A4 Avant: Lifestyle-Kombi mit Aufpreisliste

Der Audi A4 Avant © Foto: press-inform

Der Audi A4 verbindet als Kombi vor allem in der Allradversion Design, Sportlichkeit und Nutzwert. Die mächtige Aufpreisliste trübt den Spaß – bei Fensterkurbeln an den hinteren Fenstern kein Wunder.

Stefan Grundhoff

«Schöne Kombis heißen Avant!» Mit diesem markigen Spruch warben die Marketingstrategen von Audi vor Jahren erfolgreich um Kunden. Seit der Präsentation des ersten Avant Anfang der 80er Jahre haben die sportlichen Kombis aus Ingolstadt Tradition und liegen in der Käufergunst vor den Limousinen.

Kombis von Audi besonders beliebt

Was sich auch beim Audi A4 zeigt. Vom Basis-TDI mit nunmehr 115 PS bis zur Powerversion S4 mit V-8-Aggregat und rund 350 Pferdestärken reicht hier die Spannbreite.

Die TDI-Modelle sind durchweg dynamisch und gut motorisiert. Noch besser schlagen sich jedoch die allradgetriebenen Quattroversionen. Wer auf die V6-Power des A4 2,5 TDI quattro verzichten kann, wird am kleinen quattro mit 1,9-Liter-Pumpe-Düse-Motor und 130 PS seine Freude haben.

96 KW/ 130 PS und ein maximales Drehmoment von 310 Nm bei 1900 U/min sind standesgemäße Werte für einen rund 1,6 Tonnen schwere Lifestyle-Kombi. Doch die Konkurrenz bietet mittlerweile mehr. Immerhin schafft es der Audi A4 Avant aber eine gemessene Spitzengeschwindigkeit von 205 km/h. Beim Spurt von 0 auf 100 km/h blieb er mit 10,7 Sekunden knapp hinter der Werksangabe zurück.

Verbrauch von 8,3 Litern Diesel

Ähnlich das Bild beim Verbrauch. Im Praxistest genehmigte sich das Auto gerade noch zu vertretende 8,3 Liter Diesel auf 100 Kilometer. Ärgerlich ist die Euro-3-Einstufung in der Schadstoffklasse. Dieseltechnik und Euro-4 bietet bei A4 derzeit nur die neue Einstiegsvariante mit 115 PS. Auch ein Partikelfilter ist nicht zu haben.

Neben der exzellenten Verarbeitungsqualität ist die A4-Familie bekannt für die gelungene Fahrwerksabstimmung, wie besonders in der quattro-Version deutlich wird. Der A4 liegt jederzeit und sicher auf der Straße. Der Kompromiss zwischen sportlich und komfortabel ist gelungen.

Der Allradantrieb mit Torsendiffential verteilt die Kraft variabel auf Vorder- und Hinterachse (25:75 bis 75:25 Prozent). So hat der Ingolstädter besonders auf nasser oder glatter Straße einen überzeugenden Auftritt und lässt sich durch nichts aus der Ruhe bringen. Die Lenkung arbeitet sehr präzise, was sich besonders in engen Kurven bemerkbar macht.

Kraftvolle Bremsen

Ebenfalls erfreulich ist das gut abgestufte Sechsgang-Schaltgetriebe. Das serienmäßige Stabilitätsprogramm ESP ist zumeist arbeitslos. Die Bremsen packen jederzeit kraftvoll zu und vermitteln zu jeder Zeit ein absolut sicheres Gefühl.

Der Innenraum des Audi A4 Avant.

Das Design des Audi A4 Avant ist gelungen und zeitlos. Selbst die Vorgängermodelle Audi 80 Avant (B4) und der erste Audi A4 Avant machen auf den Straßen immer noch eine zeitgemäße Figur. Die Verarbeitung ist vorbildlich, das garantiert einen hohen Wiederverkaufswert.

Das Platzangebot im Innenraum zeigt, dass der A4 eher ein Lifestyle-Tourer als ein Lastesel ist. Die Sitze sind bequem und bieten guten Seitenhalt. Das Armaturenbrett ist übersichtlich und gefällig. Alles liegt perfekt in Hand und Blick.

In den Kofferraum passen 442 Liter.

Hinten geht es deutlich beengter zu. Zwei Personen kann man jedoch auch längere Fahrten durchaus zumuten. Das Kofferraumvolumen liegt bei 442 Litern. Das Heckabteil hat nur eine Höhe von 76 Zentimetern - knapp für einen Kombi. Immerhin kann man den Kofferraum durch Umklappen der Rückbank noch auf ein erträgliches Transportmaß vergrößern. Praktisch ist die Durchladeeinrichtung mit Skisack, die unverständlicherweise satte 175 Euro Aufpreis kostet.

Aufpreisliste ist lang

Überhaupt ist die Aufpreisgestaltung des A4 das größte Ärgernis. Höhepunkt: Die hinteren Türen verfügen serienmäßig noch über Fensterkurbeln - unglaublich in einem 31.350 Euro teuren Auto. Das haben selbst A 3, VW Golf oder Micro-Asiaten als Serie.

Immerhin bietet der A4 Avant serienmäßig ESP, sechs Airbags, Klimaautomatik, Nebelscheinwerfer und eine Funkfernbedienung. Sinnvollerweise sollte man sich für Extras wie Xenonlicht (750 Euro), Parksystem (ab 350 Euro), Navigationssystem (ab 1580 Euro), Sitzheizung (320 Euro) und Alufelgen (ab 450 Euro) entscheiden. So erklimmt der Basis-Quattro schnell die 35.000 Euro-Marke. Mit standesgemäßen Edel-Features sind deutlich mehr fällig.