Skoda Superb: Ein Hauch von Oberklasse

Gute Verbrauchswerte im Green-Line-Modell

Der Skoda Superb erfreut sich bei den Kunden hoher Beliebtheit. Kein Wunder, bietet das Flaggschiff der VW-Tochter doch einen Hauch von Oberklasse. Vor allem glänzt er mit guten Kosten, wie der ADAC feststellt.

Von Frank Mertens

Der Skoda Superb ist das Flaggschiff der VW-Tochter. Im vergangenen Jahr erhöhte sich der Absatz des in der oberen Mittelklasse positionierten Modells weltweit gleich um 18,1 Prozent auf 117.000 Fahrzeuge. Dabei kommt der Superb vor allem bei den Kunden in China gut an: dort entschieden sich allein 48.000 Kunden für dieses Auto. Okay, als Kaufargument sind diese Absatzzahlen zu vernachlässigen. Das trifft indes nicht auf die Autokosten zu, die der ADAC gerade erst für die Modelle in den verschiedenen Segmenten errechnet hat.

Dort rangiert der Superb 1.6 TDI auf dem Spitzenplatz. Er kommt pro Monat im Vergleich zur Konkurrenz "nur" auf Gesamtkosten (u.a. Betriebs-, Versicherungs-, Reifen- und Werkstattkosten) von 591 Euro. Das ist ein Argument, dem sich kostenbewusste Autofahrer nicht verschließen dürften.

Sparen mit Skoda Superb Greenline

Vor allem kann man im Superb noch mehr sparen, wenn man sich für die von uns getestete Greenline-Ausführung, so nennt Skoda seine Sprit sparenden Modelle, entscheidet. Sie verfügt im Gegensatz zum herkömmlichen 1.6 TDI beispielsweise über Leichtlaufreifen, eine optimierte Aerodynamik, eine längere Getriebeübersetzung und ein Start-Stopp-System. In der Summe bedeutet dies einen Minderverbrauch von immerhin einem Liter. In Summe ausgedrückt soll der von uns gefahrene Skoda Superb Combi so nur durchschnittlich 4,4 Liter (CO2-Ausstoß 114 g/km) verbrauchen.

Skoda Superb Combi
Der 1.6 TDI im Skoda Superb AG/Mertens

Gut, mit so wenig hat sich der Superb dann zwar nicht begnügt, doch am Ende standen 5,5 Liter auf dem Bordcomputer. Ein Wert, der einen angesichts der derzeitigen Spritpreise dann immer noch erfreuen kann. Doch der Superb hat noch andere Stärken als seinen geringen Verbrauch. Da ist zum einen sein Platzangebot von 633 Litern im Kofferraum und im Fond. Dort können drei Erwachsene so bequem sitzen, als sei man in der Langversion eines Oberklassefahrzeuges unterwegs. Wer also nach ausreichend Platz im Fond sucht, der kommt an dem als Combi immerhin satte 4,93 Metern langen Superb nicht vorbei. Die Breite von 1,81 Meter Meter trägt ihr Übriges dazu bei.

Oberklasseflair im Fond des Skoda Superb

Skoda Superb Combi
Mit dem Greenline-Modell ist man sparsam unterwegs AG/Mertens

Einen Hauch von Oberklasse versprühen übrigens auch die zwei kleinen Fußstützen unter Fahrer- und Beifahrersitz, die die Beine auf langen Fahrten entlasten helfen. So positiv das Platzangebot im Fond auch ist, so gibt es doch einen kleinen Kritikpunkt für den Fahrersitz: Hier müssen sich großgewachsene Fahrer mit langen Oberschenkeln doch etwas auf den Sitz zirkeln, wollen sie mit den Knien nicht an den unteren Lenkradtunnel stoßen. Doch wenn man einmal sitzt, dann sitzt man auch hier bequem und freut sich über die grundsolide Verarbeitung und ahnt, weshalb im Vorjahr die Verkäufe des Superb so in die Höhe geschnellt sind.

Der 1598 ccm große Vierzylinder-Turbodiesel im Superb leistet 105 PS und stellt ein maximales Drehmoment von 250 Newtonmetern zur Verfügung. Sie liegen zwischen 1500 und 2500 Touren an. Der Superb ist damit kein Ausbund an Sportlichkeit, doch er macht seine Sache recht anständig, wenngleich der Motor gerade im kalten Zustand doch sehr vernehmlich seine Arbeit verrichtet. Doch damit freundet man sich schnell an, weil sich der Superb kaum Schwächen erlaubt. Das manuelle Fünfganggetriebe lässt sich ohne Hakeln durch die Schaltgassen führen und die Lenkung spricht recht direkt an und vermittelt dem Fahrer so eine gute Rückmeldung zur Straße. Das Fahrwerk des Combi ist zwar nicht unkomfortabel, aber durchaus straff ausgefallen. So merkt man doch die ein oder andere Straßenunebenheit.

Skoda Superb Combi
Das Heck des Skoda Superb AG/Mertens

Wer viel mit dem Superb in der Stadt unterwegs ist, der wird sich dann doch ab und an über seine Länge ärgern. Denn die Parkplatzsuche erweist sich doch etwas schwierig. Zudem sollte man sich aufgrund der schlechten Sicht nach hinten und vorn für Parksensoren entscheiden. Während sie hinten zur Serienausstattung gehören, werden für vorn 310 Euro fällig – gut investiertes Geld. Ein ganz billiges Vergnügen ist es übrigens nicht, einen Skoda Superb zu fahren. Das Greenline-Modell beginnt bei 28.330 Euro. Dafür bekommt man dann jedoch schon ein recht gut ausgestattetes Auto. Zugleich bekommt man nicht nur ein Auto mit Oberklassen-Touch – zumindest was den Platz betrifft – sondern auch ein besonders günstiges mit Blick auf die laufenden Kosten.