Fahrassistenzsysteme: Ein Gewinn an Sicherheit

Der Skoda Kamiq verfügt über eine Vielzahl von Assistenzsystemen, dazu gehört auch ein Blind Spot-Assist. © Skoda

Fahrassistenzsysteme werden immer wichtiger. Sie erhöhen über alle Fahrzeugklassen hinweg die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer.

Mittlerweile sind moderne Assistenzsysteme heutzutage selbst für Kleinstwagen zu bekommen. Kein Wunder: denn für eine hohe Bewertung im EuroNCAP sind einige von ihnen unabdingbar. Die EU will viele der Helfer ab 2022 zum Standard machen. Wir stellen fünf wichtige optionalen Assistenten vor.


Abstands-Tempomat

Der meist mit Radartechnik arbeitende Distanz-Regler könnte 17 Prozent aller schweren Unfälle mit Personenschaden verhindern, wie die Bundesanstalt für Straßenwesen (BaSt) errechnet hat. Weil der Tempomat automatisch für eine gleichmäßige Fahrt sorgt, spart er außerdem Kraftstoff – bis zu 10 Prozent, wie die Universität Dresden ermittelt hat. Viele Hersteller nennen dieses System auch adaptiven Geschwindigkeitsassistenten.

Notbremsassistent

Zunächst vor allem eine funktionelle Erweiterung des Abstands-Tempomaten, gibt es ihn mittlerweile auch allein und entsprechend günstig. Moderne Varianten erkennen neben Autos und festen Hindernissen auch Fahrradfahrer und Fußgänger. Doch selbst die simpelsten Ausführungen können Unglücke verhindern: Die Unfallforscher der Versicherer haben errechnet, dass Notbremsassistenten das Risiko von Auffahrunfällen mit Personenschaden um 28 Prozent senken können.

Spurhalteassistent

Die Technik erkennt, wann das Auto von der Spur abkommt und lenkt gegen. Foto: VW

Wer in die Gegenspur gerät, verursacht schnell einen sehr schweren Unfall. Kamerabasierte Assistenten erkennen das unbeabsichtigte Überfahren der Markierungslinien und warnen. Neuere Systeme geben zusätzlich einen automatischen Lenkimpuls in die korrekte Richtung. Schätzungen des britischen Verkehrsforschungsinstituts TRL zufolge führt eine Einführung zu bis zu 3.500 weniger Toten und 17.000 weniger Schwerverletzten in Europa.

Spurwechselassistent

Bei rund jedem vierten Unfall während des Spurwechsels übersieht der Fahrer laut dem amerikanischen Verkehrssicherheitsinstitut IIHS einen anderen Verkehrsteilnehmer im toten Winkel. Ein spezieller Assistent leuchtet genau diesen uneinsehbaren Bereich aus und alarmiert den Spurwechselwilligen akustisch und visuell. Neuere Versionen geben ebenfalls einen Lenkimpuls. Beim Lkw gibt es die Sonderform des Abbiegeassistenten, der schwere innerstädtische Unfälle mit übersehenen Radfahrern und Fußgänger verhindern soll.

Intelligentes Licht

Der Porsche 911er ist mit LED Matrix-Licht unterwegs. Foto: Porsche

Mitlenkende Scheinwerfer gibt es schon einige Zeit. Moderne Matrix-LED-Leuchten erreichen in dieser Hinsicht seit kurzemeine besonders hohe Flexibilität, sind aber noch nicht in allen Fahrzeugklassen zu haben. Einigermaßen durchgesetzt hat sich jedoch bereits der Fernlichtassistent, der quasi ein permanentes Fahren mit dem weitreichenden Lichtkegel erlaubt. Bei Gegenverkehr wird abgeblendet, entweder komplett oder nur in dem Bereich des anderen Fahrzeugs. Der TÜV Rheinland hat für den Fall der Einführung eine mögliche Reduzierung der Verkehrstotenzahlen um 18 Prozent errechnet. (SP-X)

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