Mazda CX-30: Eleganter Lückenfüller

Der Mazda CX-30 positioniert sich zwischen dem CX-3 und dem CX-5. © Mazda

Trotz eines großen Angebots von SUVs tun sich immer wieder Lücken im Angebot auf. Eine solche hat Mazda in seinem Portfolio zwischen CX-3 und CX-5 mit dem Crossover CX-30 entdeckt.

Obwohl die Kritik an SUVs derzeit nicht abreißt, werden sie von den Kunden gekauft und beflügeln den Absatz der Hersteller. Auch für Mazda hat sich das SUV-Segment zu einem Verkaufsschlager entwickelt. Allein mit den beiden Modellreihen CX-5 und CX-3 generieren die Japaner aktuell mehr als 55 Prozent ihres Umsatzes in Deutschland.


Was liegt da näher als mit dem CX-30 eine weitere SUV-Line einzuziehen. Mit 4,40 Meter Länge und 2,66 Meter Radstand kommt der zwar dem CX-5 (4,55 /2,70 Meter), der bislang das SUV-Pendant im Kompaktsegment darstellte, verdächtig nahe. Doch dessen Nachfolger soll in Zukunft in deutlich größeren Dimensionen und sogar mit Sechszylinder-Motoren zum kommenden SUV-Flaggschiff ausgebaut werden.

So wird der neue CX-30 künftig die Rolle des kompakten SUV übernehmen. Folgerichtig sollte er eigentlich CX-4 heißen. Die Bezeichnung hatte Mazda allerdings schon an einen größerer SUV in China vergeben, der mit Schützenhilfe der Japaner entstanden ist.

Konkurrenz für Technikspender Mazda 3

Wie die Name schon andeutet, basiert der neue SUV auf der technischen Plattform des zuletzt vorgestellten Mazda 3. Technik, Motoren und Ausstattung sind nahezu identisch, womit der SUV mit massigem Body und coupéähnlicher Dachlinie bei gerade mal 1000 Euro Preisunterschied dem erfolgreichen Kompaktmodell verdächtig auf die Pelle rückt. Denn neben seiner guten Figur und der intuitiven Bedienung bietet der CX-30 vor allem die SUV-typischen Vorteile des bequemeren Einstiegs, der erhöhten Sitzposition und der besseren Übersicht. Punkten kann der CX-30 außerdem mit einem besseren Sitzkomfort und dem variablerem Kofferraum, der mit 430 Litern auf Augenhöhe mit Wettbewerbern wie dem Nissan Qashqai (430), Hyundai Tucson (425) oder dem Skoda Karoq (430) liegt.

Der Innenraum des MAzda CX-30. Foto: Mazda

Ebenso qualitativ hochwertig wie schön anzusehen ist die Gestaltung des Interieurs. Das Cockpit ist sportlich, symmetrisch auf den Fahrer zugeschnitten und glänzt mit einer dezenten, bis hin zur Lichtintensität, einheitlich gehaltenen Instrumentierung. Immer ab Werk an Bord ist ein 8,8 Zoll großer, rechteckiger Bildschirm, der mittig aus der Armaturentafel ragt und per groß dimensioniertem Dreh-Drück-Touch-Rad in der Mittelkonsole intuitiv bedient wird. Das funktioniert zwar einfach und selbsterklärend, doch wirken Bildausschnitt und Anzeigen im Vergleich zu den inzwischen üblichen Dimensionen im Segment etwas mickrig.

Head-up-Display serienmäßig

Was man von der Ausstattung ganz und gar nicht behaupten kann. So schaut der Fahrer serienmäßig auf ein Head-up-Display, das seine Daten in die Frontscheibe projiziert. Auch eine Klimaanlage ist immer ab Werk an Bord. Und im Infotainmentsystem findet sich neben dem üblichen Audiosystem mit acht Lautsprechern, Digitalradio, USB-Anschluss und Smartphone-Integration sogar ein SD-Navigationssystem. Die

Auch die Motoren stammen allesamt aus dem Mazda 3. Dabei macht hüben wie drüben der 2-Liter-Benziner mit 122 PS den Anfang. Auch im CX-30 zeigt sich der Sauger als munteres Aggregat, das zwar mit 10,6 Sekunden auf Tempo 100 keine Bäume ausreißt, dafür aber durch unaufgeregte Kraftentfaltung und auffällige Laufruhe überzeugt. Das Fahrwerk ist europäisch straff, aber ausreichend komfortabel abgestimmt. Das serienmäßige Sechsgang-Getriebe schaltet exakt und ohne große Hakelei, ebenso wie die Lenkung präzise auf Fahrers Befehle reagiert. Ab Werk fährt jeder Motor serienmäßig mit einem Mild-Hybridsystem und einer Zylinderabschaltung, die noch ein paar Tropfen Sprit einsparen sollen. Im WLTP-Verbrauch sollen es 5,1 bis 6,0 Liter (116 – 136 g/km CO2) sein. Wir hatten bei unseren Fahrten über limitierten Autobahnen und hügelige Landstraßen eine deutliche 7 vor dem Komma stehen.

