Elektroautos: Zu teuer und zu wenig Reichweite

Aral-Studie

So sieht der neue BMW i3 aus.
Der BMW i3 kommt im November auf den Markt. © BMW

Nach der aktuellen Aral-Studie können sich nur 27 Prozent der Befragten den Kauf eines Elektroautos vorstellen. Dem Gros reicht die Reichweite nicht aus und zugleich ist der Preis zu hoch.

Die Bundesregierung hält unverdrossen an ihrem Ziel von einer Million Elektroautos bis zum Jahr 2020 fest. Doch dieses Ziel halten Experten angesichts fehlender Kaufanreize für illusorisch. Diese Auffassung wird nun auch von der aktuellen Aral-Studie zu "Trends beim Autokauf" unterstützt.

Wie die Umfrage des Tankstellen-Betreibers ergab, seien Elektroautos längst noch nicht mehrheitsfähig. Von den potenziellen Autokäufern können sich nur 27 Prozent grundsätzlich vorstellen, ein Elektroauto zu kaufen. Das ist im Vergleich zur vergangenen Umfrage von vor zwei Jahren ein Prozentpunkt weniger und zu aus dem Jahr 2000 sogar neun Prozent weniger. Für die Hersteller, die gerade wie BMW mit dem i3 ihr erste Elektroauto auf den Markt bringen, keine rosigen Aussichten für einen Verkaufserfolg.

E-Autos dürfen nur 20.300 Euro kosten

Ein Grund für die Kaufzurückhaltung liegt in der gestiegenen Erwartungshaltung der Kunden, von denen immerhin mit 56 Prozent über die Hälfte das E-Auto als Erstfahrzeug nutzen wollen, vor zwei Jahren lag dieser Wert noch bei 46 Prozent. Dem steht die bisherige Reichweite entgegen: Denn nur 11 Prozent der Kunden geben sich mit einer Reichweite von 150 Kilometer oder weniger zufrieden. Fast die Hälfte der Befragten erwartet laut der Studie eine Reichweite von 350 Kilometern.

Daneben fehlt den Kunden die Bereitschaft, für die teure Batterien mehr zu bezahlen. Sie erwarten einen Neuwagenpreis von gerade einmal 20.300 Euro. Im Vergleich zu 2011 ist die Preiserwartung damit um 2000 Euro, gegenüber 2009 sogar um 4000 Euro gesunken. Der Durchschnittspreis für einen herkömmlichen Neuwagen liegt bei 26.780 Euro. Der im November auf den Markt kommende BMW i3 kostet rund 35.000 Euro. Entsprechend gespannt kann man sein, wie sich der Absatz des Premium-E-Autos der Bayern gestalten wird. (AG/FM)