Umweltfreundlicher als erwartet

Lithium-Ionen-Batterien

Lithium-Ionen-Batterie im Mercedes S400 BlueHybdrid © Daimler

Die Umweltverträglichkeit von Lithium-Ionen-Akkus ist besser als erwartet. Dafür stellt der Strommix für Elektroautos weiter ein Problem dar: Der Grund: Es wird zu wenig auf regenerative Energien gesetzt.

Die Batterie ist für Elektrofahrzeuge unabdingbar. Da Stromer keine Schadstoffe ausstoßen, wurde über die Umweltverträglichkeit von Batterien in Bezug auf ihre Herstellung, Betrieb und Entsorgung kaum etwas publiziert. Die Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) hat nun erstmals den ökologischen Fußabdruck für Lithium-Ionen-Batterien berechnet. Danach darf ein herkömmliches Auto maximal vier Liter Benzin pro 100 Kilometer schlucken, um ähnlich umweltverträglich zu sein wie moderne Elektro-Autos.

15 prozentige Belastung durch Batterien

Die Umweltauswirkungen Batterie-betriebener Autos mit denjenigen konventionell angetriebener Autos zu vergleichen, ist laut Empa nicht einfach. Die Studie zeigt, dass der Antrieb des Elektrofahrzeugs die Umwelt nur mäßig belastet; nur maximal 15 Prozent der Gesamtbelastung durch das Elektro-Auto entfallen auf die Batterie, durch deren Herstellung, Unterhalt und Entsorgung.

Die Hälfte davon wiederum - also rund 7,5 Prozent der Belastung - machen die Gewinnung und Herstellung der Batterierohstoffe Kupfer und Aluminium aus. Die Lithiumgewinnung schlägt dagegen nur mit 2,3 Prozent zu Buche. "Lithium-Ionen-Akkus sind also nicht so schlecht wie bisher angenommen", sagt Dominic Notter, Mitautor der Studie, die jetzt im Fachjournal "Environmental Science & Technlogy" publiziert wurde.

Anders dagegen sieht es für den Betrieb des Elektromobils über eine erwartete Lebensdauer von 150 000 Kilometern aus: Die größte Umweltbelastung verursacht das regelmäßige Laden der Batterie, also der "Sprit" des E-Autos. "Tankt" man einen in Europa üblichen Strommix aus Atom-, Wasser- und Kohlekraftwerken, wird die Umwelt dreimal mehr belastet als durch den Li-Ion-Akku an sich. Hier lohnt es sich, Alternativen zu prüfen: Während Strom, der vollständig in Kohlekraftwerken produziert wird, die Ökobilanz nochmals um 13 Prozent mehr belasten würde, wird diese um 40 Prozent entlastet, wenn der Strom ausschließlich aus Wasserkraft stammt. (mid)

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Nach dem Sport- und Publizistikstudium hat er sein Handwerk in einer Nachrichtenagentur gelernt. Danach war er Sportjournalist und hat drei Olympische Spiele (Sydney, Salt Lake City, Athen) als Berichterstatter begleitet. Bereits damals interessierten ihn mehr die Hintergründe als das Ergebnis. Seit 2005 berichtet er über die Autobranche. Neben der Autogazette verantwortet er auch das Magazin electrified.