Jeep Cherokee: Für alle Wetter und Waldwege

Der Jeep Cherokee hat zu alter Form zurückgefunden. © Jeep

Für Jeep spielt der Cherokee eine große Rolle. Nach seiner Überarbeitung hat der Mittelklasse-SUV nun zu alter Form zurückgefunden.

Für den Laien ist das Jeep-Programm nicht ganz so einfach zu durchschauen. So haben die zur Fiat-Chrysler-Gruppe gehörenden Amerikaner mit dem Renegade ein kleines und mit dem Compass ein kompaktes SUV im Angebot. Eine Sonderrolle spielt der kernige Wrangler als der „Jeep“ schlechthin, er wird in einer kurzen und als Unlimited in einer langen Version angeboten. Am oberen Ende der Palette thronen das Spitzenmodell Grand Cherokee sowie dessen kürzere und günstigere Ausführung Cherokee, womit wir bei unserem Testwagen angekommen wären.


Der hat im letzten Herbst nach vier Jahren Bauzeit ein Facelift erhalten, das die äußere Optik nachhaltig verändert. Das betrifft vor allem die Front, deren spitz zulaufende Form aber vor allem dessen „Vieraugen-Design“ mit den untereinander angeordneten Scheinwerfern traditionsbewusste Jeeper abschreckte.

Sieht wieder nach Jeep aus

Zurzeit gibt es nur einen Diesel für den Cherokee. Foto: Jeep

Nach der Umgestaltung gibt es nun wieder einteilige Scheinwerfer und der Schlitz-Kühlergrill steht wieder aufrechter. Auch am Heck waren die Gestalter am Werk, sie vergrößerten den Unterfahrschutz, gaben dem Cherokee neue LED-Rückleuchten und ovale Endrohre. Das optische Ergebnis wird auch die Traditionalisten beruhigen, weil der SUV jetzt wieder richtig nach Jeep aussieht.

Nicht ganz so viel hat sich innen getan. Immerhin ist aber nun die aktuellste UConnect-Generation eingezogen. Apple- und Android-Smartphones können damit problemlos integriert werden. Auch wichtig: Durch eine veränderte Ausformung der Heckverkleidung wurden zusätzliche 70 Liter Gepäckraum geschaffen, der bei Normalstellung der Rücksitze nun knapp 450 Liter umfasst.

Nur ein Dieselmotor mit 195 PS

Der Cherokee-Fahrer hat nun erstmals die Möglichkeit, die serienmäßige Neungang-Automatik auch über Schaltpaddel hinter dem Lenkrad zu bedienen. Das funktioniert problemlos, ist aber eigentlich nicht nötig, weil der Automat fast immer die richtigen Entscheidungen trifft. Dabei stimmt auch die Mischung aus Komfort und Schnelligkeit. Nur ab und zu – vor allem nach vorangehendem Runterschalten – würde man sich ein schnelleres Hochschalten wünschen. Als Antrieb steht zurzeit laut Preisliste nur der 2,2-Liter-Diesel mit 195 PS zur Verfügung. Eine Version mit 150 PS und Sechsgang-Handschaltung ist aber in Planung.

Der Selbstzünder überzeugt mit gutem Durchzug. Zusammen mit der aufmerksamen Automatik wird er an der Ampel sogar zum Schnellstarter. Auf der Minusseite steht sein stets präsentes, wenn auch nicht wirklich unangenehmes Arbeitsgeräusch. Der Testverbrauch von 9,0 Litern fällt um mindestens einen Liter zu hoch aus.

Überraschend komfortabel

Auch Smartphones können nun problemlos integriert werden. Foto: Jeep

Gut gelungen ist den Fahrwerkstechnikern die Abstimmung. Der Cherokee wirkt leicht straff, dabei aber trotzdem überraschend komfortabel. Anders als in früheren Generationen kommt so in schneller gefahrenen Kurven kein Gefühl von Seekrankheit auf. Trotzdem ist ein solches Auto natürlich kein Sportwagen, der Amerikaner mag wie alle echten Vertreter seiner Gattung entweder den Waldweg oder die lange Autobahnstrecke.

Apropos Waldweg: Es gibt den Cherokee tatsächlich auch mit reinem Frontantrieb (ab 41.500 Euro). Es stehen aber auch zwei Allradsysteme namens Active Drive I + II zur Verfügung. Unser Testwagen (ab 43.500 Euro) war mit dem alltagstauglichen, automatisch arbeitenden System I ausgerüstet. Active Drive II (+ 2000 Euro) beinhaltet zusätzlich eine Geländeruntersetzung, ist also etwas für den echten Offroad-Einsatz. An Assistenzsystemen spendiert Jeep serienmäßig einen Frontkollisionswarner mit Notbrems-Funktion, einen Brems- und Spurhalteassistenten, einen aktiven Geschwindigkeitsbegrenzer sowie einen Totwinkel-Warner.

Ordentliche Platzverhältnisse

Die Platzverhältnisse für vier Mitfahrer sind sehr ordentlich und auch der Innenraum ist so gestaltet, wie man es von einem modernen SUV dieser Preisklasse erwarten darf. Immerhin kostet unser Testwagen in der höchsten Ausstattungsstufe schon 51.500 Euro. Dafür fährt man aber immer mit dem guten Gefühl, ein kompetentes SUV zu bewegen, das nicht nur den alltäglichen Herausforderungen gewachsen ist, sondern seinen Besitzer auch bei Extremwetter oder eben auf den erwähnten Waldwegen nicht im Stich lässt. (SP-X)

1 Kommentar

  1. Wer es schafft bei diesem Auto 9 Liter Verbrauch zu haben, der ist gefahren wie Blücher. Dann ist der Motor auch akustisch präsent denn die Automatik ist richtig schlau und hält bei so einem Fahrstil den Motor immer bei min. 2500 u/min und schaltet dann natürlich auch nicht schnell in die höheren Gänge. Fährt man das Auto im souveränen cruising Stiel mit ruhigen Gasfuß ist man trotzdem flott unterwegs genießt dann ein extrem leises Auto das selbst bei 130 km/h nur 1500 U/min dreht. Verbrauch auf Strecke von 6,5-7 Liter gar kein Problem. Ach ja und der Kofferraum hat 550 L Volumen + ein großes Fach unter der Abdeckung Schade das dieses wirklich gelungene Auto selten eine objektive Beurteilung bekommt. Wahrscheinlich ist die Marketing Abteilung von Jeep nicht so großzügig wie die von Audi..

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