mit diesen drei Attributen charakterisiert Mitsubishi Generation drei seines City-Flitzers, der vor sieben Jahren debütierte und nach einem Facelift im Jahr 2016 nun vollkommen neukonzipiert vorfährt.


Der typische Space Star-Fahrer ist weiblich und ziemlich jung – so sieht man es bei Mitsubishi Deutschland, dem größten europäischen Markt für den kleinen City-Helden. Der Bestseller der Japaner machte im vergangenen Geschäftsjahr fast 40 Prozent (38,3 Prozent) des Gesamtergebnisses der Friedberger aus.

Entsprechend groß ist die Freude bei Geschäftsführer Kolja Rebstock, der neue Superlative verkünden kann: „Wir feiern unseren besten Jahresstart seit 20 Jahren.“ Mitsubishi, sonst an Platz drei hinter Toyota und Mazda, rutschte im Januar im Ranking der japanischen Hersteller mit einem Marktanteil von 1,7 Prozent erstmals auf Platz zwei in Deutschland vor. Mit 4228 Neuzulassungen legte Mitsubishi um 28,5 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat zu. Gleichwohl ist Rebstock zurückhaltend in der Bewertung des weiteren Jahresverlaufs. Zu viele Unwägbarkeiten hält das automobile Jahr für alle Hersteller bereit.

Schaltgetriebe oder CVT-Automatik

Das Cockpit im Mitsubishi Space Star ist schlicht gestaltet. Foto: Mitsubishi

Doch zurück zum neuen Space Star: Keck und selbstbewusst lässt es sich mit ihm durch Amsterdam fahren, wo außer zigtausend Fahrrädern auch zu Wasser flotte Fortbewegung angesagt ist. Eigentlich die perfekte Spielwiese für Elektro-Fahrzeuge. Doch der wendige, auf 3,85 Meter gestreckte Space Star hat keinerlei Berührungsängste, im Strom der niederländischen Hauptstadt mit zu schwimmen. Wenn man mit ihm schon nicht elektrisch fahren kann, dann zumindest sehr effizient.

Je nach Motorisierung kommt der Dreizylinder-Benziner – der mit 71 PS oder 80 PS im Angebot ist – auf einen Verbrauch von 4,5 bis 4,7 Liter Sprit auf 100 Kilometer und einem CO2-Ausstoü von 102 g/km bis 108 g/km. Serienmäßig ist der Space Start mit einem manuellen 5-Gang-Getriebe oder optional mit einem stufenlosen CVT Getriebe unterwegs. Könnte man ihn bereits flächendeckend mit CO2-neutralen synthetischen Kraftstoffen betanken, schlüge er die vollelektrischen Kollegen in seinem Segment bei der Gesamtbetrachtung von Produktion bis Ende des Lebenszyklus. Auf alle Fälle gibt der Kleine sich umweltbewusst. Er ist mit seinem Leergewicht von 860 Kilogramm leichter geworden, das Übersetzungsverhältnis des Getriebes wurde optimiert und er hat serienmäßig einen Dachspoiler, der den Luftwiderstandswert verbessert und gleichzeitig richtig sportlich aussieht.

Schon wegen seines dynamischen Auftritts, aber auch spätestens auf der Autobahn hätte der eine oder andere allerdings gerne wenigstens zehn Pferdchen mehr unter der Haube.

Lisa  und ihr Space Star

Genauso selbstbewusst wie der neue Space Star ist auch seine mutmaßliche Besitzerin. Diese Generation exemplarisch und damit stereotypisch vertritt Lisa, mit gemitteltem Alter von 27 Jahren und dem anno 1993 beliebtesten Vornamen. Mitspieler ist ihr gleichaltriger Freund Jan, den sie gerne in ihrem Auto chauffiert, so meint es zumindest das Marketing des japanischen Importeurs.

