Mercedes CLS Shooting Brake: Kombi für Ästheten

Marktstart am 6. Oktober

Der CLS Shooting Brake polarisiert wie kein zweiter Mercedes.
Der CLS Shooting Brake polarisiert wie kein zweiter Mercedes. © Daimler

Mercedes schickt im Oktober den CLS Shooting Brake auf den Markt. Das viertürige Coupe mit Kombiheck ist ein Hingucker. Was das neuste Modell der Stuttgarter zu bieten hat, zeigt unser Fahrbericht.

Von Frank Mertens

"Braucht die Welt ein viertüriges Coupé mit einem Kombiheck?" Interessante Frage! Vor allem, weil sie von Thomas Ruhl kommt, dem Mann, der bei Mercedes die Entwicklung des Mercedes CLS Shooting Brake verantwortet hat. Natürlich braucht sie eins, sonst würden die Stuttgarter am 6. Oktober ja nicht die Kombiversion des CLS auf den Markt bringen.

Doch ganz so einfach macht es sich Ruhl mit seiner Antwort nicht. Vielmehr bezeichnet er seine eigene Frage bei der Fahrpräsentation des Shooting Brake als falsch. Vielmehr, so sagt er, müsste man fragen: "Gibt es einen Markt dafür?" Ja, gibt es. So wie es einen Markt nicht nur für zweitürige Coupés gibt, gibt es ihn auch für viertürige.

Shooting Brake startet bei 61.761 Euro

Ersteres hat Mercedes bereits mit dem 2004 eingeführten CLS gezeigt, nun will man es auch mit dem Shooting Brake beweisen. Gut, dieses Auto wird für die Schwaben kein Volumenmodell sein, doch es wird der Marke mit dem Stern gute Deckungsbeiträge bescheren. Denn die Preise haben es in sich: So beginnt das Einstiegsmodell des Shooting Brake, der 204 PS starke CLS 250 CDI BlueEfficiency mit Siebengang-Automatik, bei stolzen 61.761 Euro. Bei den Benzinern geht es mit dem CLS 350 mit 306 PS bei 66.818 Euro los.

Das Cockpit im Mercedes CLS Shooting Brake.
Das Cockpit im CLS Shooting Brake Daimler

Doch damit nicht genug: Wer sich noch die ein oder andere Nettigkeit gönnt, der investiert in die individuelle Zusammenstellung seines Shooting Brake so viel Geld, wie andere Menschen für den Kauf eines Kleinstwagens ausgeben. Beispiel gefällig? Bitte sehr: Das Ausstattungspaket Edition 1, das neben einem Lederambiente im Innenraum unter anderem auch Zierelemente aus Eschenholz, eine Sportpedalerie und eine besondere Lackierung bietet, kostet 8806 Euro. Dafür bekommt man beispielsweise fast einen Seat Mii.

Anderes Beispiel: der Holzladeboden aus amerikanischem Kirschbaum, mit dem man sich den Kofferraum wie auf einer Segel-Yacht aufhübschen kann, steht mit 4700 Euro in der Preisliste.

Elegant und luxuriös unterwegs

Die Seitenline des Mercedes CLS Shooting Brake.
Die Seitenline des Mercedes CLS Shooting Brake Daimler

Angesichts dieser Preise wird schnell klar, dass der Shooting Brake eine besonders kleine, dafür aber besonders zahlungsbereite Zielgruppe ansprechen soll. Eine, für die ein elegantes Design und ein luxuriöser Innenraum bei der Kaufentscheidung im Vordergrund stehen, weniger der praktische Alltagsnutzen wie beispielsweise beim T-Modell der Stuttgarter. Wobei: Alltagstauglich ist auch der Shooting Brake.

So lassen sich beispielsweise im unendlich langen Kofferraum des immerhin 4,96 Meter langen CLS 590 Liter Gepäck unterbringen, legt man dann noch die Rückbank um, werden es 1550 Liter. Auf diesem Raum lassen sich dann entsprechend viele Nettigkeiten unterbringen, die man als Fahrer eines solchen Autos unterzubringen hat. Natürlich lässt sich die Heckklappe mit einem Knopfdruck vollautomatisch öffnen und schließen. Im Fond können trotz der zum Heck abfallenden Dachlinie selbst zwei Erwachsene mit einer Körpergröße von über 1,80 Meter sitzen. Einzig beim Einsteigen muss man den Kopf einziehen, um nicht anzustoßen. Doch hat man diese Übung schadlos überstanden, sitzt man auf der Rückbank recht kommod.

Gute Fahreigenschaften

Der Vierzylinder im Mercedes Shooting Brake.
Der Vierzylinder im CLS 250 CDI Daimler

Doch neben einem eleganten Auftritt und einem luxuriösem Ambiente muss sich ein solches Fahrzeug auch gut fahren. Und tut es das? Ja, und das ohne Abstriche. Das Fahrwerk ist glänzend abgestimmt, die Lenkung direkt und die Siebengang-Automatik verrichtet einen derart guten Job, dass man eigentlich nie mehr mit einem manuellen Schaltgetriebe – das beim Shooting Brake auch nicht im Angebot ist - unterwegs sein will.

Doch reicht der von uns getestete Einstiegsdiesel 250 CDI BlueEfficiency aus, um mit dem Shooting Brake auch zügig voranzukommen? Er reicht, vollkommen sogar. Das maximale Drehmoment von 500 Nm ist eine Ansage, ebenso wie die Sprintzeit von null auf 100 in 7,8 Sekunden. Da der Shooting Brake serienmäßig über ein gut funktionierendes Start-Stopp-System verfügt, stellt Merecedes einen Durchschnittsverbrauch von nur 5,3 Litern in Aussicht. Das entspricht einem CO2-Ausstoß von 139 g/km.

Wem die 204 PS unseres Einstiegsdiesels nicht reichen, der kann natürlich seinem Hang zu mehr Leistung föhnen, beispielsweise mit CLS 63 AMG, der mit seinem V8 525 PS bereits stellt. Damit steht ein maximales Drehmoment von 700 Nm zur Verfügung und es vergehen nur 4,4 Sekunden bis Tempo 100. Für das Topmodell werden jedoch mindestens 117.512 Euro aufgerufen.

Vielzahl von Assistenzsystemen im Angebot

Das Heck des Mercedes CLS Shooting Brake.
Das Heck des CLS Daimler

Natürlich verfügt auch der Shooting Brake über eine Vielzahl von Fahrassistenzsystemen, die man bereits aus anderen Mercedes-Modellen kennt. Dazu gehören beispielsweise ein Müdigkeitswarner, ein Spurwechsel-, ein Nachtsichtassistent oder ein Abstandswarner.

Wer einen ausgeprägten Sinn für Ästhetik hat und sich mit seinem Auto von der Maße im Straßenverkehr abheben will, der ist mit dem Shooting Brake bestens bedient – so er sich seinen besonderen Geschmack auch leisten kann.