Knausertechnik von heute

Spartechnik

Der VW Polo BlueMotion Concept © Foto: dpa

Die Messeluft in Frankfurt/Main mag elektrisiert sein und nach Zukunft schmecken. Sparen in der Gegenwart findet mit dem Verbrennungsmotor statt. Und auch geht der Besucher nicht leer aus.

Das Elektroauto ist das alles bestimmende Thema auf der Internationalen Automobilausstellung (IAA). Doch auch diesmal bleibt das Thema im wesentlichen Zukunftsmusik. Dass man schon in der Zeit bis zum großen Systemwechsel gewaltig Sprit sparen kann, beweist eine Reihe besonders effizienter Dieselfahrzeuge. Die vermeintlich alte Technik hat den entscheidenden Vorteil: Man kann sie bereits kaufen.

BlueMotion II

Die sparsamsten Großserienneuheiten kommen von VW. Dort wurde jetzt die zweite Generation der «Blue Motion»-Modelle enthüllt, die künftig auch mit Start-Stopp-Funktion und Bremsenergie-Rückgewinnung (Rekuperation) ausgerüstet werden. Das senkt etwa den Verbrauch des 55 kW/75 PS starken Polo auf 3,3 Liter (CO2-Ausstoß: 87 g/km). Der Golf steht bei 77 kW/105 PS mit 3,8 Litern (99 g/km) in der Liste, und für den Passat Blue Motion weist VW 4,4 Liter (114 g/km) aus.

EcoFlex

Opel Insignia EcoFlex Foto: Opel

Wie ernst es den Herstellern mit ihrem Sparkurs ist, belegt auch eine Premiere am Opel-Stand: Dort steht der neue Astra auch als EcoFlex-Modell. Zwar muss dieser 70 kW/95 PS starke Sparer vorerst noch ohne Start-Stopp-Automatik auskommen. Er geht aber auch so mit respektablen 4,2 Litern (109 g/km) ins Rennen. Und nebenan dreht sich der Corsa EcoFlex im Rampenlicht, dessen CO2-Ausstoß bis zur Markteinführung im Januar 2010 auf 98 g/km sinken soll. Weiteres Einsparpotenzial hat Opel bereits in Aussicht gestellt: Im nächsten Jahr bringen die Hessen eine Start-Stopp-Automatik, die binnen 24 Monaten in allen Modellreihen Einzug halten soll.

Econetic

Ford Focus Econetic Foto: Ford

Dritter im Bunde ist der Ford Focus, den es als Econetic künftig ebenfalls mit Rekuperation und optional mit Start-Stopp-Automatik gibt. Damit sinkt der Verbrauch des 80 kW/109 PS starken Diesels auf 3,8 Liter (99 g/km). Auf den gleichen Wert kommt Volvo mit dem weiterentwickelten Volvo C30 DrivE, der ebenfalls eine Start-Stopp-Automatik bekommt. Aber nicht nur in der Kompaktklasse wird gespart. Auch in der gehobenen Mittelklasse dreht die Industrie dem Diesel langsam den Hahn zu. Jüngstes Beispiel ist der 120 kW/163 PS starke BMW 320d «Efficient Dynamics Edition», der mit reduzierter Leistung und neuer Motorsteuerung nur noch 4,2 Liter verbraucht (106 g/km). Gegenüber dem Serienmodell ist das laut BMW ein Vorteil von 0,7 Litern.

Blue Efficiency

Mercedes C350 BlueEffiency Foto: Daimler

Die Konkurrenz zieht da munter mit: Audi zeigt den A3 als Downsizing-Modell mit einem 77 kW/105 PS starken 1,2-Liter-Motor und den A4 mit einer Flexifuel-Lösung für den Einsatz von Bio-Ethanol. Und Mercedes weist darauf hin, dass mittlerweile 76 Modelle das «Blue Efficiency»-Label tragen und allein im ersten Halbjahr der CO2-Ausstoß der Flotte um 14 g/km gesenkt worden sei. Experten wie Analyst Christoph Stürmer vom Marktbeobachter Global Insight erkennen die Bemühungen der Industrie durchaus an. Zumal viele der eingesetzten Technologien auch in anderen Modellen verwendet würden und so den Flottenverbrauch nachhaltiger beeinflussen als das einzelne Extremvarianten könnten. (dpa/tmn)