Chrysler Sebring 2.0 CRD: Mitten in die Mitte

Chrysler Sebring 2.0 CRD © Foto: press-inform

Wer Sebring hört, erinnert sich in Europa allenfalls an das gleichermaßen elegante wie endlos lange Cabriolet. Der offene Amerikaner wird im Sommer abgelöst. Bereits vorher kommt der neue Sebring als Limousine.

Von Stefan Grundhoff

Die Chrysler-Verantwortlichen wissen, dass sich auf dem europäischen Markt etwas tun muss. US-Modelle einfach nur auf die Märkte in Deutschland, Spanien oder Italien zu werfen, brachte keinen Erfolg. Der neue Sebring feierte seine Weltpremiere im vergangenen Sommer daher sogar auf der London Motor Show. Design, Abstimmung und Motorisierung orientieren sich ab sofort an internationalen Maßstäben. Wichtigste Neuerung ist das Dieseltriebwerk, das ähnlich wie bei den Modellen Jeep Compass und Patriot oder Dodge Caliber von Volkswagen eingekauft wurde.

Lautes Triebwerk

Der zwei Liter große Motor des Pumpe-Düse-Sebring dürfte nicht nur in Deutschland das Volumenmodell werden. Das Triebwerk ist laut, aber kraftvoll. 103 kW / 140 PS und ein maximales Drehmoment von 310 Nm bei unter 1800 U/min sorgen für einen kraftvollen Vortrieb aus allen Lagen. Für den Spurt 0 auf 100 km/h benötigt der Fronttriebler müde 11,1 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit beträgt 201 km/h. Der Durchschnittsverbrauch von 6,2 Litern Diesel auf 100 Kilometern sorgt zusammen mit dem 64 Liter großen Kraftstofftank für eine Reichweite von über 1000 Kilometern.

Mehr bietet auch die deutsche Konkurrenz nicht. Das manuelle Sechsganggetriebe liegt gut in der Hand und ist gelungen abgestuft. Ebenfalls im Programm ein Zweiliter-Benziner, der mit seinen vier Zylindern 112 kW / 152 PS und 190 Nm leistet. Zudem werden bei uns ein 2,4-Liter-Aggregat mit 173 PS sowie ein 2,7 Liter V6 mit rund 200 PS verfügbar sein. Der Sebring dürfte es trotzdem auf dem deutschen Markt schwer haben. Das Design mit deutlichen Anleihen bei der Coupe-Ikone Crossfire sowie verschiedenen Asien-Modellen braucht keinen Vergleich zu scheuen. Trotzdem dürften die Konkurrenten nicht 3er BMW, Audi A4 oder VW Passat sein, sondern eher andere importierte Fahrzeuge wie Hyundais Sonata, Toyotas Avensis oder Peugeots 407.

Maßstäbe beim Platzangebot

Viel Platz vorhanden Foto: press-inform

Beim Platzangebot setzt der Chrysler Sebring Maßstäbe. Mit einer Länge von 4,85 Metern ist der Fronttriebler einer der größten seiner Klasse - innen und außen. «Der Sebring beinhaltet die bekannten Chrysler-Attribute ausdrucksstark, athletisch und leidenschaftlich», so Chefdesigner Trevor Creed. Der Innenraum zeigt sich im typischen Chrysler-Stil, mit allen Konsequenzen: Selbst beim Edel-Modell Limited gibt es trotz beheizten Ledersitzen allzu lieblose Kunststoffapplikationen, wohin das Auge auch blickt.

Besonders Bedienelemente, Mittelkonsole und Lenkrad könnten auch in dem neuen Mittelklassemodell hochwertiger sein. Die Sitzposition ist dagegen vorne vorbildlich. Hinten stören die weiche Polsterung und die nicht verstellbaren Kopfstützen. Die Fondpassagiere können sich zudem über einen DVD-Bildschirm freuen, der sich in der vorderen Mittelarmlehne versteckt und ausgeklappt werden kann. Neu im Sebring ist das Bildschirmnavigationssystem mit einer 20 Gigabyte großen Festplatte und USB-Port für iPod und Co. Der Kofferraum könnte mit 441 Litern größer sein.

Gelungene Fahrwerkabstimmung

Das Cockpit Foto: press-inform

Europäischer denn je präsentiert sich auch die Fahrwerksabstimmung. Das schwammig-weiche Hin und Her vergangener Jahre ist verschwunden. Der Chrysler Sebring ist straff, dabei aber nicht unkomfortabel abgestimmt. Bodenwellen, Gullydeckel und Querfugen werden sanft spürbar an die Insassen weitergegeben.

Seine starke Frontlastigkeit kann der 1,6 Tonnen schwere Sebring gerade bei flottem Tempo allerdings nicht unterdrücken. Im Grenzbereich schiebt er spürbar über die Vorderachse und die Antriebskräfte schlagen sich bei nasser Piste ins Steuerrad durch.

Komplette Sicherheitsausstattung

Anleihen vom Crossfire Foto: press-inform

In den USA startet der Chrysler Sebring 2.4 Touring bei rund 20.000 US-Dollar. Die Preise für den deutschen Markt stehen noch nicht fest. Der sparsame CRD ist in Nordamerika nicht zu haben, dürfte in Deutschland jedoch für unter 25.000 Euro im Handel stehen. Dafür gibt es eine komplette Sicherheitsausstattung mit Front-, Kopf- und Seitenairbags, ABS, ESP sowie Bremsassistent.

Gerade der Limited ist mit Ledersitzen, Soundsystem, Bordcomputer und Klimaautomatik sehr gut ausgestattet und lässt sich mit Schiebedach, DVD-Entertainment oder Navigationssystem sinnvoll aufrüsten. Xenonscheinwerfer sind jedoch nicht einmal gegen Aufpreis zu bekommen.