Citroen C1: Der billigere Drilling

Der Citroen C1 © Foto: Werk

Nach Toyota hat nun auch Citroen den fast baugleichen C1 vorgestellt. Dabei ist das Basismodell bis zu 600 Euro billiger als seine Geschwister.

Thomas Flehmer

Knapp vier Wochen nach der Präsentation des Toyota Aygo hat Citroen mit dem C1 nachgezogen. Der zusammen mit dem Aygo und dem Ende der Woche vorzustellenden Peugeot 107 fast identische Kleinwagen hat seinen Geschwistern eines voraus: Das Basismodell «Advance» ist mit 8.390 Euro fast 600 Euro billiger. Allerdings fehlen in der ab 10. Juni erhältlichen Basisausstattung Servolenkung und elektrische Fensterheber. Kommen die dazu, eint auch der Preis die zu 92 Prozent baugleichen Modelle aus Japan und Frankreich.

Alles abgerundet

Der Drehzahlmesser Foto: Werk

Der C1 präsentiert sich im Gegensatz zum Aygo mit rundlichen Rückleuchten, die am Heck in Richtung Dach hochgezogen verlaufen. Auch die Motorhaube zeigt Unterschiede zum «japanischen Blutsbruder» auf. Ansonsten sind die 3,43 Meter kurzen Dreizylinder kaum voneinander zu unterscheiden.

Für den 50 kW (68 PS)-starken Motor zeichneten sich die Japaner verantwortlich, bei der Innenausstattung waren die Franzosen federführend, bei der Karosserie hatte jeder Hersteller freie Hand.. Deshalb kamen auch die Rundungen der Rückleuchten des C1 ebenso zustande wie auch der für 169 Euro Aufpreis erhältliche Drehzahlmesser. Gemeinsam mit den an der Lenksäule angebrachten Armaturen sorgen sie für eine gute Übersicht beim Fahren.

Hinter dem Fahrer geht es eng zu

Hinten ist es eng Foto: Werk

Auch in den Sitzen des 1,46 Meter hohen Citroen können sich zumindest Fahrer und Beifahrer wohlfühlen. Hinten allerdings sollten sich Mitfahrer nur kürzere Zeiten aufhalten, um keine Krämpfe oder Trombosen zu bekommen. Dort gibt es keine Verschiebemöglichkeiten der Rücksitze. Sehr viel Platz nach hinten gibt es nicht.

Denn der Kofferraum weist selbst nur schmale 139 Liter unter der Kofferraumabdeckung auf. Sollte die kleine Klappe verschwinden, hat selbst ein Kasten Wasser Chancen, dort untergebracht zu werden. Ansonsten müssen die Getränke auf den Rücksitzen platziert werden. Dafür kommt der 400 Euro teurere Fünftürer eher in Frage als der Dreitürer, bei dem der Vordersitz umständlich nach vorne geschoben werden muss.

Fix, aber laut

Das Cockpit des C1 Foto: Werk

Dafür aber werden die Getränke zügig und sicher transportiert. Der C1 bleibt auch in Kurven auf dem Asphalt haften und vermittelt Sicherheit. Zwar besitzt der C1 nur ein maximales Drehmoment von 93 Nm, das bei 3600 U/min anliegt, doch dank lediglich 865 Kilogramm beim Dreitürer und zehn Kilogramm mehr beim Fünftürer reiht sich der mit einem 1.0 Liter Benzinmotor ohne Probleme in den Verkehr ein. Dabei gibt Citroen den vErbrauch mit 4,6 Litern auf 100 Kilometern an.

Für den Sprint benötigt der Super bleifrei fressende C1, der auf eine Höchstgeschwindigkeit von 157 km/h kommt, 13,7 Sekunden. Aber in diesem Segment ist die Schnelligkeit zweitrangig, ebenso wie die Lautstärke. Die kleinen Motoren sind nicht so abgedämpft wie die größeren Aggregate. Doch auch auf der Autobahn ist Konversation noch möglich.

Dieselmodell folgt

Um so erfreulicher, dass die im tschechischen Kolin gefertigten Kleinwagen mit 26 Punkten noch vier Sterne im europäischen Ncap-Crashtest erhalten haben und somit trotz aller Sparzwänge den Dacia Logan von Renault distanzieren. So ist schon das Basismodell mit vier Airbags, vier Kopfstützen und ABS ausgestattet.

Im kommenden Jahr folgen noch ein Benziner mit einem automatisierten SensoDrive-Schaltgetriebe sowie ein Diesel. Allerdings wird der Hdi 55 ohne Partikelfilter ausgestattet sein. «Der Diesel unterschreitet die Abgasnorm Euro 4 auch ohne Filter um gut die Hälfte des Grenzwertes», sagt Citroen-Pressesprecher Thomas Albrecht. Euro 5 würde er aber nicht schaffen. Doch diesem Problem stellen sich die Franzosen erst, wenn diese strengere Norm überhaupt kommen sollte.

Konkurrenz im eigenen Haus

Auch ohne Filter hofft Citroen, im kommenden Jahr 10.000 Kleinwagen in Deutschland absetzen zu können. Dabei sitzt die Konkurrenz nicht nur außerhalb. Mit dem C1, dem C2 und C3 sowie dem C3 Pluriel besitzt Citroen gleich vier Modelle aus dem Kleinwagensegment, die sich eher gleichen als unterscheiden.

Für die Franzosen kein Hindernis: Durch die größere Auswahl würden auch mehr Fahrzeuge verkauft werden, so Albrecht. Im vergangenen Jahr verzeichnete Citroen schon einen Marktanteil von 8,4 Prozent in Europa.