DS7 Crossback: Neues zum neuen Jahr

Premium-SUV erstes eigenständiges Modell

Der DS7 Crossback. Foto: DS
Der DS7 Crossback kommt im Februar auf den Markt. © DS

DS ist schon seit drei Jahren eine eigenständige Marke innerhalb der PSA-Gruppe. Zum neuen Jahr warten die Franzosen aber mit dem DS7 Crossback mit einer absoluten Premiere auf.

Denn im Gegensatz zu den bisher vertriebenen Modellen DS3, DS4 und DS5, die allesamt lediglich aufgehübschte Edel-Varianten von Citroen-Modellen waren, ist der neue DS7 Crossback, der ab Mitte Februar zu Preisen ab 31.490 Euro an den Start geht, das erste eigenständige Produkt der Franzosen. Mit ihm will die Premium-Marke endlich durchstarten.


Und der Auftritt wirkt vielversprechend. Von der mächtigen Frontpartie mit dem sechseckigen Kühlergrill im Rautenmuster und den LED-Scheinwerfern über die schnörkellose Seitenansicht bis zu dem Audi-ähnlichen Heck mit den filigranen 3D-Rückleuchten und einer Leuchtgrafik, die tatsächlich einzigartig ist im Wettbewerbsumfeld. Und das Schauspiel der sich drehenden LED-Elemente in den Frontscheinwerfern, begleitet von violettem Schimmer, haben sich die Franzosen als effektvollen Willkommensgruß beim Entriegeln des Fahrzeugs ausgedacht.

Andere Welt im DS7 Crossback

Wer im DS7 Crossback Platz nimmt, betritt tatsächlich eine andere Welt. Eine Welt des Luxus. Zumindest, wenn man nicht gerade im Basis-Fahrzeug sitzt und der Wagen reichlich mit Extras aus den Optionslisten ausstaffiert wurde. Alcantara oder Nappaleder, stilvoll eingepasste Holz-, Aluminium- oder Chromelemente, Nähte mit aufwendig gesticktem Perlenmuster aus der Pariser Haute Couture. Hinzu kommen eine beim Anlassen sich herausdrehende Analog-Uhr oder eine HiFi-Soundanlage mit 14 Lautsprechern. Alles chic und mit viel Liebe zum Detail verarbeitet. Und natürlich alles echt französisch, die Uhr etwa vom Luxus-Hersteller BRM und die akustische Volldröhnung von Focal.

Das Cockpit des DS7 Crossback. Foto: DS
Edel geht es im DS7 Crossback zu. Foto: DS

Und überall wird das Motiv der Raute aufgenommen. Rautenförmig ist das Grafik-Design der beiden großen 12-Zoll-Bildschirme hinterm Lenkrad und in der Mittelkonsole. Die wie vom Uhrmacher geschliffenen Tasten der Schalterleiste, die elektrischen Fensterheber und der Lautstärkeregler mit seinem kleinteiligen Rautenmuster scheinen sogar direkt aus dem Juweliergeschäft zu stammen. Raffiniert und – ja – auch avantgardistisch im Geiste der legendären Göttin („Déesse“) aus dem Jahr 1955. Auch die bequemen Vordersitze sind Teil dieses Wohlfühl-Ambientes, inklusive deren Massagefunktion, die sich akustisch allerdings auffälliger zeigt als die ansonsten sehr gut gedämmte Geräuschkulisse.

Ein Motor zum Verkaufsstart

Am wenigsten scheint noch die Motorenpalette des DS7 Crossback mit dem deutschen Premium-Verständnis in Einklang zu sein. Fünf Triebwerks-Varianten, zwei Diesel und drei Benziner, bieten die noblen Gallier im Laufe des nächsten Jahres an. Zum Verkaufsstart Mitte Februar wird lediglich der 130 kW/180 PS starke 2,0-Liter-Diesel ab 39.790 Euro zur Verfügung stehen. Dieser präsentierte sich bei ersten Testrunden im Pariser Umland antrittsstark und temperamentvoll. Bei einem Tempo-100-Sprint in 9,4 Sekunden und 215 km/h Spitze mangelt es an nichts im Alltag. Er tritt im oberen Drehzahlbereich dezent, aber hörbar in Erscheinung und verspricht mit einem Normverbrauch von 4,9 Litern Dieselöl auf 100 Kilometern gemäßigten Durst.