Topmotorisierung „Diesotto“

Die Seitenlinie des Mazda CX-30. Foto: Mazda

Etwas sparsamer zeigt sich der Skyactiv-D 1.8 genannte Diesel mit 116 PS (85 kW), der sich im Mittel mit nur 4,4 bis 5,0 Liter (116-129 g/km CO2) nach WLTP begnügen soll. Der Selbstzünder zieht mit seinen 270 Nm Drehmoment zwar ausreichend kräftig an, schnarrt jedoch deutlich hörbar, wenn er sich im städtischen Stop-and-Go oder beim Überholen anstrengen muss. Und auch auf der langen und schnelleren Geraden bleibt das 1,8-Liter-Aggregat durch sein charakteristisches Arbeitsgeräusch präsent, wenn auch nicht weiter störend. Größeres Manko: der Diesel erfüllt zurzeit nur die Abgasnorm Euro 6d-Temp, wohingegen die Benziner schon die ab 2021 verbindliche Abgasnorm Euro 6d aufweisen.

So auch der neue Skyactiv-X-Motor, mit 180 PS die Topmotorisierung im CX-30, der die Vorteile eines konventionellen Benziners mit der Effizienz eines Dieselmotors nutzen soll. Das von Mazda entwickelte Brennverfahren Spark Controlled Compression Ignition (SPCCI) erlaubt einen nahtlosen Wechsel zwischen dieseltypischer Kompressionszündung und konventioneller Fremdzündung per Zündkerze. So kann der Motor mit einem extrem mageren homogenen Kraftstoff-Luft-Gemisch arbeiten, was deutliche Vorteile im Verbrauch bringen soll. Mazda gibt hier WLTP-Werte von 4,6 bis 5,6 Liter an, was tatsächlich dem Diesel nahe käme.

Alle Motoren mit Front- und Allradantrieb kombinierbar

Auf der Straße ist von alledem nicht viel zu spüren. Der „Diesotto“-Motor ist zwar ausreichend kräftig, besitzt mit 224 Nm Drehmoment auch ordentlich Schmackes in punkto Antritt und Beschleunigung. Von der Dynamik und Durchzug eines vergleichbar starken Diesels aber ist er weit entfernt. Dafür ist er akustisch etwas präsenter als sein konventionelles Benziner-Pendant.

Alle Motoren lassen sich wahlweise mit dem Sechsgang-Schaltgetriebe und Sechsstufen-Automatik sowie mit Front- und Allradantrieb kombinieren. So startet der Mazda CX-30 ab 24.290 Euro, exakt einen Tausender mehr als der Mazda 3. Das Automatikgetriebe kostet 2000 Euro, der Allradantrieb 2500 Euro mehr. Den Diesel gibt es ab 26.590 Euro, das Topmodell mit dem Skyactiv X-Motor ist ab 26.790 Euro zu bestellen. Zusammen mit dem Allradantrieb und dem Automatikgetriebe kostet der CX-30 dann in der teuersten Variante 32 990 Euro.

Üppige Serienausstattung

Das wuchtige Heck des CX-30 von Mazda. Foto: Mazda

Allerdings bekommt man auch was fürs Geld. Neben den erwähnten Head-up-Display und Navigationssystem gibt es schon in der Basisversion neben Voll-LED-Scheinwerfern, Licht- und Regensensoren oder Ein- und Ausparkhilfe eine Vielzahl von Assistenzsystemen, die oft nicht mal in höheren Klassen zur Serie gehören. Darunter ein radargestützer Abstandstempomat mit Staufunktion, Verkehrszeichenerkennung sowie Spurwechsel- und Notbremsassistent mit Fußgänger- und Radfahrererkennung. „Damit kommen wir unseren Kunden entgegen, die in der Mehrzahl ohnehin die guten bis sehr guten Ausstattungen buchen“, sagt Produktmann Carsten Grönke.

Er rechnet sogar damit, dass sich 90 Prozent für die Topausstattung Selection (plus 1700 Euro) entscheiden, die für jeweils 1700 Euro Aufpreis unter anderem eine Klimaautomatik, elektrische Heckklappe, Sitzheizung, Rückfahrkamera und 18-Zoll-Alufelgen beinhaltet. Dazu kommen Einzeloptionen, von denen einige ordentlich ins Kontor schlagen. So berechnet Mazda etwa allein für die inzwischen bekannte, wenn auch immer noch betörend elegant changierende, Metallic-Lackierung „Magma rot“ stolze 950 Euro. Ein Lederpaket, ohne das es keine elektrische Sitzverstellung und Lendenwirbelstütze für den Fahrer gibt, kostet 1800 (schwarz) bis 2000 Euro (weiß). Auch wer ein Matrix-LED-Lichtsystem haben will, muss das Design-Paket für 1200 Euro mitbestellen.

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