Elektrisierender Familienzuwachs

Audi e-tron Detroit

Audi e-tron Detroit © Foto: AG/Mertens

Audi hat auf der Detroit Auto Show sein neustes Elektroauto vorgestellt. Es heißt wie das auf der IAA in Frankfurt/Main vorgestellte Fahrzeug wieder e-tron. Was zunächst irritiert, hat aber einen tieferen Sinn.

Von Frank Mertens

Wer an Audi denkt, denkt auch an Allradantrieb. Quattro ist zu einem Synonym für den Ingolstädter Autobauer geworden. Geht es nach Audi-Chef Rupert Stadler, dann soll auch der Begriff e-tron dazu werden. Die Ingolstädter, die mit dem Slogan «Vorsprung durch Technik« für ihre Marke werben, wollen sich als zukunftsgerichtete Marke verstanden wissen - und die Elektroautos der Marke unter dem Begriff e-tron präsentieren.

Leichte Zweifel

Daran waren zuletzt indes leichte Zweifel aufgekommen, nachdem Audi sein Flaggschiff A8 vorstellte, ohne sagen zu können, wann er denn auch als Hybridantrieb erhältlich ist. Die Konkurrenz kann seiner geschätzten Premiumkundschaft so etwas mit seinem Flaggschiffen anbieten. Sowohl Mercedes bietet mit dem S400 BlueHybrid und BMW mit dem 7er Active Hybrid entsprechende Modelle. Bei Mercedes entfallen darauf bereits 25 Prozent der Verkäufe. Audi will den A8 als Fullhybrid nun im März auf dem Autosalon in Genf vorstellen, ohne indes zu sagen, wann er denn auch käuflich zu erstehen ist.

Doch nun gilt die Konzentration von Audi erst einmal der Elektromobilität. Nachdem man auf der Internationalen Automobilausstellung (IAA) in Frankfurt/Main den e-tron Frankfurt auf Basis des Supersportwagens R8 präsentiert hat, zeigte Audi am Montag auf der Detroit Auto Show sein nächstes Elektroauto: den e-tron Detroit. Der sportliche Zweisitzer bringt es auf eine Länge von 3,93 Meter, eine Breite von 1,78 Meter und eine Höhe von gerade einmal 1,22 Meter.

Audi e-tron FRankfurt Foto: Audi

Von seinen geringeren Abmessungen einmal abgesehen, sieht der e-tron Detroit dem e-tron Frankfurt zum Verwechseln ähnlich. Das Gewicht liegt dank Aluminiumkarosserie und weiteren Leichtbaumaterialien bei gerade einmal 1350 Kilo, das sind 250 Kilo weniger als beim großen Bruder. Unter der Haube befinden sich nach Worten von Audi-Entwicklungsvorstand Michael Dick zwei Elektromotoren mit einer kombinierten Leistung von 204 PS. Das sorgt für Sprintqualitäten von gerade einmal in 5,9 Sekunden auf Tempo 100. Von 60 auf 120 Stundenkilometer benötigt der kleine Elektroflitzer 5,1 Sekunden. Die an Bord befindlichen modernen Lithium-Ionen-Batterie sollen eine Reichweite von 250 Kilometer ermöglichen. Die Batterieeinheit bringt es übrigens auf ein Gewicht von 399 Kilogramm. Dank eines Fahrzeuge wie dem e-tron Detroit blickt Stadler optimistisch in die Zukunft.

Bereits in diesem Jahr ist es Audi gelungen, mit 620.000 Fahrzeugen zu Europas erfolgreichstem Hersteller zu werden, wie es Vertriebsvorstand Peter Schwarzenbauer bereits vor Monaten als Ziel im Gespräch mit der Autogazette ausgegeben hatte.

Fast 950.000 Fahrzeuge

e-tron Detroit Foto: AG/Mertens

Auch die eigene Absatzwartung von 925.000 Einheiten konnten in diesem Jahr noch übertroffen werden. Audi beendete das Vorjahr mit fast 950.000 Autos, ein Minus von gerade einmal 5,4 Prozent, wie Stadler sagte. Für das kommende Jahr rechnet Stadler angesichts von insgesamt acht Produktneuheiten damit, weiter zu wachsen. «Wir befinden uns mit unseren Produkten auf dem richtigen Weg.» Vor allem in China konnte Audi im Vorjahr, wie andere Hersteller auch, enorm zulegen. Dort erzielte man mit 160.000 Verkäufen ein Absatzplus von 33 Prozent.