Dacia Duster: Viel Auto für ein kleines Budget

Dacia Duster: Viel Auto für ein kleines Budget
Dacia hat den Duster aufgefrischt. © Dacia

Der Dacia Duster hat ein Facelift bekommen. Was kann man von einem Fahrzeug erwarten, was knapp unter 12.000 Euro kostet?

Die erste Fahrt im gelifteten Dacia Duster ruft Erinnerungen an eine andere Zeit wach. Wer ständig mit neumodischen Testfahrzeugen unterwegs ist, wundert sich schon beim Anblick von klassischen Rundinstrumenten mit physischen Anzeigenadeln statt der heute üblichen reinen Bildschirmfläche. Und auch manuelle Schaltgetriebe – im Duster mehr Regel als Ausnahme – sind auf dem Rückzug.


Doch ein Neuwagen, der ab einem Listenpreis von 11.990 Euro zum Kauf steht, kann schwerlich sämtliche angesagten Goodies bieten. Überbordend viel Displayfläche scheint jedenfalls nicht dazuzugehören. Immerhin steckt unter der Haube des Einsteigers das Einliter-Dreizylindertriebwerk mit 90 PS als Innovationsleistung. Vor nicht allzu langer Zeit waren es schließlich noch größer volumige Saugmotoren.

Duster hat Länge von 4,34 Meter

Aber so manche positiven Überraschungen bietet der mit 4,34 Metern Außenlänge quasi zum Kingsize-Kleinwagen gehörende Duster dann doch. Er ist für ein Low-Budget-Vehikel beispielsweise recht stylisch, was nicht zuletzt spannenden Außenlackierungen vom peppigen „Arizona-Orange“ bis zum gedeckten „Iron-Blau“ geschuldet ist. Die praktische und überdies architektonisch ausgefallen gestaltete Dachreling mit dem markanten Duster-Schriftzug lässt den Rumänen zur Designerware avancieren. Ähnlich blickfangend fällt auch die Front mit dem prägnanten Kühlergrillmuster aus und dem jetzt nachgeschärften Lichtdesign. Letzteres gilt auch für die Heckleuchten.

Der Dacia Duster verfügt über ein Touchscreen im Innenraum. Foto: Dacia

Innen präsentiert sich der Duster dann doch schlichter. Aber Vorwürfe kann man dem Dacia-Entwicklerteam kaum machen, muss es doch mit schmalen Budgets operieren. Insofern geht ein bisschen Hartplastik dann doch in Ordnung. Und einen sogar zackig reagierenden zentralen Touchscreen hat das Dacia Infotainment-Repertoire ja im Angebot, damit sollten die Forderungen der entsprechenden Fangemeinde abgegolten sein. Natürlich laufen hier neben der integrierten Navigation auch die Anwendungen, die vom eigenen Smartphone auf die Fahrzeug-Oberfläche gespiegelt werden. Mehr USB-Anschlüsse (auch hinten) haben mit dem Facelift Einzug in den Duster gehalten, um den Erwartungen heutiger Kunden gerecht zu werden.

Auch mit Flüssiggas zu bekommen

Zurück zum Antrieb: Dacia bietet einen aufgeladenen Ottomotor, der zumindest in den mittleren Ausstattungslinien ohne Mehrpreis ebenso als Flüssiggas-Ausführung geordert werden kann und dann sogar auf 100 PS kommt. Mit knapp 50 Litern Gas (früher nur 42) plus weitere 50 Liter Benzin ist diese Version gut für knapp 1.600 Kilometer Reichweite mit zwei vollen Tanks, wenn man die werksangegebenen 7,1 Liter Gas je 100 Kilometer sowie 5,8 Liter Benzin für die gleiche Strecke als gemittelte Werte zu Grunde legt.

Weitere Optionen sind der 131 PS starke Vierzylinder sowie der Vierzylinder mit 150 PS mit Sechsgang-Automatik (Doppelkupplung). Die 150 PS-Variante ist auch mit Allradantrieb zu haben. Außerdem steht noch der 115 PS leistende Selbstzünder in Kombination mit Front- oder Allradantrieb zur Wahl.

Manuelles Sechsganggetriebe Serie

Dass der Einsteiger kein Dynamikpaket ist, liegt auf der Hand. Aber recht quirlig setzt er sich dann doch in Bewegung, und ein Sechsgang-Getriebe ist Standard. Für urbane Regionen reicht der Motor jedenfalls, und selbst auf Autobahnen bietet er zumindest bis Richtgeschwindigkeit genügend Reserve. Einen ganz anderen Charakterzug als erwartet dagegen kennzeichnet den kräftigen 1,3-Liter mit 150 PS.

Der Turbo geht fast ohne Anfahrschwäche ziemlich bissig zu Werke, hängt richtig gut am Gas und sorgt für Fahrspaß in dem ansonsten eher sachlich ausgerichteten Duster. Da kommen bisweilen sportliche Fahrgefühle auf. Währenddessen arbeitet der Doppelkuppler hinreichend geschmeidig und verkneift sich Schaltrucke weitgehend.

Kein Wettbewerber in Sicht

Und noch eine Facette lässt den Duster charmant erscheinen – zumindest für eine bestimmte Klientel: Es gibt in diesem Preissegment quasi keinen Wettbewerber, der so flink im Gelände ist. Denn dazu gehört neben Allradantrieb – über den in diesem Segment kaum ein Auto verfügt – ja auch noch ein entsprechender Böschungswinkel, um beim Anfahren von Hindernissen nicht schon mit dem vorderen Stoßfänger hängenzubleiben.

Der Dacia Duster verfügt über Allrad. Foto: Dacia

Dacia führt auf einem kleinen Geländeparcours vor, dass der Duster überdies mit veritablen Verschränkungssituationen wunderbar klarkommt und dank Sperrfunktion auch dann nicht steckenbleibt, wenn ein Rad in der Luft hängt. Als Unterstützung darf der Fahrer auf diverse Kameraperspektiven und verschiedene Geländeinformationen wie Neigungswinkel oder die Höhenlage zurückgreifen. Derlei spielt dem Dieselmotor in die Hände, der schon knapp über Leerlaufdrehzahl sattes Eingangsdrehmoment an das Getriebe liefert. Die dCi-Ausgabe des Duster ist übrigens die günstigste Möglichkeit, in den 4×4-Genuss zu kommen – schlägt mit 19.990 Euro allerdings merklich drastischer ins Kontor als die Basis. Dafür bleibt der 1,5-Liter mit 4,7 Litern Kraftstoff pro 100 km deutlich unter den Werten seiner Benziner-Kollegen.

Ein geräumiges Innenleben mit viel Platz für Passagiere und Gepäck – bis zu 1.478 Liter Kofferraumvolumen sind angesagt – mach den Duster nicht nur zu einem preislich günstigen, sondern obendrein nutzwertigen Kandidaten. Ein schicker ist er ja sowieso. (SP-X)

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