Experte sieht Chancen für teure E-Autos

Elektromobilität

Experte sieht Chancen für teure E-Autos
Der Fisker Karma - E-Auto mit Range Extender © Foto: Fisker

Wenn die Kosten-Nutzen-Kalkulation stimmt, haben auch teure Elektroautos vor 2020 ihre Chance. Das sagt der Marktbeobachter Rainer Meckes von Simon-Kucher & Partners. Eine Meinung, die nicht alle teilen.

Den Elektroautos in Deutschland kann aus Sicht eines Preisexperten trotz spürbar höherer Anschaffungskosten noch in diesem Jahrzehnt der Durchbruch gelingen. «Die Leute werden bereit sein, bis zu 5000 Euro mehr zu bezahlen, wenn ihre Gesamtrechnung dahinter sehr gut aufgeht. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass das noch vor dem Jahr 2020 gelingt», sagte Rainer Meckes von Simon-Kucher & Partners. Das Bonner Unternehmen ist nach eigenen Angaben Marktführer bei der Preisberatung.

Kundenkalkulation

«Das E-Auto wird zwar in der Anschaffung noch sehr lange Zeit deutlich teurer sein. Aber die individuelle Kosten-Nutzen-Kalkulation kann sehr viel früher aufgehen», sagte der Fachmann. Die Erfahrung zeige, dass Kunden nicht vor höheren Kaufpreisen zurückschreckten, wenn die Vorteile für den Unterhalt überwiegen - und bei Strom statt Sprit sowie höherer Lebensdauer der wartungsarmen E-Maschinen könne das schnell attraktiv erscheinen und ein starkes Kaufargument sein.

Die Vergangenheit habe bewiesen, dass Autokäufer bereit seien, für niedrigere laufende Kosten - insbesondere an der Tankstelle - höhere Anfangsinvestitionen zu leisten. Das Umrüsten auf einen Gasantrieb oder die Entscheidung für einen oft teureren Diesel seien Beispiele. Etwas anderer Meinung ist Autoexperte Stefan Bratzel vom Center of Automotive Management in Bergisch Gladbach. Nach monatelanger Euphorie um das Zukunftskonzept Elektroauto macht sich nach seiner Ansicht Ernüchterung breit. Der Kauf eines E-Autos sei «aus ökonomischen Gründen gar nicht sinnvoll», sagte er. (dpa)

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