DS 7 Crossback E-Tense: Gemacht für Schöngeister

Der DS 7 Crossback will französisches Flair präsentieren. © DS

Eine Erfolgsgeschichte sieht anders aus. Bislang kam der DS 7 in Deutschland nur auf überschaubare Verkaufszahlen. Nun gibt es das Topmodell der Franzosen mit Plug-in-Hybrid.

Schick und schillernd war der DS schon immer. Um am Stammtisch als Premiumauto ernst genommen zu werden, fehlte es ihm bislang aber an Motorleistung. Die neue Top-Variante mit Plug-in-Hybridantrieb legt diese nun mit voller Schippe nach – und bleibt doch dem entspannten Charakter des Mittelklasse-SUV treu.


Dass von den europaweit rund 30.000 im vergangenen Jahr verkauften DS 7 keine 1500 Einheiten an deutsche Kunden gingen, mag mehrere Gründe haben. Möglicherweise ist der supermodische Franzose den nüchternen Teutonen zu verspielt. Vielleicht hat es die junge Marke DS (gegründet 2014) in der Heimat von Audi, BMW und Mercedes auch besonders schwer, ihre durchaus ambitionierten Preise durchzusetzen. Oder es mangelte ihr im Land der unlimitierten Autobahnen einfach an Kredibilität. Ein Luxusauto mit maximal nicht viel mehr als 200 PS und einer Höchstgeschwindigkeit knapp über 200 – wer sollte das ernst nehmen?

E-Tense mit 300 PS Leistung

Zumindest in letztgenannter Hinsicht muss sich der DS 7 seit kurzem nicht mehr verstecken: Die Ende 2019 vorgestellte E-Tense-Variante mit Plug-in-Hybridantrieb trumpft mit 300 PS und einer Maximalgeschwindigkeit von 240 km/h auf. Vorgeblich soll die Kombination aus 1,6-Liter-Vierzylinder und zwei 110 PS starken E-Motoren in erster Linie dem Spritsparen dienen. PS-Prestige und Fahrleistungen auf Konkurrenzniveau dürften aber bei der Entwicklung mehr als ein angenehmer Nebeneffekt gewesen sein. Auch, weil es mit der Sparsamkeit in der SUV-Mittelklasse bauartbedingt generell nicht weit her ist.

Der Innenraum des DS 7 E-Tense ist wertig. Foto: DS

Die 1,5 Liter Durchschnittsverbrauch im Datenblatt sind wie bei allen Plug-in-Hybriden reine Phantasie. Immerhin: Wer mit voller Batterie losfährt, kommt im Hybridmodus auf rund 4,5 Liter pro 100 Kilometer. Ist der Stromvorrat erschöpft, steigt der Durst auf rund 8 Liter. Für ein Auto dieser Größe ist das nicht schlecht, die beiden DS 7-Dieselvarianten (130 PS und 177 PS) dürften das allerdings spielend unterbieten. Dafür lassen sie sich aber natürlich nicht rein elektrisch fahren. Das gelingt dem Plug-in-Hybriden allerdings auch nur auf kurzen Strecken: Der Hersteller spricht von 65 Kilometern, in der Praxis sind es im Stadtverkehr eher 50, auf der Autobahn noch weniger. Weil auch der Benzintank von 62 auf 43 Liter geschrumpft ist, um Platz für die E-Antriebskomponenten zu machen, braucht das große SUV also vergleichsweise häufig Energie-Nachschub.

520 Newtonmeter Drehmoment

Die beiden E-Motoren sollen aber nicht nur beim Sparen helfen, sondern auch für mehr Antriebs-Power sorgen. Und das gelingt ihnen um einiges besser. Die 520Nm Schubkraft, mit Hilfe der aufmerksamen Achtgangautomatik auf zwei Achsen verteilt, schieben das rund zwei Tonnen schwere SUV mit Wucht voran. Gerade beim Anfahren und Beschleunigen wirkt der DS 7 deutlich flotter als die etwas trägen Dieselvarianten. Hast oder übertriebene Sportlichkeit verkneift sich aber auch der Plug-in-Hybrid, gibt sich auch mit 300 PS eher souverän als besonders dynamisch.

Das passt gut zum leicht plüschigen Ambiente im gut gegen Umweltlärm gedämmten Innenraum – und vor allem zum sanft abgestimmten Fahrwerk und der immer leicht im Takt der Straße mitschwingenden Karosserie. Auch in dieser Hinsicht ist der Franzose also ein Gegenentwurf zu den Sport-UVs von Audi, BMW und Co.

Mindestens 53.000 Euro teuer

Neben Dieseln und Benziner gibt es auch einen PHEV für den DS 7. Foto: DS

Keine derart großen Bemühungen um Differenzierung gibt sich der DS 7 hingegen beim Preis. 50.300 Euro verlangt die Citroen-Schwester – und lindert den Preisschock noch nicht einmal mit Komplett-Ausstattung. Wer beispielsweise LED-Licht, standesgemäße 19-Zöller oder auch nur ein schlüsselloses Schließsystem will, muss zuzahlen oder gleich die höhere Ausstattung „Performance Line“ wählen, womit dann 52.800 Euro auf dem Preisschild stehen. Dafür gibt es auch schon einen Mercedes GLC mit ein paar PS und etwas Ausstattung.

Wer aber ein originelleres Auto sucht, vielleicht eine Schwäche für französisches Design mitbringt und souveränes Gleiten der Kurvenhatz vorzieht, der sollte den DS 7 Crossback ganz oben auf die Einkaufsliste setzen. Zumindest jetzt, wo Fahrleistungen und PS-Wert nicht nur den Fahrer selbst, sondern auch die Kollegen am Stammtisch überzeugen können. (SP-X)

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