Das Beste zum Schluss

Der neue Mazda6 Kombi

Der neue Mazda6 Kombi © Foto: Mazda

Der neue Mazda6 Kombi avanciert zum größten Hoffnungsträger des Konzerns. Die zuverlässige Familienkutsche hat nun auch einen sportlichen Anstrich erhalten.

Von Thomas Flehmer

Das Beste kommt zum Schluss. Sechs Jahre nachdem der 2002 neu eingeführte Mazda6 dem japanischen Unternehmen zu einem neuen Image verhalf, geht seit Mitte Februar die zweite Generation an den Start. Doch die gerade eingeführten Fließheck- und Stufenheck-Versionen bereiten dem eigentlichen Hoffnungsträger nur den Weg. Ab dem 19. April kommt mit dem Kombi der eigentliche Star der 6er-Familie auf die Bühne. Rund 76 Prozent aller Kunden in Deutschland entscheiden sich für diese Karosserievariante. So liegt besonders auf dem Kombi eine große Last. Über 17.200 Mazda6 sollen in diesem Jahr verkauft werden, im kommenden Jahr soll diese Zahl auf 20.000 gesteigert werden. Bei einem Verkaufsziel von insgesamt 74.000 Einheiten also eine ganz schön schwere Bürde, die aber der neue Hoffnungsträger packen kann, wie die ersten Testfahrten verdeutlichten.

Sportliche Seitenlinie

Gerade im Außenauftritt hat der neue 6er Kombi stark dazu gewonnen. Natürlich musste der mittlerweile 4,77 Meter lange und 1,80 Meter breite Kombi wachsen. In der Länge kamen 75 Millimeter hinzu, in der Breite wuchs der 6er um 15 Millimeter, der Radstand erhöhte sich um 50 Millimeter auf 2,73 Meter. Doch nicht die Größe, sondern die Erscheinung zeichnet den Mazda aus. Kam der Vorgänger eher etwas biederer daher, so präsentiert sich der neue Mazda-Star deutlich sportlicher, was auch durch den guten cw-Wert von 0,28 verdeutlicht wird.

Besonders bei der Seitenlinie hat der Kombi dazu gewonnen. Die Gürtellinie steigt nach hinten an, die Dachlinie mit der Reling fällt hinter der B-Säule ab. Heraus kommt eine elegante Erscheinung. Die Front mit dem neuen Scheinwerfer-Design sowie den größeren Lufteinlässen und neuen Nebelscheinwerfern unter dem Stoßfänger ist von den beiden anderen Karosserie-Varianten sowie vom modifizierten Mazda5 bereits bekannt. Die Heckleuchten mit LED-Einsätzen fließen von den Seiten in das Heck hinein.

Abstriche im Innenraum

Nicht ganz auf der Höhe der Zeit Foto: Mazda

Leider kann der Innenraum nicht ganz mithalten. Zwar sagt Mazda, dass die Materialien wertiger geworden seien, doch die Anmutung in der obersten Ausstattungsvariante «Top» wirkt eher steril. Besonders die Mittelkonsole mit den Belüftdungsdüsen sowie die Sitzheizungsknöpfe entsprechen nicht der Mazda-Designphilosophie «Kizuna», die eine emotionale Bindung zwischen Mensch und Auto herstellen soll,

Ansonsten können sich die Insassen schon emotional binden lassen. Die rot-orange leuchtenden Instrumente, die zudem indirekt bläulich angestrahlt werden, vermitteln Wärme. Auch das neue Cross Functional Network, mit dem über das Multi-Funktionslenkrad das Navi, Audio- und Klimaanlage und das Bluetooth-System bedient werden können, erleichtert das Autofahren. Platz ist wahrlich genügend vorhanden, sowohl auf den Sitzen als auch im Kofferraum, der ein Volumen von 519 bis 1751 Liter und eine Laderaumlänge bis zu 1,93 Meter aufweisen kann.

Pfiffige Kofferraum-Abdeckung

Pfiffig gelöst Foto: Mazda

Dank dem Karakuri-System, das schon beim Vorgänger seine Arbeit verrichtete, können die Rücksitze auf Knopfdruck umgelegt werden. Pfiffig ergänzt wird dieses System durch eine neue Kofferraum-Abdeckung, die gemeinsam mit der Heckklappe aufschwingt und sofort den Weg zum Ladeboden freigibt.

Modifizierter Diesel

Elegante Seitenlinie Foto: Mazda

Rund 53 Prozent der Kunden werden den Kombi mit dem von uns gefahrenen Dieselmotor wählen, der ein wenig modifiziert wurde, sonst aber auch schon den Vorgänger antrieb. Der 2.0 MZR-CD-Turbodiesel verfügt über 103 kW/140 PS und ein Drehmoment von 330 Nm, die bei 2000 U/min anliegen, sodass der Kombi auch schon in niedrigen Bereichen gut abdampft.

Der Sportlichkeit geschuldet ist das straffe Fahrwerk, dass aber selbst komfortabel verwöhnte Reiseinsassen nicht verschrecken dürfte. Wer noch ein halbes Jahr wartet, kann dann einen 2,2 Liter großen, neu entwickelten Selbstzünder mit 185 PS ordern. Zur Auswahl stehen bei den insgesamt drei Benzinern auch der neue MZR 2,5 Benziner mit 125 kW/170 PS, der aber nur von wenigen Kunden bevorzugt werden wird.

Die Besten bis zum Schluss

Massig Platz im Kofferraum Foto: Mazda

Während der 1,8-Liter-Basis-Benziner mit 23.400 Euro ins Rennen geht, startet der Diesel in der ersten Ausstattungsvariante «Comfort» bei 25.900 Euro. Die meisten legen beim Diesel noch 2000 Euro dazu und erhalten dafür dann die nächst höhere Version «Exklusive», mit der der Mazda schon sehr gut ausgestattet ist. In der Variante Top würden dann schon 31.000 Euro anstehen.

Wer zudem noch das Navigationssystem für 2300 Euro, Glasdach für 790 und die Metallic-Lackierung für 450 Euro wählt, kommt den 35.000 Euro schon sehr nahe. Das sind dann aber auch meist die Modelle, die Mazda bis zum Schluss behält.