Die Preisfrage

Fahrbericht Alfa MiTo

Die Preisfrage
Der Alfa Mito © Foto: Alfa Romeo

Mit dem Mito ist Alfa Romeo eine besondere Mischung gelungen, die sonst nur der Mini bietet. Beide sind niedlich anzusehen und dennoch sportlich zu fahren. Haben aber auch ihren Preis.

Von Silke Koppers

Mit Einstiegspreisen ab 14.700 Euro beginnt der Italiener allerdings gut 1400 Euro eher als der Brite. Mit dem gefahrenen 1,6-Liter-Turbodieselmotor mit 88 kW/120 PS kostet der dreitürige Alfa aber auch 17.950 Euro. Dabei ist der Selbstzünder nicht erste Wahl. Im Stand geht das Triebwerk zu rau und zu laut für die filigrane Erscheinung des Italieners zu Werke. Nach einem kleinen Turboloch und einmal auf Touren gekommen, verrichtet der Motor jedoch solide seinen Dienst und treibt den Kleinen gut voran. Auch der Geräuschpegel hält sich ab Tempo 30 bis zur Spitzengeschwindigkeit von 198 km/h in vertretbaren Grenzen.

Direkte Lenkung

Der Sprint von null auf 100 km/h in 9,8 Sekunden ist kein Merkmal für die Sportlichkeit des Mito. Die spiegelt sich mehr im angenehm straff abgestimmten Fahrwerk und der gut dosierbaren, direkten Lenkung wieder. Zusammen bescheren sie dem Fronttriebler eine hohe Kurvenagilität mit geringer Wankneigung. Noch sportlicher wird der Mito mit Hilfe der Fahrdynamikregelung D.N.A., die im «Dynamic»-Modus mehr Drehmoment des Motors ermöglicht, das Ansprechen des Gaspedals sensibilisiert, die Lenkung direkter auslegt und die Eingreifschwelle der elektronischen Stabilitätskontrolle heraufsetzt. Es ermöglicht jederzeit eine kleine Kurvenhatz auf der Landstraße.

Italienischer Charmeur

Der Alfa MiTo Foto: mid

Abwechslung bietet auch die Optik des Mito. Ein bisschen sieht er mit seiner gedrungenen kraftvollen Form aus wie die kleine Ausgabe des Supersportwagens 8C. Dies wird aber durch die runden Leuchten kontrastiert, wodurch der Alfa speziell die Frauenherzen erobern dürfte. Männer werden hingegen eher vom sportlich gestalteten Innenraum-Design angesprochen. Das Cockpit mit seinen übersichtlich angeordneten Instrumenten und der geschmackvollen Materialauswahl strahlt italienische Eleganz aus.

Die Sechsgangschaltung mit ihren kurzen Schaltwegen liegt gut positioniert und schafft in Verbindung mit den gut geformten und haltgebenden Sitzen eine sportliche Fahrerumgebung. Allerdings stört die Unübersichtlichkeit des Fahrzeugs. Besonders nach hinten kann die Karosserie nicht überblickt werden. Ein Parkassistent ist daher eine lohnende Investition, die zusätzliche 310 Euro verlangt. Will man obendrein noch eine Klimaanlage und eine Geschwindigkeitsregelsystem, empfiehlt sich das Komfortpaket für 800 Euro.

Hohe Ladekante

Das Cockpit des Alfa MiTo Foto: mid

Auf den vorderen Plätzen des 4,06 Meter langen Italieners herrscht ein gutes Platzangebot, dank des in Höhe und Tiefe verstellbaren Lenkrads findet wohl jeder seine angenehme Sitzposition. Im Fond haben zwei Menschen bis zu einer Größe von 1,75 Meter Platz. Der Einstieg gelingt aufgrund der leicht nach vorn verschiebbaren Frontsitze und breiten Türöffnungen. Auch ein Kindersitz passt dadurch, der sowohl auf dem Beifahrersitz als auch den zwei Plätze im Fond im serienmäßigen Isofix-Befestigungssystem arretiert werden kann.

Für 180 Euro Aufpreis kann hinten ein dritter Sitzplatz geordert werden. Damit verbunden ist eine asymmetrisch teilbare Rückbank. Bei zwei Plätzen ist die Lehne durchgehend und dementsprechend nur am Stück umklappbar. Unpraktisch ist der Kofferraum: Er fällt zwar mit 270 Litern Fassungsvermögen für ein Fahrzeug dieser Größe ganz passabel aus und kann durch Umklappen der Rücksitzlehne auf 950 Liter erweitert werden, doch die schmale Öffnung und die sehr hohe Ladekante erschweren das Be- und Entladen.

Preisfrage

Der Alfa MiTo Foto: mid

Bei näherer Betrachtung fragt man sich indes, ob der Mito in der gefahrenen Version sein Geld wert ist. Fast 18.000 Euro ist nicht wenig für einen Kleinwagen. Hinzu kommen Aufpreise für einige Extras, so dass man schon fast bei 20.000 Euro hinlegegt. Echte Alfisti und Fahrer, die mehr Wert auf Optik und die sportliche Note legen als auf gut zugänglichen Stauraum, werden trotz der Kosten dem Charme des Italieners sicher erliegen. (mid)

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