Skoda Fabia: Der Große unter den Kleinen

4. Generation des Kleinwagens

Skoda Fabia: Der Große unter den Kleinen
Der neue Fabia hat in fast jedem Bereich zugelegt. © Skoda

Der Skoda Citigo ist Geschichte, der Skoda Fabia ist die Gegenwart. Nachdem der tschechische Autobauer seinen Kleinstwagen nicht mehr anbietet, stellt der Fabia den Einstieg in die Marke dar.

„Es ist das Fahrzeug, mit dem wir neue Kunden für unsere Marke gewinnen wollen“, sagte Skoda-Chef Thomas Schäfer in dieser Woche bei der Vorstellung der vierten Generation des tschechischen Bestsellers.


Seit dem Start der ersten Generation des Skoda Fabia im Jahr 1999 haben sich bislang von den bisher drei Generation weltweit 4,5 Millionen Einheiten abgesetzt. Die aktuelle Generation soll diese Erfolgsgeschichte fortschreiben. Gerade auf den Emerging Markets – den Wachstumsmärkten der Marke – soll der neuen Fabia neue Käufer zur Marke bringen.

Preis knapp unter 14.000 Euro

Damit das gelingt, überzeugt der neue Fabia mit einem guten Preis-Leistungsverhältnis: so startet das Einstiegsmodell in die Fabia-Welt, der 1.0 MPI Evo mit 66 PS, bei knapp unter 14.000 Euro. Doch der Preis ist das eine, das Platzangebot und die Fahrdynamik das andere. Und dabei hat das Team um Baureihenleiter Jiri Dytrych das Maximum aus den Möglichkeiten herausgeholt, die sich aus dem Modularen Querbaukasten (MQB) für das A/0-Segment ergeben.

So ist der Fabia nun auch mit den neusten Fahrassistenzsystemen wie einem Travel Assist unterwegs, der automatisch die Spur und den Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug hält. Auch eine Verkehrszeichenerkennung ist nunmehr an Bord.

Das Cockpit des Skoda Fabia hinterlässt bei der Qualität einen guten Eindruck. Foto: Skoda

Der auf der neuen MQB-Plattform aufbauende Fabia hat zudem auch bei den Abmessungen zugelegt. So ist er auf eine Länge von 4,11 Meter gewachsen, der Radstand ist um 9,4 Zentimeter auf 2,56 Meter und die Breiteu m 4,8 Zentimeter auf 1,78 Meter gewachsen. Ein Wachstum, das vor allem die Passagiere im Fond deutlich merken. Hier finden auf der Rückbank selbst Menschen mit einer Körpergröße von 1,90 Meter noch bequem Platz. Im Kofferraum lassen sich 380 Liter Gepäck verstauen Das sind 50 Liter mehr als beim Vorgänger. Für ein Auto dieser Klasse ein beachtlicher Wert. Damit kommt der Fabia nicht nur als Auto für Singles, sondern auch für jungen Familien in Frage.

Gute Qualitätsanmutung im Innenraum

Wie Baureihenleiter Dytrych erzählt, habe man beim neuen Fabia vor allem auch auf eine gesteigerte Qualitätsanmutung im Innenraum Wert gelegt. Zwar besteht die Oberfläche des Armaturenbretts nach wie vor aus Hartplastik, doch optisch fällt das durch die Struktur optisch nicht gleich auf. Die Stoff-Applikationen an der Mittelkonsole hinterlassen mit ihren farblich abgesetzten Nähten für einen wertigen Eindruck. Ohnehin ist es dem Baureihenleiter mit seinem Team gelungen, dem neuen Fabia eine Qualitätsanmutung zu verleihen, die man in dieser Klasse nicht erwartet.

Beim ersten Platz nehmen hat man den Eindruck, in einem höherklassigen Fahrzeug zu sitzen. Die Digitalisierung hat natürlich im neuen Fabia Einzu gehalten. Natürlich gibt es ihn mit einem Digitalcockpit und einem Touchscreen. Die Verbindung des Smartphones mit AndroidAuto oder Apple CarPlay gehört ebenso zu Selbstverständlichkeiten wie eine induktive Lademöglichkeit für das Handy.

