Chevrolet Spark: Frecher Flitzer für die Stadt

Chevrolet Spark 1.0

Chevrolet Spark: Frecher Flitzer für die Stadt
Der Chevrolet Spark © AG/Mertens

Die GM-Tochter Chevrolet wartet in diesem Jahr mit nur einer Modellneuheit auf: dem Spark. Der Kleinwagen wird für rund 9000 Euro angeboten. Was der Stadtflitzer zu bieten hat, sagt unser Test.

Von Frank Mertens

Das Jahr eins nach der Abwrackprämie ist für Chevrolet kein einfaches Jahr. Nachdem die Marke im Vorjahr mit einem Plus von 46,7 Prozent bei 31.259 Autos noch zu den großen Profiteuren der staatlich geförderten Verkaufsaktion gehörte, muss die GM-Tochter sich in diesem Jahr – wie viele andere Hersteller von Kleinwagen - wieder mit bescheideneren Verkaufszahlen begnügen.

Chevrolet Spark einzige Neuheit

Der Kaufzurückhaltung kann Chevrolet in diesem Jahr mit dem Spark indes nur ein neues Modell entgegenstellen. Erst in 2011 werden sich die Käufer gleich über sieben neue Modelle freuen können, darunter neben dem neuen Orlando auch das Elektroauto Chevrolet Volt – das in den USA in diesem Jahr zu einem Preis von umgerechnet 31.500 Euro eingeführt wird und sich starker Kundenresonanz erfreut.

Der 1.0 Liter-Motor im Chevrolet Spark
Der 1.0 Liter-Motor im Spark hat 68 PS AG/Mertens

Bis dahin muss der Spark dafür sorgen, die erwarteten Verluste im Rahmen zu halten. Die Verkaufszahlen sprechen bisher indes von keinem Erfolg. Bis zum August. Erst mit dem Beginn einer großen Werbeaktion zogen die Verkäufe deutlich an. Entschieden sich im Juli gerade einmal 558 Kunden für den Spark, waren es im August bereits 1438 Kunden.

Der Chevrolet Spark
Das Platzangebot im Fond ist im Spark akzeptabel AG/Mertens

"Mit Beginn unserer großen Werbekampagne haben sich die Verkäufe fast verdreifacht. Und die bestehenden Auftragseingänge stimmen uns sehr zuversichtlich", sagte Chevrolet-Deutschlandchef Markus Leithe der Autogazette. Seit seinem Marktstart im März entschieden sich bislang 3737 Kunden für den Kunden. Für das Restjahr rechnet Leithe für den Spark mit weiteren Erfolgsmeldungen.

Nachfolger des Matiz

Die Seitenlinie des Spark von Chevrolet AG/Mertens

Der Chevrolet Spark, der den Matiz in der Modellpallette ablöste, hat mit seinem Vorgänger indes wenig gemein. Der nur 3,64 Meter lange Kleinwagen wartet mit einer anständigen Verarbeitung im Innenraum auf. Von Billigcharme keine Spur, er ist für ein Fahrzeug dieser Klasse sehr solide. Das trifft auch auf die Verarbeitungsqualität zu.

Für Menschen jenseits der 1,80 Meter könnten die Sitze indes etwas mehr Auflagefläche für die Oberschenkel vertragen. Zudem sind die Sitze zu weich ausgefallen, was man bei längeren Fahrten zu spüren bekommt. Für seine Abmessungen bietet der Spark seinen Passagieren jedoch ein überraschend gutes Platzangebot.

Der Chevrolet Spark
Der Kofferraum im Spark ist nicht gerade geräumig AG/Mertens

Im Fond können es zwei Erwachsene und ein Kind mit Blick auf die Kopf- und Kniefreiheit gut aushalten. Der Innenraum wurde perfekt genutzt. Doch das führt in der Folge dazu, dass der Kofferraum nur über ein Fassungsvermögen von 170 Litern verfügt. Das reicht für zwei Taschen und weiteren Kleinkrams. Hier muss also mit Bedacht gepackt werden, oder die Rückbank muss umgeklappt werden, dann stehen 568 Liter bereit.

Um den Kofferraum vor dem Losfahren zu beladen, muss die Heckklappe leider umständlich mit dem Schlüssel geöffnet werden. Das ist nicht mehr zeitgemäß. Der Hersteller verspricht aber, dass sich die Heckklappe bei den Modelle des kommenden Jahres dann auch per Funkschlüssel und einem Griff öffnen lassen.

68 PS reichen

Das Heck des Spark von Chevrolet AG/Mertens

Der Spark ist auch nicht als Auto konzipiert, mit dem man 1000 Kilometer in den Urlaub fährt. Seine Bestimmung findet er in der Stadt – und hier macht er seine Sache dank seiner geringen Abmessungen ausgesprochen gut. Der von uns getestete 1.0 Liter Vierzylinder mit 68 PS ist natürlich kein Ausbund an Sportlichkeit. 15,5 Sekunden bis Tempo 100 sind gefühlt eine Ewigkeit. Doch seien wir ehrlich: Für die Stadt und kurze Strecken auf der Autobahn reicht die Leistung allemal.

Der Motor im Spark ist dabei kein Leisetreter, zudem verlangt er nach Drehzahl. Sein maximales Drehmoment von niedlichen 93 Newtonmetern liegt bei 4800 Umdrehungen an. Doch mit seinem anständig abgestimmten Fünfganggetriebe lässt es sich dabei gut zurechtkommen. Die Lenkung bietet eine direkte Rückmeldung. Das Fahrwerk des kleinen Chevys ist okay, mehr aber auch nicht. Fahrbahnunebenheiten bekommt man im Innenraum deutlich zu spüren. Beim Verbrauch geriert sich der Spark indes nicht wie ein Kleinwagen.

Hoher Verbrauch

In der Stadt genehmigte er sich satte 7,4 Liter und im kombinierten Verbrauch waren es auch noch 6,3 Liter. Anzumerken bleibt allerdings, dass unser Testwagen gerade erst etwas mehr als 1100 Kilometer zurückgelegt hat und noch weiter eingefahren werden muss. Entsprechend kann sich der Verbrauch noch etwas reduzieren.

Keine Sorgen müssen sich die Insassen beim Spark übrigens über ihre Sicherheit machen. Der Kleinwagen verfügt über sechs Airbags. Wie bei vielen anderen Kleinwagen gehört ESP auch beim Spark nicht zur Serienausstattung. Hierfür muss der Kunde 300 Euro extra auf den Tisch legen. Der Einstiegspreis für den Spark 1.0 beginnt bei 8990 Euro. Die von uns gefahrene Ausstattungsvariante LS geht bei 10.890 Euro los. Wer nach mehr Leistung verlangt, dem bietet Chevrolet noch den 1.2 Liter mit 82 PS an. Er startet bei 11.690 Euro. Unterm Strich braucht sich der Spark in dieser Klasse nicht verstecken. Im Gegenteil: Mit seinem Design sorgt er für einen frechen Auftritt.

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Nach dem Sport- und Publizistikstudium hat er in einer Nachrichtenagentur volontiert. Danach war er Sportjournalist und hat drei Olympische Spiele als Berichterstatter begleitet. Bereits damals interessierten ihn mehr die Hintergründe als das Ergebnis. Seit 2005 berichtet er über die Autobranche. Neben der Autogazette verantwortet er auch das Magazin electrified.

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