Fahrschulen sollen mehr Elektroautos anschaffen

Neuregelung der Führerscheinprüfung

Fahrschulen wollen mehr Elektroautos anschaffen. © dpa

Die deutschen Fahrschulen sollen in Zukunft mehr Elektroautos anschaffen. Dazu sind Erleichterungen bei der Führerscheinprüfung mit Automatikgetriebe geplant.

Einer entsprechenden Regeländerung bei der Führerscheinprüfung hat die EU-Kommission zugestimmt. In Kraft treten soll die Neuregelung im Sommer 2020. Wer bisher seine Führerscheinprüfung mit einem Automatik-Auto macht, darf kein Auto mit einer manuellen Schaltung fahren – sondern muss eine zusätzliche praktische Prüfung auf einem Auto mit Schaltgetriebe absolvieren.


Eine Umfrage unter Fahrschullehren durch den Branchenverband Moving International Road Safety Association hat ergeben, dass rund zwei Drittel der Fahrschulen planen, Fahrzeuge mit Automatikgetriebe in den Schulungsbetrieb aufzunehmen und vermehrt E-Autos anzuschaffen.

Kein Vermerk mehr im Führerschein

Anders als bisher sollen Fahrschüler, die künftig ihre Prüfungen auf einem Fahrzeug mit Automatik-Getriebe ablegen, keinen Vermerk mehr im Führerschein erhalten. Dieser untersagt bislang ein Fahren mit Handschaltgetriebe. Wegen der bisherigen Beschränkungen beim Automatik-Führerschein absolvierten die meisten Fahrschüler ihre Ausbildung auf einem Schaltgetriebe, so Moving-Präsident Jörg-Michael Satz. «Das ist ein Grund, warum viele Fahrschulen noch recht zurückhaltend sind, wenn es darum geht, ihren Fuhrpark mit Automatik-Fahrzeugen und E-Autos auszustatten.»

Voraussetzung für einen Führerschein ohne Einschränkung wird eine zusätzliche Schulung sein. Die Prüflinge müssen Fahrstunden mit einem Fahrzeug mit Schaltgetriebe absolvieren und in einem Test nachweisen, dass sie damit umgehen können.

Änderung der Verordnung

Vorgesehen ist ein Test, der laut Ministerium ein Anfahren am Berg, Abbiegen und Vorfahrtsituationen sowie eine umweltschonende Fahrweise vorsieht. Diese «duale Ausbildung» solle größtenteils auf Automatik- und E-Fahrzeugen stattfinden. Das Verkehrsministerium von Ressortchef Andreas Scheuer (CSU) plant dazu die Änderung einer entsprechenden Verordnung

Ziel ist es, dass mehr Fahrschulen Elektroautos anschaffen und ihre Fahrschüler auf den Fahrzeugen ausbilden. Das soll ein Baustein sein, damit die Elektromobilität in Deutschland den Durchbruch schafft. Sie spielt eine wichtige Rolle im Klimaschutzprogramm der Bundesregierung. So plant die Bundesregierung bis zum Jahr 2030 eine Reduktionen der Treibhausgasemissionen von 55 Prozent. (SP-X/dpa)