Natürlich dürfen auch die Simply-Clever-Lösungen nicht fehlen, die zur Skoda-DNA gehören. Insgesamt verfügt der Fabia über insgesamt 43 dieser Lösungen, darunter 13 neue. Dazu gehören neben dem bekannten Eiskratzer im Tankdeckel und Regenschirm beispielsweise ein USB-C-Anschluss und Ablagetaschen für Smartphones in den Rücklehnen der Vordersitze. Abgerundet wird das Angebot an Simply-Clever-Lösungen durch eine Multifunktionstasche unter der Gepäckraumklappe. Das ist alles durchdacht und Nutzwert orientiert.

Keine Elektrifizierung

Verzichtet hat Skoda in dieser Klasse indes auf eine Elektrifizierung des Antriebsstranges. Der Kostenaufwand sei für diese Klasse einfach zu hoch, berichtet Dytrych. Andere Hersteller wie beispielsweise der Toyota Yaris oder der Renault Clio E-Tech verfolgen hier einen anderen Weg. Statt Elektrifizierung hat man bei Skoda durch andere Maßnahmen versucht, den Verbrauch zu reduzieren, beispielsweise durch einen niedrigen cW-Wert von 0,28. Erreicht wurde er durch ein Zusammenspiel der verschiedenen Maßnahmen wie beispielsweise einer Kühlerjalousie (sie sorgt bei Tempo 120 für einen Minderverbrauch von 0,2 Liter auf 100 Kilometer), einem Heckspoiler und Aerofelgen. Damit konnten niedrige Verbrauchswerte erreicht werden. Beim von uns getesteten 1.0 Dreizylinder-Benziner mit 110 PS liegen sie bei 4,8 Liter (WLTP). Wie die ersten Testfahrten mit dem Fabia zeigen, ein durchaus zu erreichender Wert – und das ohne Unterstützung eines Mildhybriden.

Zwar bietet Skoda auch noch einen 1,5 TSI mit einer Leistung von 150 PS an. Doch er zuverlässig und auch einmal flotter von A nach B kommen will, der ist gut mit der 110-PS-Variante bedient. Mit seinem maximalen Drehmoment von 200 Nm ist für einen kraftvollen Antrieb gesorgt und der Sprint von 0 auf 100 km/h ist in 9,7 Sekunden erreicht. Die Höchstgeschwindigkeit ist bei 205 km/h erreicht. Das von uns getestete manuelle Sechsganggetriebe ist gut abgestimmt, die Gänge lassen sich ohne Ruckeln durch die Schaltgassen führen, Bequemer geht es natürlich immer: deshalb gibt es optional auch ein Siebengang-DSG.

Stimmiger Eindruck

Auch von hinten chic: der neue Skoda Fabia. Foto: Skoda

Bei den Fahrten über teils schlechte Straßenabschnitte im Hinterland von Danzig hinterlässt der Fabia auch mit seinem Fahrwerk einen überzeugenden Eindruck. Es ist zwar durchaus straff abgestimmt, aber keineswegs unkomfortabel. Das wirkt ebenso stimmig, wie die direkt abgestimmte Lenkung. In der vierten Generation ist der Fabia wieder ein Stück erwachsener geworden – und noch überzeugender. Auch wenn die Einstiegsversion von 13.990 Euro zunächst als günstig erscheint, sollte man sich davon nicht täuschen lassen.

Denn wer sich für unseren Testwagen entscheidet, der muss mindestens 19.850 Euro bezahlen. Und wer sich dann noch weitere Nettigkeiten wie eine Direktschaltgetriebe ordert oder das empfehlenswerte Panoramaglasdach, ist schnell bei 21.000 Euro angelangt. Doch dafür bekommen die Kundinnen und Kunden dann auch ein Auto, an dem es kaum etwas auszusetzen gibt und sich locker der Konkurrenz eines VW Polo oder eines Seat Ibiza stellen kann.

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