VW Golf R: Macht auch abseits der Rennstrecke Spaß

VW Golf R: Macht auch abseits der Rennstrecke Spaß
Der VW Golf R hat eine Leistung von 320 PS. © VW

Wer beim VW Golf an Sportlichkeit denkt, der denkt zunächst an den GTI. Doch es soll Kundinnen und Kunden geben, die nach noch mehr Leistung verlangen. Für die gibt es die R-Variante.

Doch wer meint, dass der VW Golf R seine Leistung besonders offen vor sich herträgt, der irrt. Klar, die Lufteinlässe an der Front sind voluminös geraten, die vier Auspuffendrohre dominieren zusammen mit dem Dachkantenspoiler die Heck- Ansicht. Das alles ist aber eher dezent als besonders aggressiv geraten.


Dass die Designer beim sportlichsten Golf-Modell der Wolfsburger mit Fingerspitzengefühl vorgegangen sind, ist eine der großen Stärken der R-Variante. Dieses Auto sieht mit seiner um zwei Zentimeter abgesenkten Karosserie zwar sportlich aus, aber ist meilenweit davon entfernt, den Betrachter mit zu viel gewollter Aggressivität am Erscheinungsbild zu verschrecken. Die R-Variante bedient – wie es der VW Golf bereits seit Jahrzehnten tut – den Mainstream. Wer sich für einen Golf R interessiert, der will zwar besonders sportlich unterwegs sein, aber aufgrund des optischen Erscheinungsbildes seines Fahrzeuges bitte nicht in die Ecke mit jugendlichen Möchtegern-Rennfahrern gestellt werden, deren Autos häufig optisch und akustisch mehr Schein als Sein vermitteln.

Leistung von 320 PS

Das passiert einem beim VW Golf R nicht: der Kompaktklassesportler hält, was man von ihm erwartet – und sorgt zugleich auch für die ein oder andere Überraschung. So sorgt die neueste Ausbaustufe des 2,0-Liter-Turbobenziners für eine Leistung von 320 PS. Das maximale Drehmoment des potenten Vierzylinders liegt bei 420 Newtonmetern, die über ein breites Drehzahlband von 2100 bis 5350 Umdrehungen in der Minute zur Verfügung stehen. Gegenüber der R-Variante des Golf 7 entspricht dies bei Generation 8 einer Steigerung der Leistung von 20 PS und beim Drehmoment von 20 Nm.

Mehr oder minder dezent: das Heck des VW Golf R. Foto: VW

Doch nicht nur bei der Leistung haben die Ingenieure nachgeholfen, sondern auch beim 4Motion-Allradantrieb wurde Hand angelegt. Es ist nun mit einem so genannten Torque-Vectoring-System ausgestattet. Das Clou des Systems liegt darin, dass es die Kraft nicht nur über das neue Hinterachsgetriebe zwischen Vorder- und Hinterachse verteilt, sondern auch zwischen den Hinterrädern. Damit soll der Grenzbereich noch später erreicht werden als zuvor. Den Grenzbereich haben wir bei unseren Testfahrten von Berlin nach Schwerin zwar nicht versucht zu erreichen doch sportlich waren wir dennoch unterwegs – und das nicht nur auf der Autobahn, sondern auch auf der Landstraße.

In unter fünf Sekunden auf Tempo 100

Dass der VW Golf R mit seiner Leistung von 320 PS besonders sportlich unterwegs ist, war schon allein beim Blick aufs Datenblatt klar. Doch mit welcher Vehemenz der Golf R beim Tritt auf die Sportpedalerie nach vorne schiebt, beeindruckt schon: Bis Tempo 100 vergehen gerade einmal 4,7 Sekunden und die Höchstgeschwindigkeit ist bei unserem Testwagen bei 250 km/h erreicht. Für die, denen das immer noch nicht reicht: es gibt auch ein sogenanntes Performance-Paket, dann kann man auch 270 km/h schnell fahren.

Nun ja, ob man das braucht, ist eine andere Frage. Denn auch ohne Performance-Paket sorgt der „R“ für mächtig Fahrspaß, vor allem abseits der Autobahn. Auf den Landstraßen lässt sich der Golf selbst bei schnell gefahrenen Kurven nicht aus der Ruhe bringen. Hier lässt sich auch jenseits des Grenzbereichs erahnen, was das verbesserte Allradsystem in der Lage ist zu leisten. Da ist kein über- oder untersteuern feststellbar. Der Golf R (sorry für den Vergleich!) liegt wie ein Brett auf der Straße.

R-Taste am Lenkrad

Die blau unterlegte R-Taste am Lenkrad des VW Golf R. Foto: VW

Wer das Maximum an Sportlichkeit aus dem R herauskitzeln will, der muss am griffigen Sportlenkrad die Taste R (Race) drücken. Wer das macht, der bekommt zusätzlich einen sportlichen Motorsound geliefert. Für manch einen spielt halt auch die Akustik bei einem solchen Auto eine wichtige Rolle. Wir waren stattdessen die meiste Zeit im Comfort-Modus (daneben gibt es noch die Modis Sport und Individual) unterwegs – und komfortabel kann der Golf R durchaus. Wenn die Straßen nicht arg schlecht sind, sitzt man doch recht kommod in den gut geformten Sportsitzen.

Doch wenn man über zu viel Kopfsteinpflaster fährt, dann merkt man die Stöße doch sehr vernehmlich. Der Golf R ist halt primär auf Sportlichkeit ausgelegt, auch wenn er sich im Alltag gut schlägt. Das trifft auch auf den Verbrauch zu: Mit einem umsichtigen Fahrstil kann man den Golf R durchaus um die 8,5 Liter bewegen, was ein wirklich guter Wert für ein Auto dieser Klasse ist. Wer indes ständig auf Höchstleistung aus ist, der ist zweistellig unterwegs.

Dass es nicht ganz billig ist, einen VW Golf R sein Eigen nennen zu dürfen, überrascht nicht. Für den sportlichsten aller Golfs werden mindestens 49.400 Euro fällig. Dafür bekommen die Kundinnen und Kunden dann aber auch einen überzeugen Kompaktsportler, der auch im Alltag eine wirklich gute Figur abgibt.

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