Hyundai i10: Klein kann manchmal groß sein

Der Hyundai i10 ist der EInstieg in die Marke. © Hyundai

Der Hyundai i10 gehört zu den Kleinstwagen. Doch davon ist im Innenraum wenig zu merken. Der Koreaner bietet im Innenraum überraschend viel Platz.

Als einer von wenigen Herstellern hält Hyundai dem Kleinstwagen die Treue. Der seit Anfang des Jahres angebotene i10 kommt in vielerlei Hinsicht wie ein Großer daher – was allerdings auch für den Preis gilt.


Keine Panik: Der kleinste Hyundai ist weiterhin der billigste. Auch, wenn der Abstand zum 30 Zentimeter längeren i20 nicht mehr groß ist. Denn selbst der Basis-i10 („Pure“) schafft es nicht mehr unter die psychologisch wichtige 10 000-Euro-Hürde, sondern übertrifft diese sogar um 700 Euro. Wer an Ausstattung das Mindestprogramm inklusive Klimaanlage und Radio will, muss bereits 13.050 Euro („Select“) investieren. Und wenn es nicht der Basisantrieb mit Handschalter sein soll, stehen bereits über 15.000 Euro auf der Rechnung. Dafür gibt dann wahlweise den stärkeren Motor oder eine Automatik obendrauf. Woanders gibt es dafür auch schon mal einen Kleinwagen.

i10 mit präsentem Auftritt

Die Zeiten, wo sich Hyundai-Autos allein über den Preis verkauft haben, sind jedoch bereits länger vorbei. Und auch der i10 kann sich Selbstbewusstsein leisten. Entsprechend präsent tritt er auf: vorne mit extra Tagfahrleuchten und Vier-Augen-Gesicht, hinten mit Dachspoiler und angedeutetem Diffusor.

Anständig verarbeitet: der Innenraum im Hyundai i10. Foto: Hyundai

Auch der Innenraum kann sich trotz betont einfacher Materialauswahl durchaus sehen lassen, wirkt gleichzeitig ergonomisch und modern eingerichtet. Das Platzangebot stimmt ebenfalls – gegenüber dem Vorgänger sind Radstand und Breite gewachsen, was für ein ordentliches Raumgefühl auf allen Plätzen sorgt. Selbst hinten, wo in dieser Klasse üblicherweise die Strafbank liegt. Nicht zu empfehlen ist allerdings der optionale Mittel-Platz im Fond; um diesen dauerhaft nutzbar zu machen reichen 3,67 Meter mal 1,68 Meter Grundfläche einfach nicht aus. Große Erwartungen sollte man auch an den Kofferraum nicht stellen, rund 250 Liter sind für einen Kleinstwagen zwar leicht überdurchschnittlich, viel mehr als den Wocheneinkauf bekommt man aber trotzdem nicht unter.

Viel Drehzahl gefragt

Antrieb und Fahrverhalten sind ebenfalls klassentypisch. Der im Testwagen eingebaute 1,0-Liter-Dreizylinder mit 67 PS liefert seine Kraft erst bei hoher Drehzahl aus, was häufiges Schalten im präzise gefertigten und sauber schaltbaren Fünfganggetriebe verlangt. Wer die passende Übersetzung wählt, wuselt sich im Stadtverkehr flott durch, außerorts müssen Überholvorgänge aber sorgfältig getimt werden.

Wer lieber schalten lässt, bestellt für 700 Euro Aufpreis eine automatisierte Variante des Getriebes. Darüber hinaus lässt sich der Fünftürer auch mit einem 84 PS starken 1,2-Liter-Vierzylinderbenziner (ab rund 15.300 Euro) ordern, der die bessere Wahl sein dürfte, wenn man gelegentlich auch mal außerhalb der Stadt unterwegs ist. Ganz neu im Programm ist zudem eine Variante mit 100 PS, die für rund 18.300 ausschließlich in Kombination mit sportlicher Optik zu haben ist.

Relativ großer Radstand

Den Normverbrauch gibt Hyundai mit knapp fünf Litern an, gut ein halber Liter mehr ist realistischer. Weniger werden es nur, wenn der i10 betont entspannt und gleichmäßig bewegt wird. Eine Gangart, die charakterlich durchaus passt. Dank des relativ großen Radstands und der breiten Spur liegt der Kleinstwagen satter auf der Straße als man es erwarten würde, das Fahrwerk ist gutmütig und ausreichend komfortabel auch für mäßige Straßen abgestimmt. Was den Komfort am meisten stört sind die Sitze, die wie im unteren Preissegment üblich klein und weich ausfallen. Für die Fahrt in der Stadt ist das aber kein Problem – und die Langstrecke liegt den Hyundai eh weniger.

Auch das Heck des Hyundai i10 lässt sich sehen. Foto: Hyundai

Positiv fällt wiederum die Ausstattung mit Assistenten und Sicherheitssystemen auf. Ein Spurhalteassistent in jeder Ausstattungsvariante an Bord, gleiches gilt für das Notbremssystem mit Fußgängererkennung, einen Ablenkungswarner und den Tempomat mit Limiter-Funktion. Ab der zweiten Ausstattungsstufe kommt die Berganfahrhilfe dazu. Eine Verkehrszeichenerkennung ist optional im Paket mit Rückfahrkamera und dem großen Navigationssystem zu haben.

Wer jedoch zu viele Kreuze auf der Optionsliste macht, ist schnell im 20.000er-Bereich. Spätestens dann sollte man die Suche auf das Kleinwagensegment ausdehnen. Dort nämlich ist die Auswahl deutlich größer als in der schrumpfenden Mini-Klasse. Dort aber fährt der sehr erwachsene Hyundai i10 bei Anmutung, Raumangebot und Assistenztechnik vorne mit. (SP-X)

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