Fiat Panda: Universal einsetzbar

Gutes Raumangebot

Der Fiat Panda in dritter Generation
Sehr praktisch ist der Fiat Panda auch in dritter Generation © Fiat

Mit der dritten Generation ist der Fiat Panda erwachsen geworden. Und schon mit lediglich 69 PS ist die ehemalige „tolle Kiste“ recht spritzig unterwegs.

Der Fiat Panda ist gerade in der dritten Genration auf den Markt gekommen. Die "tolle Kiste" (Eigenwerbung Fiat in den 80ern) lebt, und man hat den Eindruck – mehr denn je. Der aktuelle, 3,65 Meter lange Panda ist zwar im Vergleich zum spartanischen Urgestein richtig erwachsen geworden, das typische, eckige Erscheinungsbild ist jedoch geblieben. Wir baten den Kleinen mit der 52 kW/69 PS starken Basismotorisierung und der Top-Ausstattung Lounge zum Alltagstest.

Karge Basisversion des Fiat Panda

Wobei der Begriff "Top-Ausstattung" bei dem Italiener mehr impliziert als tatsächlich geboten wird. Man könnte sogar sagen, bei der Festlegung der drei Komfortvarianten (Pop, Easy und Lounge) waren knauserige Schwaben oder Schotten am Werk. Ein Vorgang, wie man es auch von anderen Herstellern kennt.

Komfortmäßig bietet die ab 9990 teure Grundversion des Panda neben fünf Türen sowie vier Sitzplätzen nicht viel. Ein höhenverstellbares Lenkrad, elektrische vordere Fensterheber, Zentralverriegelung und eine Servolenkung machen hier die Highlights aus. Dazu kommen noch vier Airbags. Erst in der ab 11.490 Euro erhältlichen Lounge-Version gibt es eine Klimaanlage, eine Audioanlage, eine Funkfernbedienung für die Zentralverriegelung sowie elektrisch verstellbare Außenspiegel. Fiat offeriert derweil viele Ausstattungspakete, mit denen sich der Panda aufhübschen und die Gewinnmarge des Kleinwagens nach oben treiben lässt.

Fiat Panda mit gutem Raumangebot

Der Fiat Panda in dritter Generation
Entspanntes Sitzgefühl im Fiat Panda Fiat

Unser Testauto addierte sich mit hinteren Parksensoren, Leichtmetallfelgen, Nebelscheinwerfern, einer Pastelllackierung, Blue-& Me samt Navigationssystem, höhenverstellbarem Fahrersitz sowie höhenverstellbaren vorderen Gurten und einem Aschenbecher (!) auf 13.320 Euro. ESP kostet allerdings immer Aufpreis. Mindestens 300 Euro werden für den Schleuderverhinderer fällig. Gut gefallen hat uns das im Techno-Paket (500 Euro) erhältliche Navigationssystem TomTom. Die in einer Steckhalterung platzierte Navigierhilfe überzeugte mit präzisen Ansagen, schnellen Umrechnungen und einfacher Bedienung.

Die Macher des Panda haben sich bei der Interieursgestaltung viel Mühe gegeben. Offensichtlich stand der Cinquecento hier Pate. Lenkrad, Armaturenbrett sowie die Schalter und Knöpfe erinnern an den Kleinen. Allerdings übertrifft der Panda den 500er beim Platzangebot und das nicht nur, weil er zehn Zentimeter länger ist. Die eckige Grundform des Panda bietet mehr Möglichkeiten der Raumoptimierung als die Rundungen des 500. So ist besonders das hintere Sitzgefühl beim Panda vergleichsweise entspannt. Der Einstieg in den Fond gelingt durch die hinteren Türen einfach.

Fiat Panda bis Tempo 150 souverän

Der Fiat Panda in dritter Generation
Kein Teppich im Gepäckraum des Fiat Panda Fiat

Die Stoffbezüge der Sitze fühlen sich gut an und sehen mit den tatzenähnlichen Prints nett aus. Die Sitze sind zumindest für Kurzstrecken bequem, für Fahrer mit langen Beinen sind die Auflagenflächen zu knapp geraten. Knapp aber ausreichend ist der Kofferraum. In der Grundstellung fasst er 225 Liter, durch Umklappen der Rücksitzlehne – eine im Verhältnis 50:50 geteilte kostet 250 Euro Aufpreis - steigert sich das Volumen auf 870 Liter. Wer jedoch nach dem Umlegen eine ebene Ladefläche erhofft, wird enttäuscht. Da die Rücksitzlehnen auch nicht mit Teppich bezogen sind, rutschen zudem Gegenstände ungebremst durch den Gepäckraum.

Ganz und gar nicht enttäuschte indes der 1,2-Liter-Motor mit 51 kW/69 PS. Spritzig ging der Vierzylinder zur Sache, sofern man gerne schaltet. Natürlich kann man mit 102 Nm und 69 PS keine Beschleunigungswunder oder Hochgeschwindigkeitsrekorde erwarten. Aber man muss bei Autobahnfahrten auch nicht befürchten, als Sandwicheinlage zwischen zwei Lkw eingeklemmt zu werden. Bis Tempo 150 vermittelt der Panda ein souveränes Fahrgefühl. Und im Stadtverkehr oder bei Landstraßenfahrten wuselt er flott und unaufgeregt vor sich hin.

Fiat Panda als praktisches Gefährt

Der Fiat Panda in dritter Generation
6,3 Liter genehmigte sich der Fiat Panda Fiat

Unaufgeregt ist auch der Verbrauch. Durchschnittlich flossen bei unserem Testfahrzeug 6,3 Liter durch die Leitungen, 1,1 Liter mehr als der Normverbrauch vorgibt. Eine Start-Stopp-Automatik ist noch nicht an Bord. Der Tankstellenbesuch machte nicht nur wegen des vergleichsweise günstigen Verbrauchs Freude. Die Tankklappe fungiert als Verschlussmechanismus: Das umständliche Aufdrehen eines Drehverschlusses und das wohin-mit-dem-Tankdeckel findet beim Panda nicht statt.

Der neue Panda ist ein praktisches kleines Gefährt und passt also gut zu Stadt, Land und Autobahn. Fluss muss noch warten, die Allradvariante, mit der man durch kleinere Bachfurten fahren könnte, kommt erst im Herbst. (SP-X)