Hyundai Terracan: Viel Auto zu einem günstigen Preis

Hyundai Terracan ©

Hyundai überrascht mit einem soliden und preiswerten Geländewagen. Der rustikale Terracan weist jedoch Mängel bei der Sicherheitsausstattung auf.

Stefan Zaumseil

Im Segment der Geländewagen hat sich der Hyundai Terracan seinen Platz erobert. War es zuerst nur das Design, das mit seiner Ähnlichkeit zur aktuellen Mercedes M-Klasse auffiel, so hat sich der Offroader aus Korea mittlerweile fest im Markt etabliert. Er bietet mit seinen 4,71 Meter Länge und 1,87 Meter Höhe echte Geländetauglichkeit, gute Fahreigenschaften auf der Straße, gelungenes Design und einen günstigen Preis. Wir machten den Praxistest:

Zuschaltbarer Allradantrieb

Bereits optisch macht der Terracan keinen Hehl daraus, dass man ihm auch abseits der Straße vertrauen kann. Kantige, aber durchaus gefällige Formen schaffen Vertrauen. Kein Design-Schnick-Schnack, sondern ein ehrliches Auto mit Offroad-Qualitäten. Das sieht bei einem Blick unter die Karosserie nicht anders aus. Ein solider Leiterrahmen sorgt für die nötige Stabilität abseits der bewegten Pisten. Im Fahrzeugbau wenig zeitgemäß - für viele Allradfans eine Selbstverständlichkeit - ist die Starrachsenkonstruktion. Unter der Motorhaube des Hyundai Terracan arbeitet ein kraftvolles Commonrail-Aggregat.

Der 2,9-Liter große Motor gehört mit seinem Vierzylinder allerdings nicht gerade zu den Leisetretern. Aber seine Kraftentfaltung mit jüngst aufgefrischten 110 KW / 150 PS kann sich sehen lassen. Im Gelände ist er dank eines kraftvollen Drehmoments von 333 Nm niemals überfordert und zieht auch bei steilen Anstiegen oder im tiefen Geläuf unbeirrt seine Bahnen. Der Allradantrieb lässt sich während der Fahrt zuschalten. Wird das Terrain besonders unwegsam, hilft eine zusätzliche Geländeuntersetzung.

Die Bodenfreiheit ist mit 21 Zentimetern allerdings allzu knapp bemessen. Sonst könnte er im Gelände noch mehr. Wichtig für Boots- und Pferdefreunde: Der Allradler kann bis zu 3,5 Tonnen an den Haken nehmen. Doch auch auf der Straße ist man mit dem Hyundai gut unterwegs. Auf der Autobahn ist Tempo 170 allemal drin.

Nur Euro 3-Norm

Der Motor schafft trotz moderner Commonrail-Technik nur die betagte Euro-3-Schadstoffnorm. Euro 4 oder gar ein Partikelfilter sind derzeit nicht in Sicht. Im Praxistest verbrauchte er durchschnittlich 11,3 Liter Diesel auf 100 Kilometer. Wer es ruhig angehen lässt, landet bei unter zehn Litern. Vom Fahrwerk darf man schon aufgrund seiner rustikalen Konstruktion keine Wunder erwarten. Doch der Terracan ist trotz seines Leergewichts von über zwei Tonnen weder im Gelände noch auf der Straße leicht aus der Ruhe zu bringen.

Die Abstimmung ist einzig bei Querfugen etwas hart; aber ansonsten weder unkomfortabel, noch allzu weich. Die Nick- und Wankbewegungen halten sich ebenfalls in Grenzen. Bremsen und Lenkung könnten jedoch besser sein. Die Steuerung vermittelt gerade ab mittleren Geschwindigkeiten nur wenig Kontakt zu Fahrbahn. Beim Rangieren oder im Gelände sieht es etwas besser aus.

Viel Platz im Inneren

Das Cockpit ist übersichtlich, wirkt aber etwas billig.

Nicht nur durch sein zeitgemäßes Außendesign macht der Hyundai Terracan einen guten Eindruck. Auch der Innenraum wirkt wohnlich. Die Platzverhältnisse vorn und hinten sind gut. Der Fahrer blickt auf ein übersichtliches Cockpit, dass jedoch eine Spur hochwertiger anmuten dürfte. Die Sitze sind bequem und lassen sich vielfältig verstellen. Unzeitgemäß dagegen die unzureichenden Verstellmöglichkeiten des Lenkrades. Die Rückbank lässt sich geteilt umklappen. Zudem gibt es im Innenraum zahlreiche Fächer und Ablagemöglichkeiten. Der Kofferraum fasst zwischen 750 und 1.125 Liter.

Sicherheitsausstattung unzureichend

Die Sicherheitsausstattung des Terracan ist aber nicht zeitgemäß. So bietet der Hyundai nur Frontairbags, ABS, Seitenaufprallschutz und Kopfstützen rundherum. Seiten- oder Kopfairbags sind ebenso wie ESP nicht einmal gegen Aufpreis zu bekommen.

Der Hyundai Terracan 2,9 CDRi GLS kostet faire 30.090 Euro. Die Aufpreisliste ist kurz: Neben dem Automatikgetriebe (2050 Euro) sollte man sich jedoch für das Komfortpaket (2350 Euro) entscheiden. Hierin sind unter anderem beheizte Ledersitze, abgedunkelte Seitenscheiben und Klimaautomatik enthalten.