ESP wird am 1. November Pflicht

Schleuderunfälle vermeiden

ESP wird am 1. November Pflicht
ESP wird am 1. November Pflicht. © Bosch

Bisher waren einige Kleinwagen noch ohne das Elektronische Stabilitätsprogramm (ESP) unterwegs. Doch ab dem 1. November wird das Sicherheitssystem endlich Pflicht. Für das Gros der Autofahrer ist ESP unverzichtbar.

Zuletzt stand das Elektronische Stabilitätsprogramm (ESP) nur noch bei wenigen Kleinwagen als Extra auf der Optionsliste, nun müssen alle Neuwagen ab dem 1. November die Sicherheitsfunktion serienmäßig an Bord haben. Bis zu 80 Prozent aller Schleuderunfälle im Straßenverkehr könnten verhindert werden, wenn alle Fahrzeuge das Elektronische-Stabilitätsprogramm an Bord hätten, sagt Automobilzulieferer Bosch, der die Funktion Anfang der 1990er entwickelte.

Bereits seit 1995 gab es das Antischleudersystem in der Mercedes S-Klasse. Unverhoffte Bekanntheit erlangte das Assistenzsystem 1997, obwohl es zunächst gar nicht in Erscheinung trat: Bei einem provozierten Ausweichmanöver schwedischer Autotester kippte die recht hoch bauende Mercedes A-Klasse um, was als „Elchtest“ in die Geschichte einging. Um das künftig zu verhindern, stattete Mercedes alle A-Klasse-Fahrzeuge mit ESP aus.

Dem Schleudern entgegen wirken

ESP ist ein Assistenzsystem, das durch gezieltes Abbremsen einzelner Räder dem Schleudern des Fahrzeugs entgegenwirkt. Es erkennt beginnende Schleuderbewegungen, indem es anhand von Sensorsignalen die vom Fahrer gewünschte mit der tatsächlichen Fahrzeugbewegung vergleicht.

Es greift zum Beispiel ein, wenn das Auto in einer Kurve in den Grenzbereich kommt und auszubrechen droht. Ein Übersteuern wird durch Abbremsen des kurvenäußeren Vorderrades, ein Untersteuern durch Abbremsung des kurveninneren Hinterrades korrigiert. Zur Unterstützung verringert ESP in bestimmten Situationen zudem die Motorleistung. In jedem ESP steckt neben einem Antiblockiersystem immer auch eine Antriebsschlupfregelung.

Basis vieler Assistenzsysteme

Der Name ESP ist ein geschützter Begriff, hat sich aber mittlerweile im allgemeinen Sprachgebrauch für die Fahrdynamikregelung durchgesetzt. Das System, das Bosch entwickelt hat und erstmals 1995 bei Mercedes in Serie ging, ist auch unter anderen Namen bekannt, zum Beispiel DSC, PSM, VSC, DSTC oder VSA.

Das ESP ist heute Basis für viele Assistenzsysteme: Wenn das Auto ohne Zutun des Fahrers bremst, so zum Beispiel beim Abstandstempomat oder dem Notbremsassistenten, dann setzt das mit den Sensoren vernetzte ESP diese Bremsbefehle um. In Zukunft wird die Funktion auch eingesetzt, wenn Autos autonom fahren können. Europa ist mit der ESP-Pflicht nicht allein: In den USA und Kanada zum Beispiel müssen seit September 2011 alle Autos (bis 4,5 Tonnen) damit ausgerüstet sein, auch Australien und Israel schreiben ESP vor. In Japan, Korea, Russland und der Türkei treten entsprechende Regelungen in den kommenden Jahren in Kraft.

Für das Gros der Autofahrer ist ESP als Bestandteil der Sicherheitsausstattung des Autos unbedingt erforderlich. Das gaben 68 Prozent der Befragten bei einer repräsentativen Forsa-Umfrage im Auftrag des Versichereres CosmosDirekt an. Während 77 Prozent der Männer ESP als unbedingt erforderlich hielten, waren es bei den Frauen 59 Prozent. Als wichtigestes Sicherheitsfeature sahen die Befragten zu 97 Prozent den Airbag vor dem ABS mit 94 Prozent an. Hinter dem drittplatzierten ESP folgen der Bremsassistent (62 Prozent), der Abstandswarner (53 Prozent), das Automatische Notrufsystem (46 Prozent), das Kurvenlicht (35 Prozent), der Tempomat, Spurwechselassistent (je 29 Prozent) vor der Rückfahrkamera (28 Prozent) und dem Regensensor (22 Prozent). (AG/SP-X)

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