Familienauto im Geländewagen-Look

Der "Pseudo-Geländewagen" Toyota RAV 4. ©

Durch einen Fluß oder ein Moor kann man den Toyota RAV 4 nicht jagen. Dennoch ist der «Pseudo-Geländewagen» kein alltägliches Familienauto.

Stefan Grundhoff

Immer mehr junge Familien geben sich nicht mit einem Kombi zufrieden. Sie brauchen viel Platz, wollen aber kein alltägliches Familienauto fahren. Der Toyota RAV 4 gehört zu den so genannten Sport-Utility-Vehicles (SUV) und ist eines der erfolgreichsten in diesem Segment. Der «Pseudo-Geländewagen» ist als Drei- oder Fünftürer erhältlich und hat Allradantrieb. Leider erwies sich der japanische Hersteller bei der Namenswahl als nicht sehr kreativ. Neben wohl klingenden Toyota-Marken wie Avensis, Land Cruiser oder Prius klingt RAV 4 doch recht fade.

Als die erste Generation des RAV 4 Mitte der 90er Jahre auf den Markt kam, gab es nur wenig Konkurrenz. Aber die Zeiten ändern sich. Der Markt der SUV's vergrößert sich konstant, der RAV 4 muss um seinen Platz kämpfen

Auch im Gelände kommt der RAV 4 gut zurecht

Die Heckansicht.

Auf den ersten Blick gefällt der Toyota RAV 4. Das Design vermittelt Sportlichkeit und Dynamik. Die Radhäuser sind leicht ausgestellt, die Stoßstangen bullig und die Überhänge kurz. Es sieht rein äußerlich so aus, als sollte der RAV 4 auch im Gelände einiges bewegen können. Er kann. Differentialsperren oder eine Geländeuntersetzung bleiben zwar den echten Geländewagen im Hause Toyota vorbehalten. Doch auch mit dem RAV 4 kann man auf unbefestigten Waldwegen, Wiesen oder Schnee gut vorankommen. In der Zweiliterklasse ist der Allradantrieb serienmäßig.

Angetrieben wird das asiatische Spaßmobil von einem 2,0-Liter-Motor mit 110 KW/150 PS und einem maximalen Drehmoment von 192 Nm. Er ist agil und drehfreudig. Die optional erhältliche Vierstufen-Automatik des Testmodells mochte im Test jedoch nicht zum RAV 4 passen. Das serienmäßige manuelle Fünfgang-Getriebe ist die günstigere und bessere Wahl. Im oberen Drehzahlbereich wird der Motor laut und wirkt in Verbindung mit der Automatik angestrengt.

Toyota verspricht Verbrauch unter zehn Liter

Dabei sind die Fahrleistungen sehr vernünftig. Den Spurt 0 - 100 km/h schafft der RAV in knapp elf Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 175 km/h. Toyota verspricht einen Durchschnittsverbrauch von 9,3 Litern Super auf 100 Kilometer.

Das Fahrwerk ist sportlich abgestimmt. Die Dämpfungsqualitäten können bei unangenehmen Fugen oder langen Bodenwellen jedoch nicht ganz überzeugen. Dafür sind ABS, ESP (VSC), Scheibenbremsen vorn und hinten ebenso Serie wie Traktionskontrolle, Front- und Kopfairbags (vorn und hinten). Das bieten in dieser Klasse nicht alle.

Das sportlich ansprechende Ambiente des Blechkleides setzt sich im Innern nicht ganz fort. Der Innenraum ist übersichtlich und macht qualitativ durchaus einen guten Eindruck. Doch die Optik wirkt dröge. Gerade bei einem Lifestyle-Allrader erwarten die Kunden etwas mehr. Immerhin sind die Sitze bequem und die Bedienelemente da, wo sie hingehören.

Kofferraumvolumen ist riesig

Nach rechts schwingende Kofferraumtür.

Das Platzangebot des gerade einmal 4,26 Meter langen Fünftürers ist vorn und hinten ansehnlich. Das Kofferraumvolumen liegt zwischen 400 und 1.820 Litern. Eine weit schwingende Hecktür macht es möglich, auch sperrige Gegenstände leicht einzuladen.

Die Serienausstattung ist ebenfalls auf der Höhe: Elektrische Spiegel, Fensterheber, Klimaautomatik und Lenkradbedienung sind im «Sol-Paket» enthalten. Optional gibt es Features wie beheizbare Ledersitze oder ein Bildschirmnavigationssystem.

Der Preis für den Toyota RAV 4 2.0i als Dreitürer liegt bei 23.300 Euro. Der fünftürige 2.0i Sol mit Vierstufenautomatik kostet 28.200 Euro. Zum Discountpreis ist das Lifestylefeeling aus dem Hause Toyota also nicht zu bekommen.