Mehr Durchzug für 600 Euro

Fahrbericht Fiat Bravo 2.0 Multijet 16V

Der Fiat Bravo 2.0 © Foto: Fiat

Fiat setzt beim erfolgreich gestarteten Bravo nach. Um der immer stärker werdenden Selbstzünder-Konkurrenz aus Deutschland Herr zu werden, soll ein 165 PS starker Topdiesel nun die neue Speerspitze sein.

Von Stefan Grundhoff

Downsizing hin oder her. Es geht eben nicht immer eine Nummer kleiner. Auch wenn Fiat zusammen mit Kompaktklasse-Konkurrent Volkswagen zu den Vorreitern bei der Produktion von kleinen, leistungsstarken Triebwerken zählt, hat man beim neuen Bravo 2.0 Multijet draufgesattelt - um weiter mithalten zu können. Und zwar nicht nur bei der Leistung, sondern auch beim Hubraum. Statt der 1.910 Kubikzentimeter des bekannten 150-PS-Diesels sind es beim neuen Modell gerade einmal kümmerliche 46 Kubikzentimeter mehr. Zusammen mit der geänderten Motorelektronik, einer anderen Einspritzanlage und dem modifizierten Turbolader schafft das jedoch ein Leistungsplus von 11 kW / 15 PS auf 121 kW / 165 PS Maximalleistung. Nicht weitert spektakulär, wären da nicht ein deutlich besserer Durchzug und der geringere Verbrauch. «Unser neuer Zweiliter-Diesel hat durchaus noch Potential nach oben. Deshalb haben wir den Hubraum leicht angehoben. So ist es einfach das bessere Paket», erklärt Entwickler Klaus Schühle, «Downsizig um jeden Preis bringt nichts.»

Geforderte Vorderachse

Der 4,34 Meter lange Fiat Bravo 2.0 Multijet bringt durch die Modifikationen 360 statt bisher 305 Newtonmeter maximales Drehmoment an der Vorderachse, die gerade bei nasser oder rutschiger Fahrbahn an der Grenze des Übertragbaren werkelt. So würde man sich gerade im Grenzbereich für den 165 PS starken Fiat Bravo eine Verbesserung wünschen: einen Allradantrieb. Doch während Volkswagen seinen Golf schon längere Zeit auch als 4Motion anbietet und auch die nächsten Generationen von Opel Astra und Ford Focus wohl keinen Bogen mehr um eine kompakte 4x4-Technik machen können, muss der Fiat seine Leistung ohne weitere Unterstützung auf den Asphalt bringen. In schnell gefahrenen Kurven spürt man die gelungene Feder-Dämpfer-Abstimmung ebenso wie das hohe Fahrzeuggewicht von über 1,4 Tonnen.

Weniger Verbrauch

Der Fiat Bravo Foto: Fiat

Der Durchzug des modifizierten Triebwerks aus niedrigem Drehzahlbereich ist eindrucksvoll. Das mächtige Drehmoment steht bereits ab 1.750 Touren zur Verfügung und macht bei solidem Fahrbahnbelag einen Spurt von null auf hundert in 8,2 Sekunden möglich. Die Höchstgeschwindigkeit von 215 km/h könnte beeindruckender sein. Mehr als ausreichend ist es allemal. Dass der Bravo trotz Mehrleistung nur noch 5,3 statt bisher 5,6 Liter Diesel auf 100 Kilometern verbraucht, dürfte die Kritiker ruhig stellen, die einem leistungsstarken Commonrail-Diesel in dieser Klasse eine Absage erteilen. Noch sparsamer wird es nur mit einer Start-Stopp-Automatik, die bei Fiat im Frühjahr 2009 beim 500er Premiere feiern soll.

Gutes Platzangebot

Das Copckpit Foto: Fiat

Die Sportsitze sind bequem, könnten jedoch noch etwas mehr Kontur vertragen. Schaltknüppel und Sportlenkrad liegen gut in der Hand und der Blick auf die übersichtlichen Instrumente gibt selbst unerfahrenen Fiat-Piloten keine Rätsel auf. Störend bleiben die Bedienung des Lichtschalters am Lenkstockhebel und die altertümlich anmutenden LCD-Anzeigen zwischen den Analoguhren, von Radio und Klimatisierung. Hier gibt es modernere Displays. Eine Stärke des Italieners ist das Platzangebot. Dank des 2,60 Meter langen Radstandes gibt es ordentlichen Komfort in beiden Sitzreihen. Der Kofferraum fasst zwischen 400 uns 1.175 Liter.

Serienmäßig mit Klimaanlage

Fiat Bravo Foto: Press-Inform

Um die Sportlichkeit zu unterstreichen, wird der Fiat Bravo 2.0 Multijet nur in den Versionen Sport und Sport Plus angeboten. Der Basispreis des Bravo 2.0 Multijet Sport liegt bei 25.100 Euro. «Damit ist das neue Topmodell gerade einmal 600 Euro teurer als der 150-PS-Diesel», so Fiat Deutschland-Geschäftsführer Manfred Kantner. Serienmäßig im Sportpaket enthalten sind unter anderem manuelle Klimaanlage, Lederlenkrad, 17-Zoll-Alufelgen, Sportsitze und ein strafferes Fahrwerk. Sinnvolle Extras sind das Soundsystem (ab 160 Euro), Navigationssystem (ab 700 Euro), Sitzheizung (180 Euro), Klimaautomatik (400 Euro) und Xenonlicht (680 Euro).