Audi Q3: Teurer Spaß für Familienväter

Der Audi Q3 hat an Variabilität zugelegt. © Audi

Der neue Audi Q3 sieht etwas pummelig aus. So etwas hören Autodesigner gar nicht gern. Natürlich auch Marc Lichte nicht.

Doch der Chefstylist von Audi ist so ehrlich, zuzugeben, dass es bei der Optik des ersten Q3 – entworfen noch von seinem Vorgänger – durchaus Verbesserungspotenzial gibt. Genau dieses hat Lichte genutzt und der zweiten Generation des Q3 ein deutlich attraktiveres Blechkleid und geschicktere Proportionen auf den Weg gegeben.


Das Kompakt-SUV wuchs deutlich, misst nun 4,49 Meter in der Länge (+ 9,7 Zentimeter), womit sich der neue Audi Q3 in die Lücke zwischen Q2 und Q5 einsortiert. Und um das SUV optisch sportlicher auf der Straße stehen zu lassen, senkten Lichte und sein Team die Höhe um fünf Millimeter ab, stellten die Front aufrechter und ließen das Dach hinten erst später abfallen. „Dadurch konnten wir die Kopffreiheit gegenüber dem Vorgänger verbessern“, so Lichte.

Audi Q3 wird variabler

Der Fokus ist klar: Offensiver ansprechen als bisher soll der neue Q3 den Familienvater, was besonders das Package widerspiegelt. Denn in Sachen Variabilität will man sich nicht länger von den Wettbewerbern vorführen lassen. Der Ladeboden ist in der Höhe einstellbar, die Hutablage – sonst stets ein Störenfried, wenn die Sitzlehnen umgelegt werden – passt nun unter den Ladeboden.

Der Audi Q3 bietet ein übersichtliches Cockpit. Foto: Audi

Zum leichteren Beladen wurde die Kante um 3,5 Zentimeter abgesenkt. Die Heckklappe ist in ihrer Schwenkhöhe programmierbar. Äußerst praktisch ist auch die flexible Rücksitzbank. Sie kann um 15 Zentimeter in Längsrichtung verschoben werden, je nachdem, ob mehr Beinfreiheit für die Passagiere oder mehr Platz fürs Gepäck gewünscht ist. Zusätzlich lassen sich die Lehnen in ihrer Neigung verstellen. All dies ergibt ein Kofferraumvolumen von 530 bis 675 Liter, was den Vorgänger um 215 Liter übertrifft. Liegen die Lehnen flach – es entsteht leider keine ganz waagerechte Fläche – sind es 1.525 Liter, 160 Liter mehr als zuvor. Wünschenswert wäre noch eine Fernentriegelung der Lehnen vom Laderaum aus gewesen. Doch die fiel dem Rotstift zum Opfer.

Cockpit wie bei anderen Modellen

Im Cockpit passt sich der Q3 den jüngsten Modellen von A6 bis A8 an, übernimmt sogar deren Displays. Serie sind 10,1 Zoll, gegen Aufpreis gibt es einen 12,3 Zoll großen Bildschirm mit Touchfunktion und Kacheldarstellung. Analoge Instrumente haben ausgedient, ebenso der Dreh-Drücksteller auf der Mittelkonsole. Natürlich ist alles an Konnektivität an Bord, was heute zum State-of-Art gehört. Das Handy kann kabellos geladen werden. Wellness für die Ohren übernimmt gegen Aufpreis das Bang & Olufsen-Soundsystem mit 15 Lautsprechern in 3D-Qualität. Und den Augen schmeicheln im Dunkeln 30 wählbare Ambiente-Farben im Innenraum.

Auf der Antriebsseite bleibt es vorerst konventionell. Wer zum Marktstart im Herbst einen Plug-in-Hybrid erwartet hat, wird enttäuscht. Frühestens Ende 2019 wäre mit dieser elektrifizierten Variante zu rechnen. Auch eine milde Hybridisierung mittels 48-Volt, bei Hyundai und Kia bereits verfügbar – lässt auf sich warten. So wird die Benzinseite mit dem bekannten 1,5-Liter-Vierzylinder und 110 kW/150 PS eingeleitet. Das Modell heißt dann 35 TFSI. Ein 40 TFSI steht am Heck des Zweiliter-Turbos mit 140 kW/190 PS. Mit gleichem Motor und 169 kW/230 PS nennt sich das Ganze dann 45 TFSI.

Kleiner Motor reicht

Das Heck des neuen AUdi Q3. Foto: Audi

Schon der kleinste Motor reicht für den Alltag völlig aus, mag es auch bei manchem Überholvorgang gerne etwas spontaner zur Sache gehen. Wer den sportlichen Kick braucht, dem sei natürlich die 230-PS-Version empfohlen, Vielfahrern nach wie vor der Zweiliter-Diesel. Hier bietet Audi den 35 TDI mit 110 kW/150 PS sowie den 40 TDI mit 140 kW/190 PS. Allen Motoren gemeinsam ist ein hoher Komfort, sei es beim Thema Geräuschniveau oder Fahrwerksabstimmung. Der Q3 lässt sich sehr angenehm und entspannt fahren und spiegelt die hohe Professionalität seiner Entwickler wider.

Mit der neuen Generation wechselt auch der Fertigungsstandort. Kam der Q3 bislang aus dem Seat-Werk im spanischen Martorell – hier benötigt Audi Platz für den A1, weil in dessen ehemaliger Fabrik in Brüssel der e-tron gebaut wird –, läuft der neue Q3 nun im Werk Györ in Ungarn vom Band. Einfluss auf die Preise hat dies nicht. Im Gegenteil, der Q3 wird teurer, beginnt jetzt bei 33.500 Euro. Audi betont aber, dass man das Modell serienmäßig nun mit deutlich mehr Annehmlichkeiten ausgestattet hat. Dennoch, nach ein paar Klicks am Konfigurator fährt der Q3 schnell auf die 50.000-Euro-Marke zu – vielleicht ein bisschen zu viel für die Familienväter, die Audi im Visier hat. (SP-X)

2 Kommentare

  1. – Bei einem unsinnigen Modetrend folgt Audi brav – trotz der der unsicheren Bedienung – in Richtung Touchscreen. Die bislang verwendete Dreh-Drückknopf war da wesentlich sinnvoller!
    Warum verwirft man diese Errungenschaften?
    – Bei dem anderen unsinnigen Modetrend scheint man wohl doch erst nachgedacht zu haben: so viel wie möglich Knöpfe – sogar die Geschwindigkeitsregelung – auf das Lenkrad zu plazieren. Der Lenkstockhebel ist die ergonomischere Lösung dafür.

  2. Das Bedienkonzept ist nicht so verkehrt, für den Beifahrer war der Druckdrehregler net immer so gut zu bedienen (links händer sehen das wohl anders). Für mich als Fahrer war der Druckdrehregler mit Touch das beste an Ergonomie was man kaufen kann (noch), siehe BMW. Bei Mercedes hat man das beid er neuen A Klasse erkannt und so designt das man am Lenkrad via Touchpad bedienen kann sowie über die Mittelkonsole.

    Aus Navi-Entertaintment-Connection-Ergnomniegründen würde ich den Q3 nicht kaufen. Bleiben ja noch ein paar Alternativen …

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