Grund genug

Fahrbericht VW Polo 1.2

Der VW Polo Dreitürer © Foto: Volkswagen

Volkswagen hat sich in den letzten Jahren fast zur Premiummarke im Volumensegment hochgearbeitet. Wie viel Auto bietet das Basismodell Polo 1.2?

Von Stefan Grundhoff

Beim Design muss der potenzielle Polo-Interessent auch beim Einsteiger keinerlei Abstriche machen. Der neue Polo sieht klasse aus. Linienführung, Proportionen, Front und Heck strahlen wie aus einem Guss. Allerdings darf, wer sich für die dreitürige Polo-Basisversionen entscheidet, von einem Einstiegstriebwerk keine großen Sprünge erwarten. Der kleine Dreizylinder arbeitet mit seinen 51 KW / 70 PS durchaus ordentlich. Dass das Dreikammer-Triebwerk mit seinen 112 Nm maximalem Drehmoment kein Wunder an Laufruhe und Durchzugsvermögen ist, darf kaum verwundern. Der Verbrauch soll bei 5,5 Litern auf 100 Kilometern liegen. Wer mehr sparen möchte, greift zum Diesel. Der 105 PS starke Polo 1.6 TDI soll sich mit gerade einmal 4,2 Liter begnügen. Der Fahrspaß ist bei ihm deutlich größer. Nur der fehlende sechste Gang stört.

Souveränes Fahrgefühl

Lenkung, Bremsen, Fahrwerk und Handschaltung - alles ist für ein gutes Stück mehr ausgelegt. So hat der Fahrer nie das Gefühl, den knapp vier Meter langen Polo jemals in Verlegenheit bringen. Auch 70 PS und 165 km/h Spitze können ein souveränes Fahrgefühl hervorrufen. Dazu gehört das entsprechende Innenraumambiente. Auch beim Basismodell gilt: alles fasst sich ordentlich, nichts billig an. Instrumente, Schalter und Lenkrad zeigen ebenso wenige Schwächen, wie die gut dimensionierten Sitze, in denen man sich trotz überschaubarer Fahrdynamik eine längere Strecke vorstellen kann.

Ordentliche Platzverhältnisse

Der VW Polo Dreitürer Foto: Volkswagen

Und für eine längere Fahrt wäre zudem ausreichend Platz für das Gepäck vorhanden. Der Laderaum schluckt 280 Liter. Wer mehr braucht, nutzt die Rückbank oder klappt diese kurzerhand um. Damit ist man auf Augenhöhe mit den Hauptkonkurrenten Corsa, Punto und Fiesta unterwegs, denen man in den ersten Monaten seit Markteinführung bereits kräftig in die Parade gefahren ist. Selbst der eine oder andere Golf-Fahrer überlegt sich schon. Die Geldbörse würde dabei geschont.

Die Krux der Aufpreisliste

Der VW Polo Dreitürer Foto: Volkswagen

Ein Billigmodell ist der VW Polo auch als nacktes Einstiegsmodell Trendline nicht. Außer einem ordentlichen Sicherheitspaket mit Airbags, ESP und 70 PS unter der Haube bietet der dreitürige Polo 1.2 Trendline für 12.150 Euro nichts Erwähnenswertes. Man kann ihn mit vielem Sinnvollen ausstaffieren lassen. Doch die Aufpreise lassen alle Träume schnell wieder zerplatzen. Zumindest für die mittlere Ausstattungsvariante Comfortline sollte man sich auch beim Polo 1.2 (ab 14.150 Euro) entscheiden. Dann gibt es immerhin 15-Zoll-Räder, Klimaanlage, elektrische Außenspiegel, in der Höhe einstellbarer Beifahrersitz, Mittelarmlehne vorn und eine Funkfernbedienung für die Zentralverriegelung.

Auch mit Siebengang-DSG möglich

Der VW Polo Dreitürer Foto: Volkswagen

Wer trotz wenig Hubraum mehr Fahrspaß sucht, dem sei der Polo 1.2 TSI mit Benzindirekteinspritzung empfohlen. Dank Turboaufladung leistet der Fronttriebler kraftvoll sprudelnde 77 KW / 105 PS. Tempo 200 sind dabei ebenso wenig ein Problem wie 0 auf Tempo 100 in 9,7 Sekunden. Alternativ zur serienmäßigen Sechsgang-Handschaltung ist der auch mit einer Siebengang-Doppelkupplung verfügbar, die den Flitzer aus Niedersachsen nicht nur sportlich, sondern mit 5,5 Litern Super auf 100 Kilometern auch entsprechend sparsam macht.