BMW M240i: Sportlich unterwegs mit sechs Zylindern

BMW M240i: Sportlich unterwegs mit sechs Zylindern
Die BMW-Entwickler haben das neue 2er Coupé auf noch mehr Fahrdynamik getrimmt. © BMW

Das gibt es noch – zumindest bei BMW: ein Kompaktmodell mit Sechszylinder und Allrad. Wir waren mit dem M240i xDrive unterwegs.

Motor vorn, Antrieb hinten. Dieses Layout zählt bei BMW zu den traditionellen Markenwerten, seit Jahrzehnten, auch wenn einige Modelle im Portfolio des bayerischen Autoherstellers bereits mit Frontantrieb auf der Straße sind. Dazu gehört beispielsweise das viertürige 2er Gran Coupé, nicht aber das zweitürige 2er Coupé, das in neuer Generation – intern G 42 genannt – im Februar auf den Markt kommt.


Sogar seinen Dreiliter-Sechszylinder-Reihenmotor schickt BMW beim 2er Coupé nicht in Rente. Im Gegenteil. Weil die Nachfrage nach diesem seidenweichen und starken Turbo-Triebwerk schon beim Vorgänger mit über 30 Prozent ungewöhnlich groß war, stand es für die Produkt-Strategen von Anfang an fest: Er bleibt im Programm. Fortan steckt er unter der Haube des M240i xDrive Coupé.

Topmodell der Baureihe

Im Cockpit des BMW M240i ist alles auf den Fahrer ausgerichtet. Foto: BMW

Wie die Typenbezeichnung unmissverständlich preisgibt, hat diese Variante stets Allradantrieb und bildet, bis zirka 2023 der M2 kommt, das vorläufige Topmodell der Baureihe. Und nicht nur das, BMW hat mit dem M240i xDrive Coupé auch ein Fahrzeug, das in seiner Klasse einzigartig ist – und für seine Fans so etwas wie eine Hommage an den legendären 02er turbo darstellt. Viele sehen in dem M240i xDrive Coupé auch den Enkel des knackigen 1er Coupés.

Entsprechend haben die BMW-Entwickler das neue 2er Coupé auf noch mehr Fahrdynamik getrimmt und sprechen im Vergleich zum Vorgängermodell von einem „deutlichem Plus an Agilität, Lenkpräzision und Kurvendynamik“. Bewusst ging man nicht die üblichen Komfort-Kompromisse ein. Schließlich weiß der Kunde, was für ein Fahrzeug er sich bestellt. Daher gilt das Modell intern auch als so etwas wie der „Bad boy in the class room“, wie Projektleiter Martin Gruber es salopp ausdrückt. „Wir gestehen dem M240i ein bisschen mehr Spielraum in Sachen Fahrdynamik zu als normalerweise üblich.“

Sonorer Motorensound

Das zeigt sich bereits nach wenigen Kilometern auf kurvenreicher Landstraße. Einmal mehr ist der alte BMW-Slogan „Aus Freude am Fahren“ kein Werbespruch, sondern Realität in Reinkultur. Der Sechszylinder, statt 320 PS jetzt 374 PS stark, hängt erwartungsgemäß herrlich am Gas, stets begleitet von einem sonoren Sound, wie ihn eben nur ein Reihenmotor liefern kann. Bis zu 500 Newtonmeter werden in die Achtgang-Steptronic geschickt, die das Drehmoment situationsbedingt an die Achsen verteilt. Alles, was einem präzisen und direkten Fahrverhalten dient, hat das M240i xDrive Coupé an Bord.

Dazu gehören eine variable Sportlenkung, die je nach Lenkeinschlag mit unterschiedlichen Lenkübersetzungen reagiert, ebenso wie eine nahezu ausgeglichene Achslastverteilung, ein elektronisches Sportdifferenzial und ein hinterachsbetontes Allradsystem. Es wundert nicht, dass das 2er Coupé in dieser Ausprägung von seinen Fans „the ultimate driving machine“ genannt wird.

Wer die etwas gemäßigtere Gangart bevorzugt, aber trotzdem den traditionellen Hinterradantrieb liebt, sollte sich die beiden anderen Motorisierungen in der Preisliste anschauen. Den Einstieg bildet bei den Benzinern das 220i Coupé mit 184 PS. Die Diesel-Variante heißt 220d Coupé und hat 190 PS. Sie sind mit 39.700 Euro, beziehungsweise 42.800 Euro deutlich günstiger als das Topmodell mit 56.000 Euro.

Um elf Zentimeter gewachsen

Der Sechszylinder im M240i leistet 374 PS. Foto: BMW

Im Vergleich zum Vorgänger wuchs das M240i xDrive Coupé um stattlich elf Zentimeter, erhielt eine breitere Spur (vorne +5,4, hinten +3,1 Zentimeter) und mehr Radstand (fünf Zentimeter), ist aber jetzt drei Zentimeter flacher. Die Proportionen, lange Haube, kurzes Heck, knappe Überhänge, weit zurückgesetzte und kleine Fahrerkabine, schaffen eine 3-Box-Silhouette, wie sie in der Klasse sonst nicht zu finden ist. Und um ja Verwechslungen mit dem 4er Coupé auszuschließen, dessen riesige, senkrechte Niere ja so manche Gemüter erregte, bleibt das 2er Coupé mit seinem Grill dem waagerechten Design treu.

Im Cockpit fühlt sich jeder BMW-Fahrer sofort zu Hause. Das Layout ähnelt dem im 3er und 4er, die Bedienung, inklusive Alexa-Sprachsteuerung, erschließt sich nahezu intuitiv. An Assistenzsystemen gibt es alles, was die Branche heute zu bieten hat, einiges serienmäßig, anderes in Paketen zusammengefasst. Erstmalig ist im 2er Coupé auch ein Head-up Display dabei. Verarbeitung und Materialqualität erreichen nochmals eine Steigerung zur Vorgängergeneration. Es ist unmöglich, sich im neuen 2er Coupé nicht wohlzufühlen. Der Wagen passt wie ein Maßanzug und ist ein durch und durch fahrerorientiertes Auto. Projektleiter Martin Gruber: „Die Rücksitze gehören zu den am wenigsten benutzten Dingen.“ (SP-X)

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