Cadillac XT 4: Neustart mit Kompakt-SUV

Optisch ansprechend: der Cadillac XT 4. © Cadillac

Die US-Premiummarke Cadillac spielt auf dem deutschen Markt so gut wie keine Rolle. Nun wagt sie mit dem XT4 einen Neuanfang.

Mit dem bislang kompaktesten Modell soll das gelingen, was man bislang nicht geschafft hat: nämlich mehr zu sein als ein Nischenanbieter. Damit das auch gelingt, schickt die Premiummarke den XT 4 in das boomende Segment der kompakten SUV.


Das Segment boomt zwar, doch es ist auch entsprechend hart umkämpft. So stellt sich der XT4 dort solch renommierter Konkurrenten wie dem Volvo XC40, einem BMW X1 oder einem Mercedes GLA. Wer sich in einem solchen Umfeld behaupten will, der muss auch etwas zu bieten haben. Das weiß man auch bei Cadillac. Dort startet man zunächst mit dem Nachteil, dass die Marke auf dem deutschen Markt zuletzt gar kein Modell mehr im Angebot hatte – und letztlich über so gut wie keine Sichtbarkeit auf den Straßen verfügt.

Ansprechendes Design

Zwar haben Modelle wie die Limousinen CT 6 oder ATS bei den Tests gute Noten erhalten, doch bei den Käufern hat das nicht verfangen. Doch das könnte diesmal mit dem XT 4 anders werden. Da ist zunächst einmal das Design. Es wurde von einem Team von Designern verantwortet, die um die 30 Jahre alt sind. „Es ist das jüngste Designteam in der Geschichte von Cadillac“, berichtet Pressechef Rene Kreis. Das hat sich augenscheinlich ausgezahlt. Das Design des XT 4 sticht mit seiner scharf geschnittenen Front und seinem Heck mit seinen sensenförmigen Leuchten aus der Masse der gleichförmigen SUVs heraus.
Von der Modernität des Exterieur-Designs merkt man im Innenraum indes weniger.

Das Cockpit des Cadillax XT 4. Foto: Cadillac

Während bei der Konkurrenz längst Digitalinstrumente Einzug gehalten haben, findet man beim XT4 noch analoge Instrumente vor. Das liegt indes weniger an der Rückschrittlichkeit von Cadillac, als vielmehr an dem Umstand, dass das Modell bereits seit zwei Jahren in den USA auf dem Markt ist.

Wertiger Innenraum

Doch wer auf den neuen Digitalchic verzichten kann, wird nicht enttäuscht. Die Instrumente sind gut ablesbar, intuitiv zu bedienen und die Verarbeitung ist wertig. Da braucht sich der XT 4 nicht zu verstecken. Das trifft auch auf die Assistenzsysteme zu, die so umfassend sind, wie man es auch von anderen Herstellern kennt. Es gibt beispielsweise einen Spurwechselassistenten oder einen Querverkehrswarner. Auch ein Headup-Display ist im Angebot. Doch während europäische Konkurrenzmodelle die Insassen über teils nervige Warntöne über Gefahrensituationen informiert, wird dies im XT 4 durch vibrierende Sitze erledigt.

Im Innenraum wird man nicht nur durch wertige Materialien verwöhnt, sondern auch durch ausreichend Platz. So bietet der 4,60 Meter lange XT 4 nicht nur ausreichend Platz für bis zu fünf Passagiere, sondern weist auch ein akzeptables Kofferraumvolumen von 637 Litern auf.

Diesel mit 174 PS Leistung

Die Leuchten laufen bis in die Heckklappe. Foto: Cadillac

Doch wie fährt sich der XT4 nun? Gut, groß etwas zu beanstanden gibt es an seinen Fahreigenschaften nicht. Das Fahrwerk ist europäisch straff, der für Europa entwickelte Diesel ist im Großen und Ganzen laufruhig, nur beim Beschleunigen wird er etwas lauter. Der Zweiliter-Vierzylinder-Diesel im von uns gefahrenen 350 D leistet dabei 174 PS und kommt auf ein maximales Drehmoment von 381 Nm, die zwischen 1500 und 2750 Touren anliegen. Der 350 D wird dabei sowohl mit Front- als auch mit Allradantrieb angeboten. Der Durchzug des Aggregats ist dabei in Kombination mit der Neungangautomatik anständig. Auf eine milde Hybridisierung wurde beim XT 4 verzichtet, der beim Allradmodell auf einen Verbrauch von 6,9 Liter kommen soll. Bei den Stadtfahrten in Berlin zeigte der Bordcomputer einen Wert von 7,7 Litern an. Also ganz unrealistisch ist dieser in Aussicht gestellte Wer nicht.

Ab dem 10. Oktober steht der XT 4 in den Schauräumen der elf deutschen Händler. Sein Preis startet beim Diesel in der Launch Edition bei 42.900 Euro. Als Allradversion werden in der Variante Launch Edition Sport (dann ist auch Allrad an Bord) 47.100 Euro fällig. Die Standardversion (Luxury) kostet 35.800 Euro und kommt zum Jahresende dann auch als Benziner (350 T) auf den Markt. Er leistet dann 230 PS. Nun darf man sich überraschen lassen, wie der XT 4 bei den Kunden ankommt. Die Absatzerwartungen sind zurückhaltend. In diesem Jahr wäre man zufrieden, noch ein paar Hundert Einheiten abzusetzen.

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