Jeweils im Monatsabstand folgen dann zunächst der kleine 1,5-Liter-Selbstzünder mit 96 kW/130 PS als vorläufiges Einstiegsmodell für 31.490 Euro und der 1,6-Liter-Benziner mit 165 kW/225 PS für 38.990 Euro, der wie seine Diesel-Kollegen ein Vierzylinder ist. Im Sommer wird die Ottomotoren-Reihe um den 180-PS-Vierzylinder und den 96 kW/130 PS starken Dreizylinder (!) ergänzt, der es wohl am schwersten haben dürfte, Premium-Ansprüchen zu genügen. Nur die beiden schwächsten Varianten werden mit einem manuellen Sechsgang-Getriebe kombiniert, während alle anderen Motoren serienmäßig mit der sehr komfortablen, ruckfreien Achtgang-Wandler-Automatik angeboten.

Plugin-Hybrid erst ab Mitte 2019

Das Heck des DS7 Crossback. Foto: DS
Zügig fährt der DS7 Crossback um die Kurve. Foto: DS

Die Top-Variante erfordert noch eine längere Wartezeit, denn als erster Plug-in-Hybrid des PSA-Konzerns wird der DS7 Crossback E-Tense 4×4 erst Mitte 2019 zur Verfügung stehen. Er bringt es mit dem 1,6-Vierzylinder und zwei Elektromotoren an Vorder- und Hinterachse auf eine Systemleistung von 300 PS, soll laut der neuen WLTP-Norm 50 Kilometer rein elektrisch fahren können und verfügt dank der E-Aggregate auch als einzige Variante des DS7-Portfolios über Allradantrieb. Er schleppt gegenüber dem vergleichbaren Benziner nicht nur 250 Kilogramm mehr mit sich herum, sondern wird auch preislich zum Schwergewicht, muss für ihn in einer vergleichbaren Ausstattung wie für das Einführungsmodell „La Premiére“ (53.400 Euro) doch bereits 65.000 Euro veranschlagt werden.

Dass bei den konventionellen Antrieben Allrad nicht bestellbar ist, könnte ein weiteres Manko gegenüber den deutschen Platzhirschen im C-Segment der Sport Utility Vehicles sein. Was Marketing-Chef Arnaud Ribault allerdings bestreitet: „Um im Premium-Bereich mit den deutschen Herstellern konkurrieren zu wollen, macht es keinen Sinn, sie zu kopieren.“ Sechs- oder Achtzylindermotoren hätten bei DS keine Priorität. „Volvo hat ja bereits bewiesen, dass man mit anderen Mitteln und Konzentration auf eine schwedische DNA erfolgreich sein kann“, so Ribault weiter. „Wir sind die französische Alternative. Luxus im Interieur, akustischer Komfort, Top-Verarbeitung, Kunstbezug und Schmuck – das sind unsere Premium-Präferenzen.“

DS7 Crossback mit Nachtsichtassistenten

Aber natürlich soll die Marke auch Technologieträger und Innovationstreiber sein. So hat der DS7 Crossback derzeit als einziges SUV im Segment einen Nachtsicht-Assistenten an Bord. Zudem wird dank des „Connected Pilots“ automatisch die Spur gehalten und bei Bedarf korrigiert. Auch kann er automatisch einparken. Das LED-Licht passt sich an die Straßenbedingungen an. Ungewöhnlich in dieser Klasse ist die „Active Scan Suspension“. Sie ist vergleichbar mit der Magic Body Control aus der Mercedes S-Klasse. Eine Stereo-Kamera erkennt vorausschauend Fahrbahnunebenheiten und stellt die Fahrwerkssteuerung darauf ein.

Der 4,57 Meter lange DS7 ist schwer mit den Wettbewerbern zu vergleichen. Von den Längenmessungen ist er zwischen Audi Q3 und Q5, BMW X1 und X3 oder Mercedes GLA und GLC angesiedelt. Er kann sich aber durchaus seine eigene Nische bei einer frankophilen Kundschaft erschließen. Die Voraussetzungen dazu mit einer neuen Vertriebsorganisation und bisher 40 DS-Stores (Ende 2018 sollen es 60 sein) sind geschaffen. Zudem boomt das SUV-Segment nach wie vor. Und wenn 2019 als zweites, eigenes DS-Modell noch ein kleines SUV hinzukommt, das es auch als reines Elektro-Fahrzeug geben wird, können die Franzosen doch ganz optimistisch in die Zukunft blicken.

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