Skoda Kamiq 1.5 TSI: SUV mit Eroberungspotenzial

Der Skoda Kamiq gibt es nun auch als 1.5 TSI. © Skoda

Skoda hat mittlerweile drei SUVs im Angebot. Der Kleinste davon ist der Kamiq, den wir als 1.5 TSI getestet haben.

Während der Kodiaq mit seine Länge von 4,70 Meter in der Mittelklasse auf Kundenfang geht und der Karoq sich mit seinen 4,38 Meter im gut gefüllten Kompaktsegment tummelt, tummelt sich der kleinere Kamiq als neuestes Modell seit rund 10 Monaten im SUV-Kleinwagensegment.


Skoda bleibt auch hier seiner geschickten Strategie treu, sich eher zwischen den traditionellen Segmenten als in ihnen zu bewegen. Für das kleinste SUV des Trios heißt das, mit 4,24 Metern eigentlich schon in die Kompaktklasse zu schielen.

Recht viel Platz im Innenraum

Der Vorteil dieser Strategie liegt auf der Hand: Der Kamiq bietet im Vergleich zu vielen Wettbewerbern recht viel Platz – vorne sowieso, aber auch auf der Rückbank. Hinzu kommt ein alltagstauglicher Kofferraum mit 400 Litern Fassungsvermögen – für die Urlaubsfahrt zu Zweit auf fast 1400 Liter erweiterbar. Und wer mal einen besonders langen Gegenstand zu transportieren hat: Die Beifahrerlehne ist umklappbar. Da fragt man sich nur, warum die cleveren Tschechen anders als VW beim deutlich kürzeren T-Cross nicht auch noch eine verschiebbare Rückbank eingebaut haben.

Der Innenraum des Skoda Kamiq hinterlässt einen wertigen Eindruck. Foto: Skoda

Apropos clever: Obwohl nicht neu, erfreut man sich als Tester immer wieder an den vielen durchdachten Lösungen für den Alltag, mit denen auch der Kamiq aufwartet. So gibt´s sowohl den liebgewonnenen Regenschirm in der Tür der Fahrerseite, die Eiskratzer im Tankdeckel, den Tickethalter an der Frontscheibe, die Taschenlampe im Kofferraum oder den integrierten Trichter zur vereinfachten Nachfüllung von Scheibenwasser.

Manche dieser Dinge sind aufwendiger, andere kosten im Großeinkauf wohl eher nur ein paar Cent. Alle tragen aber dazu bei, das selbstkreierte Image der Marke „simply clever“ zu unterstreichen und dem Besitzer des Fahrzeugs das Gefühl zu geben, dass man sich um ihn und seinen Komfort Gedanken gemacht hat. Die ebenfalls praktischen Features „Abfalleimer“ und „Türkantenschutz“ müssen hingegen extra bezahlt werden.

1.5 TSI mit 150 PS Leistung

Zurück zum kleinesten „K“ in der SUV-Flotte von Skoda. Unser Testwagen war mit dem 1,5-Liter-Benziner ausgestattet, dieser Motor wurde sozusagen nachgeschoben. Zum Marktstart im letzten Herbst standen neben einem 1,6-Liter-Diesel (115 PS) nur die beiden aus zahlreichen Modellen des VW-Konzerns bekannten 1,0-Liter-Benziner zur Verfügung. Die Dreizylinder leisten 95 PS oder 115 PS. Der 1,5-Liter stellt dagegen nicht nur 150 PS zur Verfügung, sondern auch ein Drehmoment von 250 Newtonmetern, dass zudem fast über das gesamte im Alltag genutzte Drehzahlband anliegt.

Der Vierzylinder hat gegenüber seinen kleineren Benziner-Kollegen zudem nicht nur den konstruktionsbedingten Vorteil einer deutlich größeren Laufruhe, er verfügt auch über eine Zylinderabschaltung (ACT), die so gut funktioniert, dass man gar nicht bemerkt, wenn sich zwei Kolben temporär aus der Arbeit verabschieden. Allerdings wirkte der Motor im knapp 1,3 Tonnen wiegenden Kamiq aus unerfindlichen Gründen leicht zugeschnürt, auf jeden Fall nicht so agil wie in einem kürzlich von uns gefahrenen, gleich motorisierten Golf.
Zudem reagierte das Siebenstufen-DSG häufiger mal recht langsam, so dass man sich den Aufpreis von etwa 1800 Euro zum manuellen Sechsgang-Getriebe auch sparen kann. Dafür überzeugt der Kamiq mit einem tollen Fahrwerk, das eine souveräne Spreizung zwischen Komfort und Dynamik hinbekommt.

Gut verarbeiteter Innenraum

Ebenfalls eine Freude sind der gut verarbeitete Innenraum und die klar gezeichneten Instrumente. Hier ist alles so übersichtlich und aufgeräumt, wie man es sich bei manchem Wettbewerber wünschen würde. Wer es unbedingt ganz modern haben will, ordert gegen Aufpreis volldigitale Instrumente, was aus unserer Sicht aber nicht unbedingt sein muss.

Der Skoda Kamiq wird von einem Vierzylinder angetrieben. Foto: Skoda

In Verbindung mit dem großen Benziner ist der Kamiq erst ab der zweiten von insgesamt vier Ausstattungsniveaus zu haben, die wie bei anderen Modellen auch den Namen „Ambition“ trägt. Einige wichtige Dinge sind dann dabei, unter anderem auch eine Klimaanlage und einige Assistenten – einer für die Spurhaltung, ein Tempomat mit Geschwindigkeitsbegrenzer und natürlich ein Frontradar mit City-Notbremssystem.

Schnäppchen sehen anders aus

Trotzdem ist das kleinste Skoda-SUV kein Schnäppchen. Im Vergleich zu einem ähnlichen VW T-Cross kommt er zwar um die 3.000 Euro günstiger, bei einem Blick auf andere Wettbewerber sieht die Rechnung aber nicht mehr so deutlich gut aus. Mit DSG-Getriebe steht der Kamiq momentan für rund 26.125 Euro in der Preisliste. Wer eine der beiden höheren Ausstattungsvarianten wählt, muss bereits rund 28.075 Euro (Style) oder gar 29.720 Euro (Monte Carlo) hinblättern.

Mit einigen weiteren Extras sind schnell über 30.000 oder 32.000 Euro erreicht. Das ist dann schon happig und schmälert ein wenig das große Lob, das wir dem kleinsten K in Skodas SUV-Flotte alles in allem zukommen lassen wollen. (SP-X)

2 Kommentare

  1. Ein schwerer SUV mit nem 1,5 liter Motor wird nie „Eroberungspotenzial“ haben, da fehlt einfach der drehmoment unten rum, den muss man ja auf vollgas fahren und warten bis der turbo kickt damit der sich überhaupt bewegt.

  2. Constantin, das Auto ist ein Mini SUV mit 1300 kg, wie ein Corsa. Daraus machen 150 PS eine Granate.
    Der Autor merkt ja ausdrücklich an, dass das DSG nicht nötig ist. Dann wird das Fahrzeug noch spritziger. (Ich fahre den ähnlichen Ateca – wie Karoq) und habe auf das DSG deswegen verzichtet. Das macht erst mit 200 PS wieder Freude.

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein
Bitte geben Sie Ihren Namen ein