Der neue VW Polo: Charakterfest und sicher

Der neue VW Polo: Charakterfest und sicher
Der neue VW Polo: Die Motorhaube zieht sich V-förmit tief in die Schürze. © Foto: Werk

Der neue Polo will weder ein niedlicher Kleinwagen, noch ein kleiner Golf sein. Volkwagen-Qualität, Sicherheit und das edle Design haben ihren Preis.

Dorothea Jantschke

30 Jahre ist der Polo alt. Seitdem Volkswagen das kleine Auto 1975 zum Einstiegspreis von 7500 Mark erstmals auf den Markt brachte, ist es allerdings vier Mal verjüngt worden. Auf die neueste Generation sind die Wolfsburger besonders stolz, weil sie «eine Brücke zwischen dem Lupo und der VW-Zukunft schlägt», wie Produktmanagment-Chef Tobias Volkmer sagt. Im Klartext heißt das: Der neue Polo hat keine Ähnlichkeit mehr mit dem niedlichen Lupo, er will aber auch kein kleiner Golf sein.

Keine Kopie der anderen Modelle

Das 3,91 Meter lange Auto zeigt das so genannte Markengesicht der neuen Volkswagen-Modelle. Es ist also auf den ersten Blick als VW zu erkennen. Dennoch hat der Polo «seinen eigenen Charakter» wie der Leiter des Exterior-Design, Andreas Mindt, findet.

Die kugelrunden Scheinwerfer und Blinker haben aggressiveren Augen Platz gemacht, die ihren Focus auf die Straße richten. Die gesamte Front verjüngt sich in einer dynamischen V-Form. Sie erstreckt sich über leichte Falten in der Motorhaube bis unter den Kühlergrill. Die Blinker hat Volkswagen beim neuen Polo in die Seitenspiegel integriert.

Kreisförmiger Chrom

Das markante Bremslicht. Foto: Werk

Das Hinterteil lässt noch immer die Verwandtschaft mit dem alten Modell erahnen. Allerdings findet sich auch hier die V-Form an der Unterkante der Heckscheibe wieder. Die trapezförmigen Rückleuchten werden von einem in Chrom eingerahmten, kreisförmigen Bremslicht dominiert.

Im Innenraum ist das Cockpit unaufgeregt gestaltet, wer sich mit Volkswagen-Modellen auskennt, findet alles am richtigen Platz. Der Kofferraum fasst 270 Liter und lässt sich dank umklappbarer Rückbank auf 1030 Liter vergrößern. Für Kleinfamilien und Senioren ist der Fünftürer Programm, das Einsteigen erfolgt ohne Verrenkungen, auch großgewachsene Passagiere haben viel Platz.

Der Edelste seiner Liga

Das Hinterteil mit der V-förmigen Rückscheibe. Foto: Werk

In seiner Klasse soll der Polo das edelste Auto sein, sagt Volkmer. VW richtet sich mit dem Klassenliebling hauptsächlich an drei Zielgruppen: Kunden, die kein Discount-Auto fahren wollen, markentreue Senioren und Fahranfänger mit dem nötigen Kleingeld.

Und das ist wichtig, denn in der Basisversion mit dem 1,2 Liter großen Benzinmotor (40kW/55 PS) kostet der Polo immerhin 11.250 Euro. Wer die karge Trendline-Ausstattung (Zentralverriegelung, elektrische Fensterheber, Front- und Seitenairbags sowie ABS) mit einer Klimaautomatik und einer asymmetrisch geteilt umklappbaren Rückbank aufwerten will, muss weitere 950 Euro für die Comfortline-Ausstattung drauflegen. ESP lässt sich Volkswagen mit 400 Euro Aufpreis bezahlen. Aufregendstes Feature der Variante Sportline sind die Leichtmetallräder «Misano» 6J x 14 mit 185/60 R 14 Reifen.

Das Cockpit in der hochwertigen Sportline-Ausstattung. Foto: Werk

Der Basis-Benziner macht einen vernünftigen Eindruck, dürfte allerdings nur Fahrern genügen, die an der Ampel nicht mehr die Schnellsten sein müssen. Das maximale Drehmoment liegt bei 3000 U/min an. Um auf Touren zu kommen, muss der Fahrer fleißig schalten. In 17,5 Sekunden wird auf 100 km/h beschleunigt, die Spitzengeschwindigkeit beträgt 152 km/h.

Ähnliches gilt für den 1,4 Liter großen Einstiegs-Diesel (51kW/70PS), der ab 13.485 Euro kostet. Er hat ganz schön zu tun, das rund 1100 Kilogramm schwere Auto aus dem Stand zu bewegen. Sein maximales Drehmoment liegt bei 1600 Umdrehungen an. Das Motoren-Grollen ist bei höheren Geschwindigkeiten (Höchstgeschwindigkeit 164 km/h) deutlich zu vernehmen. Dafür lässt der Diesel - zum Beispiel einen Fahranfänger - nicht im Stich. Ist der Motor gestartet, arbeitet er zuverlässig.

Ein sicheres Gefühl

Die eher schmucklose Trendline-Variante. Foto: Werk

Nach Volkswagen-Angaben verbraucht der kleinste Otto-Motor rund sechs Liter Superbenzin, der TDI 4,7 Liter Diesel. Verkaufsschlager dürften trotz des niedrigen Verbrauchs aber wohl eher die beiden etwas stärkeren und spritzigeren 1,4-Liter-Motoren mit 75 PS (Benziner) und 80 PS (TDI) werden. Alle Motoren erfüllen die Euro-4-Abgasnorm. An Bremsen und Fahrwerk gibt es nichts auszusetzen, die Lenkung könnte etwas direkter sein. In jeder Verkehrssituation hat man im Polo ein sicheres Gefühl.

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