Dank des automatischen Antriebs Continuous Variable Transmission (CVT) zum Aufpreis von 1100 Euro kann Lisa geschmeidig dahingleiten, muss sich nicht mit Schaltvorgängen beschäftigen. Also der ideale City-Shopper für Frauen? Überhaupt in erster Linie ein Frauenauto?

Der Space Star verfügt über vier Türen. Foto: Mitsubishi

Zumindest die Broschüre zum neuen Space Star huldigt der jüngeren weiblichen Generation. Getreu der Soap „Sex and the City“ schlendern auf der Titelseite zwei Frauen nach erfolgreichem Power Shopping und mit etlichen Einkaufstaschen bestückt freudig lächelnd zu ihrem Space Star. Der erwartet sie in der neuen Farbe Citrin-Gelb Metallic, die, geht es nach den Marketingstrategen, soll es Lebensfreude versprühen. Für Männer ist in dieser Inszenierung nur eine Nebenrolle vorgesehen. Sie gehören der Erfahrung nach eher zur Kategorie SUV und damit zum Plug-in Hybrid Outlander, ein für Mitsubishi ebenso enorm wichtiges und sehr beliebtes Modell. Kurzum: Der neue Space Star als praktischer City-Flitzer ist von Mitsubishi vorrangig als reines Frauen-Auto konzipiert.

Kleiner Flitzer ganz groß

Minderwertigkeitskomplexe brauchen weder Space Star noch Fahrer oder Fahrerin haben. Unter allen japanischen Modellen ist der Kleinwagen in Deutschland die unangefochtene Nummer eins. Und nein, er kommt nicht ‚from outer Space‘, sondern gibt sich völlig bodenverhaftet. Statt nach dem All zu trachten, konzentriert sich der Space Star auf den irdischen Raum, den seines Platzangebotes und schöpft da aus dem Vollen. Das Plus von fünf Zentimetern an Länge ist nicht nur optisch vorteilhaft, es verschafft den Insassen des Fünfsitzers auch ein verbessertes Raumerlebnis. Optimierte Sitzbezüge in gefälligem Design erfüllen den gesteigerten Qualitätsanspruch ihrer Nutzer.

Vor allem aber sein Antlitz hat der Space Star radikal verändert. Auch er hat die „Dynamic Shield“ Front und ist damit offiziell in die Mitsubishi Modellfamilie aufgenommen. Das Anliegen von Chefdesigner Tsunehiro Kunimoto war es, jedem Modell sein unverwechselbares Äußeres zu geben. Beim Space Star zeigt sich der optische Feinschliff nun im prägenden größeren oberen Lufteinlass mit Chromzierleisten und überarbeitetem Stoßfänger vor der stärker konturierten Motorhaube. Aber auch das Heck ist komplett neu. Im Innenraum kann sich Lisa wahlweise für ein neues Lederlenkrad und für Chrom- und Klavierlack-Applikationen entscheiden. Und natürlich kann sie ihr Smartphone direkt ins Fahrzeug einbinden, so dass sie ihre Apps auf dem 6,5-Zoll Touchscreen nutzen kann.

Vielzahl von Assistenten im Angebot

Das Heck des Mitsubishi Space Star sieht ansprechend aus.  Foto: Mitsubishi

Start-Stopp gibt es erstaunlicherweise weder bei der Intro Edition noch bei der Intro Edition+. Mitsubishi sagt dazu, man sei schon seit geraumer Zeit daran, das System flächendeckend in allen Modellen anzubieten. Schließlich zählt jedes Gramm CO2, wollen die Hersteller die strengen Emissionsauflagen erfüllen und Strafzahlungen vermeiden.

Mitsubishi misst seinem wichtigsten Fahrzeugmodell ein Potenzial von mehr als 22.000 Einheiten jährlich bei. Etliche männliche Führerscheinbesitzer vom Schlage eines Jan werden sich mit Sicherheit auch unter die Fahrerinnen mischen. Denn das neue Modelljahr rollt erheblich markanter auf die Straße – und das zu einem attraktiven Preis von unter 10.000 Euro für die Intro Edition

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