Crossfire SRT-6: Schnell, schön, exklusiv

Das Hinterteil des SRT-6 © Foto: Werk

Der Chrysler Crossfire SRT-6 ist ein Hingucker. Doch der Sportwagen sieht nicht nur gut aus, sondern bietet auch hervorragende Fahrleistungen – bei mehr als 300 PS ist das auch kein Wunder.

Von Stefan Zaumseil

Der Mensch strebt nach Individualität. Besonders den Piloten von Sportwagen geht Exklusivität über alles. Porsche gibt es zumindest in Süddeutschland wie Sand am Meer und auch kraftvolle Mercedes-Version trifft man an jeder Ecke. Doch wie wäre es mit einem Chrysler Crossfire? Als SRT-6 über 300 PS stark, wirklich schnell - und absolut exklusiv.

Hinterteil begeistert

Der SRT-6 ist kein gewöhnlicher Crossfire. Bereits der ist sehenswert und allemal ein Hingucker. Mit dem tiefen Frontspoiler, den wuchtigen 19-Zöllern und dem auffälligen Leitwerk am Heck schaut man sich nach der aufgeladenen Sportversion unvermeidlich um - und ist immer wieder begeistert von diesem Hinterteil. Die Basisversion des Chrysler Crossfire bietet mit 3,2 Litern Hubraum und 218 PS bewährte und keinesfalls enttäuschende Motorentechnik.

Das Hinterteil des SRT-6 Foto: Werk

Doch der SRT-6 bietet nicht nur optisch, sondern auch technisch das gewisse etwas mehr. Dank Kompressoraufladung wurde dem 3,2-Liter-Aggregat ordentlich Druck im Kessel gemacht. 246 kW / 335 PS - das kann sich selbst gegenüber der kraftvollen Sportwagenkonkurrenz von Boxster, 350Z und Co. Sehen und hören lassen.

Unten herum geht es trotz früh einsetzenden Kompressors noch beschaulich zu. Ab 3500 Umdrehungen ertrampelt die Kurbelwelle 420 Nm Drehmoment, die über die mächtigen 19 Zöller kraftvoll auf die Straße gezaubert werden. Die ebenfalls bewährte Fünfgang-Automatik hat schon zahlreichen Mercedes-Modellen zu Ehren verholfen. Beim Chrysler Crossfire ist es ähnlich. Die Schaltvorgänge sind weich und präzise.

Prächtiger Sound

Ein Beweis dafür, dass es nicht immer sechs oder sieben Gänge sein müssen, die Freude bereiten. Die beste Automatik ist sowieso die, die unbemerkt im Hintergrund arbeitet. Neben dem prächtigen Sound und dem kraftvollen Vortrieb ist die Motor-Getriebe-Kombination die stärkste Seite des 1,5 Tonnen schweren Deutsch-Amerikaners mit Produktionsstandort Osnabrück. Ein Gedanke muss erlaubt sein: Wie würde sich der SRT erst mit einer knackigen Handschaltung bewegen lassen?

Die Front des Crossfire Foto: Werk

Erwartungsgemäß zaubert der SRT-6 seinem sportlichen ambitionierten Piloten ein Lächeln ins Gesicht. 0 auf 100 km/h in 5,3 Sekunden reichen nicht zu einem Klassenbestwert, lassen einen jedoch an keiner Ampel verhungern. Die abgeregelte Höchstgeschwindigkeit von 255 km/h dürfte den wenigen SRT-6 vielleicht nicht reichen. Geöffnet wird jedoch nur beim Tuner. Dann sollten knapp 280 km/h drin sein. Im Alltagsbetrieb fährt sich der sportliche Crossfire kaum anders als ein Bruder von der Stange, nur eine ganze Ecke straffer. Durchschnittlich verbrauchte der Chrysler 12,8 Liter Super auf 100 Kilometer. Angesichts der Leistung im Rahmen.

Der SRT-6 ist ein echter Kraftmeier, der sich auf der Autobahn zu Hause fühlt. Er hat Kraft in allen Lebenslagen und macht jeden Überholvorgang zu einem wahren Vergnügen. Doch sowohl Bremsen als auch die indirekte Lenkung lassen für einen waschechten Sportwagen einige Wünsche offen. Das gilt auch für den Innenraum. Groß gewachsene Piloten und Beifahrer sitzen durch die engen Abmessungen nicht wirklich bequem.

215 Liter Kofferraum

Der Kofferraum schluckt gerade einmal 215 Liter. Zudem lassen sich die chicen Ledersitze und das Lenkrad nicht ausreichend verstellen. Hier bietet die starke Konkurrenz deutlicht mehr. Das gilt auch für die Sonderausstattungen. Der Crossfire SRT-6 ist mit Radionavigation, beheizten Ledersitzen, ESP oder Tempomat gut ausgestattet. Doch Details wie Bildschirmnavigation, Xenonlicht oder eine Sitzhöhenverstellung auf der Beifahrerseite sind nicht einmal gegen Aufpreis zu bekommen. Der Basispreis des Power-Crossfires: 50.800 Euro. Wer grenzenlose Exklusivität und Sonne will - den SRT-6 gibt es auch als Roadster.