Alfa Stelvio Quadrifoglio: Glücksgefühle mit dem Kleeblatt

Alfa Stelvio Quadrifoglio: Glücksgefühle mit dem Kleeblatt
Der Alfa Romeo Stelvio Quadrifoglio ist mit 510 PS unterwegs. © Alfa Romeo

Leistung kann man bekanntlich nie genug haben. Deshalb hat Alfa Romeo die Topvariante des Stelvio Quadrifoglio mit 510 PS auf den Markt geschickt. Doch lohnt der Kauf?

Nun ja, zunächst einmal muss man sich das Topmodell leisten können. Denn mit 89.000 Euro ist der Preis zunächst einmal eine Ansage. Doch dafür bekommt man für sein Geld auch 230 PS mehr als bei der kräftigsten „Normalversion“ angeboten werden.


Fährt man dem stärksten Stelvio hinterher, fällt schnell auf, dass es sich um die Performance-Variante handelt: Vier potente Auspuffendrohre zeigen den übrigen Verkehrsteilnehmer, dass sie sich mit diesem Kandidaten besser nicht anlegen sollten. Trotz gleicher Motorisierung hat das SUV – abgesehen von 1600 Liter Gepäckraumvolumen – einen gänzlich anderen Charakter als die Mittelklasse-Limousine Giulia  Quadrifoglio: Während die stärkste Giulia mit Hinterradantrieb vor allem die Augen motorsportaffiner Bleifußakrobaten zum Leuchten bringt, beschert das ausschließlich mit Vierradantrieb lieferbare SUV unterschiedlichen Zielgruppen Fahrfreude.

Alfa Stelvio mit guten Sportsitzen

Der Alfa Romeo Stelvio Quadrofoglio. Foto: Alfa Romeo
Edel geht es im Innenraum des Stelvio Quadrifoglio zu. Foto: Alfa

Wer auf dem spanischen Ascari-Kurs mit dem potenten Stelvio unterwegs ist, ist froh, dass der Hersteller serienmäßig massive Sportsessel mit stark ausgeprägten Seitenwangen spendiert, die die Passagiere auch dann noch in der Mittelbahn halten, wenn man ambitioniert am griffigen Alcantara-Kranz zerrt. Denn der fast 1,70 Meter hohe Kraxler kann querdynamisch ziemlich schnell unterwegs sein.

Das aktive Allradsystem arbeitet hecklastig und leitet bei Traktionsverlust schnell Moment in Richtung Vorderachse. Ein mechanisches Sperrdifferenzial mit Torque Vectoring-Funktion unterstützt schnelle Kurvenfahrten; die variable Kraftverteilung zwischen den Radseiten kann bei fahrdynamischen Manövern gezielt eingesetzt werden, um eine stabilisierende Wirkung zu entfalten.

Kerniger Sechszylinder im Stelvio

Doch auch unter ganz normalen Verkehrsbedingungen lässt sich das Sport-SUV lustvoll bewegen. Denn selbst im achten Gang schiebt der 600 Nm-Brocken den 1,9-Tonner noch bullig an. Dabei klingt der Sechszylinder kernig, aber nicht aufdringlich. Richtig hämmernd (innen) und sprotzelnd (außen) wird er erst, wenn man sich drehzahlmäßig Richtung Begrenzer bewegt – und dann soll das Triebwerk mit Ferrari- und Maserati-Genen ja schließlich auch Sound machen.

Wer das rechte Pedal nach warmgefahrenen Motor beherzt durchdrückt, erlebt den Italiener ziemlich vehement davon stürmen – in 3,8 Sekunden auf 100 km/h. Der Tempobegrenzer ist hier keine Elektronik, sondern der natürliche Luftwiderstand – bei 283 Sachen ist Schluss.

Mit einer Portion Restkomfort

Alfa Romeo Quadrifoglio. Foto: Alfa
Das Heck des Alfa Romeo Quadrifoglio. Foto: Alfa

Mit seinem elektronisch geregelten Fahrwerk bewahrt sich der Alfa eine Portion Restkomfort und ist alles andere als hart. Das Automatikgetriebe arbeitet mit Drehmomentwandler, überzeugt also durch geschmeidige Schaltvorgänge. Der von den Alfisti liebevoll „QV“ genannte Topliner konsumiert laut Werk neun Liter Kraftstoff je 100 Kilometer.

Das ist ein angesichts der Leistung durchaus respektabler Wert, der nicht zuletzt dadurch zustande kommt, dass der Sechsender bei moderater Fahrweise eine Zylinderbank abschaltet. Wer den Fahrmodus-Regler auf Schongang stellt, bekommt nicht die volle Leistung.

Nur beim Infotainment muss der Hersteller nachlegen – zwar lotst das Navigationssystem zuverlässig zum Ziel, doch bis das erst einmal im Rechner landet, sind ein paar Nerven verloren. Das mag ein Porsche Macan Turbo besser können, doch der Markencharme und das Gefühl, ein bisschen individueller unterwegs zu sein, sind ja auch ganz fein. Und was das Antriebskapitel angeht, macht dem Alfa so schnell kein Wettbewerber etwas vor. (SP-X)

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